
Frankreich, Spanien, Belgien und bald auch Dortmund: In ganz Europa protestieren junge Menschen. Für den 31. Oktober 2026 hat die Initiative „Gen Z regelt!“ in Dortmund zu Protesten aufgerufen. Die Demonstration ist Teil von deutschlandweiten Protesten. Themen sind unter anderem die Kritik an Einsparungen in Bildung, Gesundheit und im sozialen Bereich.
„Gen Z steht auf!“ in 21 deutschen Städten
„Gen Z steht auf!“ lautet das Überthema der Demonstrationen. Nicht nur in Dortmund, sondern in insgesamt 21 deutschen Städten soll demonstriert werden. Deutschlandweit haben bereits knapp 40.000 Menschen auf der Website der Initiative gemeldet, dass sie an den Protesten teilnehmen wollen.
In Dortmund sind es bis jetzt (Stand 22.10, 16:33 Uhr) knapp 880 Menschen. Wie belastbar die Zahlen sind, ist allerdings fraglich. Bei der Online-Abstimmung zählt nämlich jedes Gerät, das online angemeldet wird. Die Demonstration in Dortmund soll am 31. Oktober ab 14 Uhr auf dem Friedensplatz stattfinden. Eine offizielle Anmeldung liegt der Dortmunder Polizei aber bislang nicht vor.
„Wir distanzieren uns klar von jeglicher Art von Gewalt“
Vorbild für die Demonstrationen sind die Schülerproteste in Frankreich. Seit Wochen demonstrieren die Schüler*innen dort für bessere Lernbedingungen und eine bessere Ausstattung von Schulen. Doch seit dem 17. Oktober 2026 steht vor allem ein Thema im Fokus: Die Gewalt, die ein Teil der Protestierenden ausgeübt hat.
Randaliert hat laut Tagesschau Berichten allerdings eine kleine, gewaltbereite Gruppe. Ein Großteil der etwa 500.000 Protestierenden in Frankreich demonstrierte friedlich. „Wir distanzieren uns klar von jeglicher Art von Gewalt“, sagt Mitinitiator Akram Selo von „Gen Z regelt!“ gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Gewalt soll bei den Protesten in Deutschland also kein Thema sein.
Gemeinsam für die Jugend
Was der Initiative dagegen wichtig auf den Protesten ist: „Politische Differenzen“ sollen in den Hintergrund treten. Die Initiative wolle „Überpaarteilich und gemeinsam“ stellvertretend für die Jugend Kritik an der „politischen Führung“ äußern.
Der Initiative geht es also um Gemeinschaft. Zu politischen Extremen beziehen sie keine Stellung. Allerdings weist der Landesverfassungsschutz Nordrhein-Westfalens gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk auf Akteure aus dem linksextremen Spektrum hin, die auch für die Proteste mobilisieren.
Kritik an Kürzungen
Gemeinsam protestieren ist das Ziel und wogegen? Gegen kaputte Schulen, Sparkurse und steigende Lebenshaltungskosten. All das sind Themen, die die Initiative beschäftigen: „Gespart wird bei Bildung, Sozialem, Kultur und Gesundheit. Suchtkliniken für Jugendliche schließen, Psychotherapie ist für viele kaum noch erreichbar“, heißt es im Positionspapier.
Auch an Fachkräften mangle es. Allen voran in Schulen und im Gesundheitsbereich. Kritisiert wird auch die Belastung von armen Menschen: Steigende Preise, hohe Steuern und Kürzungen, würden die Menschen belasten.
Gleichzeitig fließe „Milliarden in Aufrüstung“. Auch gegen die Wehrpflicht und Musterung stellt sich die Initiative. Weitere Themen sind staatliche Überwachung und Klimaschutz. Im Zentrum der Kritik stehen also Kürzungen in den Sozialstaat, allen voran in Bildung und Gesundheit, sowie die militärische Aufrüstung. Konkrete Forderungen formuliert das Positionspapier dagegen nicht. Laut „Gen Z regelt!“ soll der Protest Auftakt für mehr Aktionen der Initiative sein.
Quellen:
- https://genz-regelt.de
- Deutsche Presse-Agentur (DPA)
- https://www1.wdr.de/politik/gen-z-aufruf-zu-protesten-100.html https://www.tagesschau.de/ausland/europa/frankreich-ausschreitungen-116.html
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