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Klangvokal-Festival auf „Schatzsuche“: Breites Musikspektrum vom 11. Mai bis 10. Juni 2018 in Dortmund zu erleben

Mehr als 4.000 aktive SängerInnen wollen wieder Gäste in die City locken. Foto: Bülent Kirschbaum/Klangvokal

Von Joachim vom Brocke

„Auf Schatzsuche“ heißt diesmal das Motto des Musikfestivals Klangvokal vom 11. Mai bis 10. Juni. Ein breites musikalisches Spektrum aus den Bereichen Oper, Chor, Jazz, Weltmusik und Pop hat abermals Direktor Torsten Mosgraber für die zehnte Ausgabe zusammengestellt – vieles davon ist nur sehr selten zu hören. Geboten werden von Mitte Mai bis Mitte Juni 23 Aufführungen, sogar mit einer Weltpremiere, davon sind 17 Eigenveranstaltungen.

Erschwingliches Kulturvergnügen: „Viele Karten kosten weiter unter 30 Euro“

Der Philharmonische Chor. Foto: Oliver Schaper

Fast 600 KünstlerInnen aus 20 Ländern und zusätzlich rund 4000 SängerInnen beim Fest der Chöre sowie fast 1000 Mitwirkende bei den Festkonzerten der Chorakademie Dortmund bieten ein breites Spektrum der Vokalmusik vom 12. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Besonders erfreulich: bei gleich gebliebenem Etat in Höhe von 600 000 Euro bleiben die Eintrittspreise weiter erschwinglich. „Viele Karten kosten unter 30 Euro“, freut sich Torsten Mosgraber. Dabei war das Festival Klangvokal von der ursprünglichen Idee her nur auf zwei Jahre ausgelegt; es sollte zu einem besonderen Highlight für das Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 werden.

Nun ist es seit zehn Jahren für viele Musikfreunde aus nah und fern zu einem festen Bestandteil geworden. Klangvokal hebt seit dieser Zeit zahlreiche musikalische Schätze und hat sich so längst einen klangvollen Namen in der Musikwelt erarbeitet.

Gefeierte InterpretInnen führender Opernhäuser zu Gast

Im Konzerthaus erklingt Giuseppe Verdis Oper „Giovanna d’Arco“ mit gefeierten InterpretInnen führender Opernhäuser. Eine musikhistorische Sensation ist die erste öffentliche Aufführung von Claudio Monteverdis Oper „L’Arianna“ in der Fassung von Claudio Cavina, der das Werk rekonstruiert und nachkomponiert hat.

„Nur ganz weniges Notenmaterial“, erklärt Torsten Mosgraber, „lag vor“. Daraus habe Claudio Cavina die Oper rekonstruiert und nachkomponiert. Christina Plural und ihr für ihre originellen Projekte weltweit gefeiertes Ensemble L’Arpeggiata locken mit ihrem furiosen Crossover-Projekt „Händel Goes Wild“.

In St. Reinoldi sind die schönsten Oratorien des Barock zu erleben

Estnischer Kammerchor. Foto: Kaupo Kikkas

Außerdem ist mit Antonio Calderas „Magdalena ai piedi di Cristo“, gespielt vom exzellenten französischen Ensemble Le Banquet Céleste in St. Reinoldi eines der schönsten Oratorien des Barock zu erleben. Zuvor gelangt am selben Ort Jules Massenguts romantisches Oratorium „Ève“ mit dem Philharmonischen Chor des Dortmunder Musikvereins und den Dortmunder Philharmonikern zur Aufführung.

Zum 100. Geburtstag des Komponisten Leonard Bernstein stehen bei der Eröffnung im Konzerthaus u.a. seine „Chichester Psalms“ auf dem Programm. Mit dem Estnischen Philharmonischen Kammerchor, Vox Luminis aus Belgien, dem Ensemble Tiburtina aus Prag und die Tallis Scholars aus Großbritannien sind im Festival vier international bedeutende Vokalensembles mit Raritäten zu Gast.

Schätze aus den Bereichen Jazz und Weltmusik bieten u.a. das hochgelobte Ensemble „Saz’iso“ aus Albanien, die Sängerin Lily Dahab aus Argentinien, die Faso-Sängerin Gisela João sowie das Trio Yorkston Thorne Khan aus Großbritannien und Indien.

Fest der Chöre mit 4000 SängerInnen – Brückenschläge zwischen Barock und Weltmusik auf Zollern

Carmina Latina. Foto: Bertrand Pichêne

Das Fest der Chöre am Samstag, 2. Juni, rückt bei freiem Eintritt wieder die Dortmunder Chorlandschaft in den Mittelpunkt.

Angemeldet zum „größten städtischen Chorfest Deutschlands“ – so Mosgraber – sind aktuell über 150 Ensembles mit rund 4000 SängerInnen aus Dortmund, die auf Open-Air-Bühnen, an Singhaltestellen, in Kirchen, in der U-Bahn und in Geschäften der Dortmunder Innenstadt ein breites Spektrum vokaler Ausdrucksformen präsentieren.

Mitreißende Brückenschläge zwischen Barock- und Weltmusik gibt es im tollen Ambiente der Maschinenhalle auf Zeche Zollern zu erleben: Leonardo Garcia Alarcón und seine Cappella Mediterranea laden mit „Carmen Latina“ zu einer musikalischen Genießerreihe in die Neue Welt ein. Zusammen mit dem Chœr de Chambre de Namur werden Werke aus Spanien und Portugal sowie Chormusik aus Argentinien, Guatemala und Peru am 26. Mai zu hören sein. Die Zeche Zollern ist neu als Veranstaltungsort.

Mittelalterliche Melodien aus der Zeit Hildegard von Bingen – Drei Festkonzerte der Chorakademie

VeranstalterInnen und UnterstützerInnen stellten das neue Programm vor. Foto: Carmen Körner

Das Prager Vokalensemble Tiburtina gilt als eines der besten Europa. Mit ihrem jüngsten Projekt tauchen die Sängerinnen ein in das 12. Jahrhundert und die Welt der Äbtissin, Komponistin und Humanistin Hildegard von Bingen. Mit ihren glockenreinen Stimmen verwandeln die Sängerinnen die edlen mittelalterlichen Melodien Hildegards in zeitlos schöne Wunderwerke (am 29. Mai in der Marienkirche).

Das Konzerthaus öffnet über die Pfingstfeiertage traditionell seine Pforten für die jungen Sänger der Chorakademie. Die drei Festkonzerte mit bot gemischtem Programm werden präsentiert von den verschiedenen Ensembles aus Europas größter Singschule (20. und 21. Mai).

Bereits zum 22. Mal lockt der Westfalenpark Pfingsten zum beliebten Sparkassen-A-Cappella-Festival. Eine schöne Gelegenheit, auf der Festwiese das einzigartige Ambiente bei Pop-a-cappella-Musik zu genießen.

Jazz und Jazzverwandtes mit der 17-jährigen Lina Knörr

Lily Dahab. Foto: Natascha Zivadinovic

Die erst 17 Jahre junge Sängerin Lina Knörr gilt als großes Talent. Gemeinsam mit ihrer Hand interpretiert sie Jazz und Jazzverwandtes: von Blues, Swing bis zum Modern Jazz und Einflüssen aus Klassik, Pop, Gospel und Funk. Dies wird im Soundzz-Familienkonzert auch Kinder begeistern (13. April, vormittags, im domicil an der Hansastraße).

Für Lily Dahab, Argentinierin und Enkelin syrischer und türkischer Immigranten, ist Musik eine universelle Sprache, um das Herz der Menschen zu berühren. Ihre Songs und Adaptionen lateinamerikanischer Musik atmen Melancholie und jazzige Frische, tragen aber ebenso den intimen Sound des kubanischen Bolero oder das leidenschaftliche Feuer von Tango und Flamenco in sich. (Zu erleben am 13. Mai im domicil).

Tolles Programm bei minimalen Festival-Budget

Nach wie vor erstaunlich ist es, dass mit bleibendem Festival-Budget in Höhe von 600 000 Euro ein internationales Musikprogramm mit namhaften Ausführenden auf die Beine gestellt werden kann.

Die Stadt Dortmund schießt 300 000 Euro zu, der Rest aus Kartenverkäufen, Anzeigen, Programmheftverkäufen (etwa 130 000 Euro). Mit gut 200 000 Euro unterstützen einige Sponsoren Klangvokal, so die Sparkasse Dortmund als Hauptsponsor, der Torsten Mosgraber herzlich dankte. Für den Vorstandsvorsitzenden Uwe Samulewicz „selbstverständlich“. Er sieht die Förderung auch als ein Dankeschön an die Dortmunder Kunden.

Mehr Informationen:

  • Der Vorverkauf startet ab sofort bei Dortmund-Tourismus, Kampstraße 80, und allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet.
  • Klangvokal hat 60 000 Folder und 6000 ausführliche Programmbücher drucken lassen, die an öffentlichen Stellen ausliegen.
  • Informationen zum Programm, Karten und Abonnements unter www.klangvokal.de
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Ein Gedanke zu “Klangvokal-Festival auf „Schatzsuche“: Breites Musikspektrum vom 11. Mai bis 10. Juni 2018 in Dortmund zu erleben

  1. Klangvokal

    Das zehnte KLANGVOKAL Musikfestival Dortmund ist zu Ende – auf Wiedersehen im Mai / Juni 2019

    Die Jubiläumssaison des KLANGVOKAL Musikfestival Dortmund schloss am vergangenen Sonntag mit stehenden Ovationen des Publikums für die Aufführung des barocken Oratoriums „Maddalena di piedi di Cristo“ von Antonio Caldara und dem Deutschland-Debüt des französischen Ensembles Le Banquet Céleste in der St. Reinoldikirche. Damit ging eine sehr erfolgreiche Jubiläumssaison zu Ende, dessen Programm 70.500 Zuschauer anlockte (Auslastung: 80,2 %).

    Festivaldirektor Torsten Mosgraber und sein Team luden gemeinsam mit Künstler*innen aus über 20 Ländern in der Zeit vom 11. Mai bis 10. Juni zu Konzertereignissen der Spitzenklasse ein. Das musikalische Spektrum reichte von der großen Verdi-Oper „Giovanna d’Arco“ mit der umjubelten lettischen Starsopranistin Marina Rebeka in der Titelpartie unter Maestro Daniele Callegari im Konzerthaus bis hin zu albanischer Weltmusik mit Saz‘iso, die das Publikum zum Feiern und Tanzen brachte. Auf der Schatzsuche durch 100 Jahre Musik gab es viel Unbekanntes zu entdecken: Motetten aus dem Familienschatz der Bachs mit dem belgischen Ensemble Vox Luminis, das romantische Oratorium Ève von Jules Massenet oder zeitgenössische estnische Chormusik mit dem Estnischen Philharmonischen Kammerchor. Unter den zehn Spielstätten war erstmals die Maschinenhalle der Zeche Zollern im Programm vertreten. Dort faszinierten die Cappella Mediterrranea und der Choeur de Namur unter der Leitung des Argentiniers Leonardo García Alarcón mit einer temperamentvollen spanisch-südamerikanischen „Carmina Latina“.

    Herz des Festivals war auch in diesem Jahr wieder das FEST DER CHÖRE, das mit 161 Chören und Ensembles und damit über 4.000 Mitwirkenden auch 2018 die Innenstadt wieder in ein fröhliches Fest des Gesangs mit über 50.000 Besucher*innen verwandelte.

    Der Termin und erste Konzerttermine für das nächste KLANGVOKAL Musikfestival 2019 stehen bereits fest: Die elfte Ausgabe wird in der Zeit vom 16. Mai bis 16. Juni stattfinden. Eröffnet wird das Festival am 16. Mai mit einer Italienischen Operngala im Konzerthaus Dortmund. Außerdem können sich die Besucher*innen des Festivals schon jetzt auf einen langjährigen treuen Freund des Festivals freuen: Der große Spanier Jordi Savall kommt am 19. Mai mit einer „Hommage an Syrien“ nach Dortmund. Konzertant erklingt am 31. Mai George Bizets Oper „Die Perlenfischer“, und das FEST DER CHÖRE feiert seine elfte Ausgabe am Samstag, den 15. Juni 2019.

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