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Online-Ausbildung für Sterbebegleiter*innen beim neuen „Ambulanten Erwachsenen Hospizdienst Dunkelbunt“

Die ersten Ehrenamtlichen des „Ambulanten Erwachsenen Hospizdienstes Dunkelbunt“. Fotos: Forum Dunkelbunt e.V.

Mal lassen die Ehrenamtlichen einen Eiswürfel in der Hand schmelzen, mal diskutieren sie in Kleingruppen über einen Film über den Tod – der erste Befähigungskurs für die Mitarbeit im „Ambulanten Erwachsenen Hospizdienst Dunkelbunt“ funktioniert auch online hervorragend. Für eine Ausbildungsstunde zum Thema „Unterschiedlicher Umgang mit Schmerz und Trauer“ bekommen die Teilnehmenden die Aufgabe, einen Eiswürfel in der Hand schmelzen zu lassen. Alle führen dies auf eine eigenwillige, individuelle Weise aus. Manche umschließen den Klotz stoisch bis zum Schluss, andere fangen gleich an zu kreischen. Manche reden viel, manche entdecken, dass es weniger weh tut, wenn man die Hände abwechselt…

„Wir finden besser, darauf zu schauen, was möglich ist, statt nur auf das, was nicht geht“.

Birgit Lindstedt (l.) und Beate Schwedler leiten den ersten Befähigungskurs des neuen Hospizdienstes.

Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie die Ausbildung zum Sterbebegleiter hautnah funktionieren kann, auch ohne dass man in einem Raum zusammensitzt. „Nicht alles lässt sich per Online-Konferenz genauso umsetzen,“ sagt Beate Schwedler, die den Kurs leitet, „zum Beispiel gehören normalerweise auch Körperübungen dazu wie sich gegenseitig im Rollstuhl zu schieben oder sich zu füttern.“ Dies müsse zur Not in Weiterbildungskursen nachgeholt werden.  ___STEADY_PAYWALL___

„Wir finden besser, darauf zu schauen, was möglich ist, statt nur auf das, was nicht geht,“ so Schwedler. Zusammen mit Birgit Lindstedt leitet sie den ersten Befähigungskurs des neuen Dienstes. Aber Vieles ist auch möglich. Dr. Thomas Schätzler beispielsweise spricht an zwei Abenden darüber, wie „gutes Sterben“ und eine „Letzte Hilfe“ aussehen können. Er stellt sich ehrenamtlich hinter die Sache des neu gegründeten, ersten überkonfessionellen Hospizdienst in Dortmund.

Dr. Christina Schäfer, Fachanwältin für Medizinrecht, wird zu rechtlichen Fragen rund um das Sterben sprechen, auch zu dem aktuell brisanten Thema der Sterbehilfe. An einem anderen Abend besuchen die angehenden Ehrenamtlichen dann das Bestattungshaus Lategahn in Dortmund-Hörde und erfahren dort, was Bestatter*innen zu einem würdevollen Tod beitragen können.

Beistand auch in der Krise – ab Juni beginnen die Ehrenamtlichen in Dortmund mit ihrer wichtigen Arbeit

In dem Ausbildungskurs werden sich die Ehrenamtlichen des „Ambulanten Erwachsenen Hospizdienstes Dunkelbunt“ auch mit ihrer eigenen Biographie auseinandersetzen und entweder eine Aufstellung bei Marina Weinberger besuchen oder ein Genogramm ihrer Familie präsentieren. 

Ab Juni sind die neuen Ehrenamtlichen in Dortmund am Start. Wer Interesse hat an einer ambulanten Hospizbegleitung, kann sich melden unter Telefon 0231-53300881 oder unter hospizdienst@forum-dunkelbunt.de.

 

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2 Gedanken über “Online-Ausbildung für Sterbebegleiter*innen beim neuen „Ambulanten Erwachsenen Hospizdienst Dunkelbunt“

  1. Neue Koordinatorin Katharina Sonnet lädt im Palliativbereich zur Kooperation ein (PM Forum Dunkelbunt e.V.)

    Neue Koordinatorin Katharina Sonnet lädt im Palliativbereich zur Kooperation ein

    Die erste Koordinatorin des neuen Ambulanten Erwachsenen Hospizdienstes Dunkelbunt hat ihre Arbeit aufgenommen: Katharina Sonnet (54) ist Diplom-Sozialpädagogin und hat schon alle Hände voll zu tun. Wer Interesse hat, Ehrenamtliche in der Sterbebegleitung einzusetzen, ist herzlich eingeladen, sich zu melden.

    Im März wurde der erste überkonfessionelle Erwachsenenhospizdienst in Dortmund vom Verein Forum Dunkelbunt gegründet. Derzeit werden die ersten Ehrenamtlichen ausgebildet, die ab Juni in die Begleitung starten können. Katharina Sonnet ist Mutter eines Sohnes und hat vorher in einer queeren Frauenberatungsstelle gearbeitet.

    Sie baut derzeit am Netzwerk des Hospizdienstes und nimmt Kontakte auf zu Seniorenbüros, Pflegeheimen, Palliativärzt*innen und allen anderen, die Patient*innen von der kurativen in die palliative Phase zu begleiten.

    „Wir möchten auch gerne schon frühzeitig eingebunden werden, damit sich zwischen Patienten und Ehrenamtlichen eine Beziehung entwickeln kann,“ sagt Katharina Sonnet. Es ginge nicht darum, nur in den allerletzten Stunden am Bett zu wachen. Auch die Angehörigen der Patientinnen sollen Entlastung und Unterstützung erfahren – auch hier ist es gut, wenn die Begleitung nicht zu spät beginnt.

    Auch Pflegedienste aus Dortmund, die gerne Ehrenamtliche einsetzen möchten, sind eingeladen, sich bei Katharina Sonnet zu melden. Aber auch alle Altenheime, Palliativstationen usw. können Kontakt aufnehmen, wenn sie einen Rahmenvertrag abschließen möchten.

    Nach den Sommerferien werden zwei neue Ausbildungskurse für Ehrenamtliche starten. Der erste Kurs läuft komplett als ZOOM-Kurs, die nächsten zwei Kurse haben die Chance, in den Vereinsräumen an der Dresdener Straße 15 in Präsenz zu laufen, wenn sich die Corona-Lage bis dahin entspannt hat.

    Bisher haben bereits 18 Personen ihr Interesse an der Ausbildung bekundet. Katharina Sonnet: „Es ist begeisternd, wie viele Menschen in Dortmund bereit sind, andere Menschen ehrenamtlich in der letzten Lebensphase zu unterstützen.“

    Kontakt: katharinasonnet@forum-dunkelbunt.de; 0231-53300881

  2. Ehrenamtliche starten engagiert in die Praktika (PM Forum Dunkelbunt e.V.)

    Ehrenamtliche starten engagiert in die Praktika

    „Ich freue mich auf alles, was jetzt kommt!“ Kathrin Im Winkel ist eine der ersten Ehrenamtlichen, die im Ambulanten Erwachsenen Hospizdienst Dunkelbunt ins Praktikum startet. Ihr Einsatzort: der Seniorenwohnpark Burgholz an der Eberstraße.
    Eine bunt gemischte Gästeschar erwartet Kathrin Im Winkel an der Eberstraße und genau das macht für sie den Reiz aus: „Ich lebe selbst in der Nordstadt und mag die Vielseitigkeit dieses bunt gemixten Viertels.“ Ihr gefällt die familiäre Atmosphäre im Seniorenwohnpark Burgholz, auch wenn das Haus so groß ist: „Die Mitarbeitenden machen viel über das normale Maß hinaus und bemühen sich sehr um die Menschen, die sie begleiten. Das finde ich bewundernswert.“ Weil ihr die Arbeit soviel Spaß  macht, spielt sie mit dem Gedanken, einen Podcast zum Thema Ehrenamt im Hospizdienst ins Leben zu rufen.

    66 Stunden theoretischer Unterricht haben die Ehrenamtlichen des Ambulanten Erwachsenen Hospizdienstes Dunkelbunt bereits hinter sich, danach geht es in ein mehrtägiges Praktikum, zum Beispiel auch im Alloheim „Auf der Kronenburg“, im AWO Seniorenzentrum Kirchlinde, im St. Elisabeth Altenheim oder im Seniorenzentrum Rosenheim in Sölde. Parallel bilden sich erste Arbeitsgruppen, zum Beispiel zur Trauerbegleitung oder als Gruppe, die künftig Veranstaltungen anbietet.
    Die Arbeit der Ehrenamtlichen im Erwachsenen Hospizdienst finanzieren zu einem Teil die Krankenkassen – darüber hinaus ist der Trägerverein Forum Dunkelbunt e.V. auf Spenden angewiesen.

    Sehr groß  war der Andrang der Ehrenamtlichen zum neu gegründeten überkonfessionellen Erwachsenen Hospizdienst des Vereins Forum Dunkelbunt e.V.. Deshalb starten nach den Sommerferien gleich zwei neue Befähigungskurse für Menschen, die sich dort engagieren wollen. Ein Kurs läuft überwiegend an Donnerstag Abenden und ein zweiter Kurs mittwochs vormittags. Die Termine stehen inzwischen fest und sind auf der Webseite abrufbar: http://www.hospizdienst-dunkelbunt.de

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