Fußballmuseum mit Antrag erfolgreich – Bolzplatzkultur wird immaterielles Kulturerbe

Soziale und kulturelle Bedeutung der Bolzplätze gewürdigt

Kinder auf dem Bolzplatz
Das Deutsches Fußballmuseum initiiert erfolgreich die Aufnahme der Bolzplatzkultur in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Foto: DFM/Stephan Schütze

Die Bolzplatzkultur ist auf Initiative des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Das Fachkomitee Immaterielles Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission würdigt damit die Bolzplatzkultur als eine lebendige, niedrigschwellige und generationenübergreifende Ausdrucksform urbanen Zusammenlebens. Seit Jahrzehnten ist das Spiel auf Bolzplätzen fest in der Alltags- und Freizeitkultur Deutschlands verankert.

Eine lebendige Form sozialen Miteinanders

Das Fachkomitee hebt hervor, dass Bolzplatzspiele auf mündlicher Überlieferung, informellen Regelwerken und jugendlichen Aushandlungsprozessen beruhen, die soziale Lernkompetenzen, Integration und Partizipation fördern.

Manuel Neukirchner, Museumsdirektor des Deutschen Fußballmuseums, betont: „Der Bolzplatz ist eine offene und partizipative Kulturform sowie ein prägender Sozialisationsraum. Hier treten Kreativität, spontane Selbstorganisation, Fairness und Durchsetzungsvermögen in wechselseitige Beziehung. Für Kinder und Jugendliche ist der Bolzplatz daher eine kleine Lebensschule.“

„Wir freuen uns sehr, dass diese herausragende gesellschaftliche und soziale Bedeutung durch die Aufnahme der Bolzplatzkultur in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes besondere Aufmerksamkeit erfährt.“

Von der Ausstellung zum Bundesweiten Verzeichnis

Das Engagement des Deutschen Fußballmuseums für die Bolzplatzkultur hat seinen Ursprung in der Sonderausstellung „Schichtwechsel – FußballLebenRuhrgebiet“. Diese zeigte das Ausstellungshaus zum Ende des Steinkohlebergbaus im Jahr 2018 im Rahmen des Projektes „Glückauf Zukunft!“ der RAG-Stiftung.

Wissenschaftlich begleitet wurde das Antragsverfahren zur Aufnahme der Bolzplatzkultur in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes von Prof. Dr. Jürgen Mittag vom Institut für Europäische Sportentwicklung und Freitzeitforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Neben der Bolzplatzkultur wurden das Herrenschneiderhandwerk, die Martinstradition im Rheinland, die Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland sowie die Traditionelle Kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Boddengewässern neu in das Verzeichnis eingetragen, das damit nun 173 kulturelle Ausdrucksformen umfasst, die in Deutschland gelebt und weitergegeben werden.

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