Rund 4.000 Jugendliche haben in mehr als 20 Wahllokalen teilgenommen

Satte Mehrheit für Rot-Grün bei der U18-Landtagswahl in Dortmund

Auch in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule hatten die jungen Dortmunder:innen die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Foto: Geschwister-Scholl-Gesamtschule Dortmund

Neun Tage vor den Wahlen finden traditionell U18-Wahlen statt, die den politischen Willen junger Menschen ohne aktives Wahlrecht zum Ausdruck bringen sollen. 3.744 junge Dortmunderinnen und Dortmunder haben in über 20 Wahllokalen an diesem Demokratieprojekt teilgenommen. Nachdem sie bei der U18-Bundestagswahl im vergangenen Jahr hinter den Grünen gelandet war, liegt wieder die SPD vorne. Zusammen kämen beide Parteien nach dem Willen der jungen Dortmunderinnen und Dortmunder auf eine satte Mehrheit der Stimmen. In allen Wahlkreisen liegen die Kandidatin oder der Kandidat der SPD vorne in der Gunst der jungen Wählerinnen und Wähler.

U18-Wahl soll Interesse für Politik und demokratische Prozesse wecken

Die Grafik zeigt das Ergebnis für die Landtagsfraktionen, wenn nur Dortmund gewählt hätte (ohne Erststimmenergebnisse und ohne Überhangs- bzw. Ausgleichsmandate. Grafik: Jugendring Dortmund

Bei der U18-Wahl können Kinder und Jugendliche bis zu neun Tage vor der eigentlichen Wahl ihre Stimme abgeben. Stimmberechtigt waren alle Dortmunderinnen und Dortmunder unter 18 Jahren – unabhängig von der Staatsangehörigkeit. Ziel ist es, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für Politik und demokratische Prozesse zu wecken.

Auf der anderen Seite hat die Wahlentscheidung bei der U18-Wahl eine hohe politische Symbolwirkung. Sie macht deutlich, welche Themen junge Menschen umtreiben, was sie sich wünschen und von der Politik erwarten. Bei den Landtagswahlen immer ein wichtiges Jugendthema ist die Bildungspolitik:

Es geht um die Ausstattung der Schulen, um deren Digitalisierung, aber auch die Ausstattung von jungen Menschen mit den notwendigen digitalen Endgeräten oder um Lehrpläne und Auseinandersetzung mit wichtigen gesellschaftlichen Themen wie dem Klimawandel oder Ausgrenzung und Diskriminierung.

Junge Menschen wünschen sich mehr Mitsprachemöglichkeiten

Dortmunder Endergebnis Zweitstimme Grafik: Jugendring Dortmund

Das vom Bund beschlossene Neun-Euro-Ticket trifft einen Nerv: Mobil zu sein, heißt, nicht nur für junge Menschen, teilhaben zu können. So sind die Mobilitätsbedürfnisse junger Menschen und deren Kosten ein Thema bei dieser Wahl. Entscheidungen darüber in der kommenden Legislatur werden genau beobachtet.

Nicht zuletzt sind es fehlende Mitspracherechte über das eigene Leben und Umfeld, die Kinder und Jugendliche beschäftigen. Mit der U18-Wahl schließlich rufen die Jugendverbände zu einer Senkung des Wahlalters auf, damit junge Menschen ihre Gegenwart und Zukunft mitgestalten können.

Ergebnisse und Veränderungen im Vergleich zu Landtagswahl 2017

Gewinne und Verluste Grafik: Jugendring Dortmund

Ziemlich eindeutig hat die SPD die Wahl gewonnen, gefolgt von Bündnis90/die Grünen. Gegenüber der U18-Landtagswahl 2017 hat es erneut deutliche Verschiebungen in der Gunst der jungen Menschen in Dortmund gegeben. (Zum Vergleich finden Sie hier die Ergebnisse der letztjährigen U18-Bundestagswahl)

Auch wenn die SPD eindeutig vorne liegt, hat sie Stimmen gegenüber der U18-Landtagswahl 2017 eingebüßt, wohingegen Grüne und FDP zulegen konnten. Die Trends ähneln dabei denen der U18-Bundestagswahl in Dortmund im vergangenen Jahr. Allein für die Linke hat sich der Trend umgekehrt und sie büßt Stimmen ein.

Wahltaktik oder Persönlichkeitseffekte? Erstmals auch Erststimmenergebnisse

Im Wahlkreis Dortmund I haben 1.701 junge Menschen ihre Stimmen abgegeben. Im Wahlkreis Dortmund II waren es 205. Grafik: Jugendring Dortmund

Erstmalig kann die vom Bundesjugendring bereitgestellte Software auch Erststimmenergebnisse abbilden. Nicht in allen Wahllokalen wurden diese allerdings erhoben. Spannend bei der Auszählung zu sehen war, dass durchaus unterschiedlich mit den beiden Stimmen umgegangen wurde.

Wahltaktische Gründe sind als unwahrscheinlich zu bewerten, da die Stimmabgabe die Zusammensetzung des nächsten Landtages nicht beeinflusst. Vermutlich sind es also Persönlichkeitseffekte wie Bekanntheit oder Sympathie, die eine Rolle in der Wahlentscheidung spielen.

Interessierte konnten in über 20 Wahllokale in Dortmund ihre Stimme abgeben

Wahllokale konnten überall dort eingerichtet werden, wo sich junge Menschen aufhalten. Wichtige Partnerinnen und Partner des Projektes sind daher zuvorderst Jugendfreizeiteinrichtungen und Schulen.

Im Wahlkreis Dortmund III haben 1816 junge Menschen ihre Stimmen abgeben. Im Wahlkreis Dortmund IV haben 25 junge Menschen abgestimmt. Durch eine geringere Wahlbeteiligung und etwas andere Struktur ist das Ergebnis nur bedingt repräsentativ. Das Zweitstimmenergebnis verdeutlicht allerdings gut, dass Kinder und Jugendliche durchaus andere Prioritäten in ihre Wahlentscheidungen einfließen lassen als Erwachsene.
Im Wahlkreis Dortmund III haben 1816 junge Menschen ihre Stimmen abgeben. Im Wahlkreis Dortmund IV haben 25 junge Menschen abgestimmt. Durch eine geringere Wahlbeteiligung und etwas andere Struktur ist das Ergebnis nur bedingt repräsentativ. Das Zweitstimmenergebnis verdeutlicht allerdings gut, dass Kinder und Jugendliche durchaus andere Prioritäten in ihre Wahlentscheidungen einfließen lassen als Erwachsene. Grafik: Jugendring Dortmund

Dank des großen Engagements der Menschen vor Ort konnte an über 20 Standorten in ganz Dortmund gewählt werden und an noch mehr Orten haben sich Kinder und Jugendliche mit der Wahl, den Parteien und den Inhalten auseinandergesetzt.

Gewählt wurde im Fritz-Henßler-Haus, im Bert-Brecht-Gymnasium, der Jugendfreizeitstätte Rahm, in der Gustav-Heinemann-Gesamtschule, in der AWO Jugendfreizeitstätte Derne, im AWO Jugendtreff Derne, im AWO Jugi Treff Holzen, bei der DIDF-Jugend, beim BVB-Lernzentrums, in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, in der PSG Gender-Bildungsstätte JaM, der Jugendfreizeitstätte Smile, der Jugendfreizeitstätte Scharnhorst, der Jugendfreizeitstätte Eving, dem Jugendfreizeitzentrum Aplerbeck, auf den Feuerwachen bei der Jugendfeuerwehr, in der Jugendfreizeitstätte Wickede, der Robert-Koch-Realschule, im Käthe-Kollwitz-Gymnasium und im Max-Planck-Gymnasium.

Flankiert wurde die Wahl durch vielfältige Aktionen. So haben beispielsweise die Jugendfreizeitstätte Rahm, der Kinder- und Jugendtreff Kirchlinde, das Respekt-Büro und das BVB-Fanprojekt erneut kooperiert und eine große Pausenaktion auf den Schulhof der Gustav-Heinemann-Gesamtschule gebracht.

Neben Informationen rund um Wahl und Wahlrecht und der U18-Wahl selbst konnten die Schülerinnen und Schüler sich auch an Dartfußball und Geschwindigkeitschießen üben.
Alle Wahlergebnisse finden Sie unter: www.wahlen.u18.org/wahlergebnisse/landtagswahl-nrw-2022.

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