Nachbarschaftshelfer: Unbürokratische Unterstützung in der Nordstadt bei den kleinen Dingen des Alltag 

Seit 2007 gibt es das Projekt der Nachbarschaftshelfer. Foto: Dietmar Wäsche
Seit 2007 gibt es das Projekt der Nachbarschaftshelfer. Foto: Dietmar Wäsche

Gute Nachbarschaft ist wichtig, funktioniert aber nicht immer automatisch. In der Nordstadt vermittelt das Seniorenbüro deshalb 16 ehrenamtliche Nachbarschaftshelfer für alle möglichen kleinen Dinge des Alltags. Da gibt es den einsamen Rentner, der sich einmal in der Woche über Besuch freut. Oder eine Seniorin wünscht sich eine Begleitung für den Spaziergang.

Neben rüstigen Senioren sind fast auch alle anderen Altersgruppen ehrenamtlich im Einsatz

„Unser Motto lautete ursprünglich: Senioren wird geholfen und Senioren helfen“, sagt Christiane Gebauer vom Seniorenbüro, einer Einrichtung der Stadt Dortmund und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Doch dieses Motto stimmt längst nicht mehr. Neben den rüstigen Senioren sind fast auch alle anderen Altersgruppen ehrenamtlich als Nachbarschaftshelfer im Einsatz. Im Gegenzug werden nicht nur ältere Herrschaften betreut. Auch alleinerziehende Mütter oder neu zugezogene ausländische Familien nehmen die Unterstützung gerne in Anspruch. Somit kann sich jeder Interessierte im Seniorenbüro melden, der sich im Stadtbezirk engagieren möchte.

Projekt ist ein Abbild der multikulturellen Gesellschaft in der Nordstadt

„Auf beiden Seiten bieten wir ziemlich genau ein Abbild der multikulturellen Gesellschaft in der Nordstadt“, sagt Christiane Gebauer. Das Besondere: Die Nationen bleiben nicht etwa unter sich. Eine türkische oder portugiesische Nachbarschaftshelferin etwa besucht eine deutsche Familie oder Seniorin und möchte damit auch gleichzeitig ihr Deutsch ein wenig verbessern.

Seit 2007 gibt es das Projekt der Nachbarschaftshelfer, die in Zusammenarbeit mit der Integrationsagentur der Caritas, dem Familienbüro und der Stadtteil-Schule e.V. vermittelt werden. „Das Wort NACHBARSCHAFT ist wörtlich zu nehmen. Wir möchten eine niederschwellige Hilfe vermitteln – einen fußläufig zu erreichenden Kontakt in der Nachbarschaft“, sagt Christiane Gebauer. Denn Fahrtkosten kann das Seniorenbüro nicht erstatten.

Nachbarn unterstützen beim Arztbesuch, Einkauf oder Schriftverkehr

Einige Nachbarschaftshelfer mit einem Ticket für den Nahverkehr nehmen aber durchaus auch weitere Wege in Kauf, um ihren „Nachbarn“ beim Arztbesuch, beim Einkauf oder bei Schriftverkehr  zu unterstützen. „Wir richten uns nach den Wünschen und Fertigkeiten sowie der Zeit des Nachbarschaftshelfers. Mancher möchte gerne etwas mit Kindern machen, ein anderer lieber mit älteren Menschen“, sagt Christiane Gebauer.

All dies wird in einem Erstgespräch geklärt. Auch während ihres ehrenamtlichen Engagements werden die Nachbarschaftshelfer nicht allein gelassen. Die Nachbarschaftshelfer können sich jederzeit mit einzelnen Fragen an das Seniorenbüro wenden. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Austauschtreffen.

Es geht um kleine Hilfen im Alltag und um geschenkte Zeit

Sozialstationen, Begegnungsstätten oder Kirchengemeinden vermitteln die Interessierten, die mit einem Nachbarschaftshelfer in Kontakt kommen möchten. Dabei stellt das Seniorenbüro schnell klar, dass keine Putzhilfen oder Handwerker vermittelt werden. Es geht um die kleinen Hilfen im Alltag, aber auch um geschenkte Zeit.

Das Konzept geht auf. Die Nachbarschaftshelfer wurden bereits mit dem Integrationspreis der Stadt Dortmund, dem Nordstadtengel und am Tag des Ehrenamtes geehrt. Die gute Idee verbreitet sich. Mittlerweile gibt es die Nachbarschaftshelfer in fast allen Dortmunder Stadtbezirken.

Nordstadt-Logo.farbigHINWEIS:

– Der Artikel von Claudia Behlau ist ein Beitrag aus dem Buch “Wir: Echt Nordstadt”. Das Buch mit 106 Gruppenportraits ist kostenlos beim Quartiersmanagement Nordstadt, Mallinckrodtstraße 56, 44147 Dortmund, erhältlich. (Mail: info@nordstadt-qm.de)

– Eine große Ausstellung mit Bildern und Texten zu  “Wir: Echt Nordstadt” ist bis zum 31. März 2015 auf der Phoenix-Insel in Hörde zu sehen.

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