„Fischköppe + Kampfhasen“: Günter Rückert und Bernd Moenikes präsentieren im Torhaus gemeinsam ihre Kunst

Fischköppe und Kampfhasen Rückert und Moenikes stzellen im Torhaus Rombergpark gemeinsam aus. Fotos: Gerd Wüsthoff
Günter Rückert und Bernd Moenikes stellen gemeinsam im Torhaus Rombergpark aus. Fotos: Gerd Wüsthoff

Von Gerd Wüsthoff

Geradzu surreale Fabelwesen bevölkern das Torhaus Rombergpark. Der vielseitige Künstler Günter Rückert und sein Freund und Kollege Bernd Moenikes stellen in der Dependence der Städtischen Galerie Dortmund Werke ihres künstlerischen Schaffens aus. Die Ausstellung wird am Sonntag, 23. September 2018, um 11 Uhr im Torhaus Rombergpark eröffnet. Johannes Kimmel-Groß wird dem Publikum eine Werkeinführung geben.

Künstlerisches Multitalent und überzeugter Dortmunder: Günter Rückert

Rückert neben seinem Hasen-Hunk
Rückert neben seinem Hasen-Hunk

Günter Rückert ist in Sachen Malerei und Grafik ein Allround-Genie und Meister des Grotesken. Seine Grafiken für Buchcover und seine Comics – unter anderem „Das Karbidkommando“ ist ein 1987 im Dortmunder Tapir-Verlag erschienenes Comic-Album über den Widerstand der Edelweißpiraten gegen Hitlerjugend und GeStaPo, dürften einigen ein Begriff sein. Das gleiche gilt auch für seine Arbeit im Bereich freies Theater: So hat Rückert seit 1997 die Leitung und führt Regie beim Geierabend Dortmund.

Rückert führt zudem die Regie bei „Bullemänner“ und war lange als Texter und Regisseur für das Rocktheater Nachtschicht tätig. „Das Theater und das Kabarett haben mich immer schon interessiert, aber ich musste mich damals entscheiden, denn ich fühlte mich doch als Maler“, erklärt Rückert. Seine Berufung zum Maler hindert den Künstler also nicht, sich auch immer wieder mit dem Theater und Kabarett auseinander zu setzen.

Die Leinwand-Mischwesen, die Rückert aktuell im Torhaus Rombergpark ausstellt, erinnern den Betrachter unwillkürlich an die Fabeln von Aesop, Jean de La Fontaine, Franz Kafka und entfernt auch an George Orwell – besonders „Die Farm der Tiere“. Bei seinem Hasen-Hunk in pinken Hosen hat man vielleicht noch weitere Assoziationen, die nicht nur im römischen Fruchtbarkeits Symbol verwurzelt sein können. Die Comics von Patrick Fillion oder Iceman springen in den Sinn.

Archaisch kraftvolle und mahnende Skulturen und Plastiken von Günter Moenikes

Moenikes Hasen Mann

Bei den Skulpturen von Bernd Moenikes spürt man eine geradezu archische Kraft, besonders in den größeren Holzskulpturen. So erinnert die raue, männlich erscheinende Holzskulptur, mit dem Hasenkopf aus Bronze, an die in einst in Mooren aufgestellten germanischen Stabgottheiten. Auffallend sind die überdimensionierten Augen, Hände und Füße. Die bei den Germanen nur vage angedeutet wurden. Die kleine Skulptur des „Hirschmann“ erinnert entfernt an den keltischen Cernunnos.

Der Künstler arbeitet sowohl mit Holz als auch Stein. Moenekes realisiert in seinen Skulpturen und Plastiken ein optisches und haptisches neues Erleben – raue Flächen wechseln mit polierten, die das Material neu erleben lassen. Der Künslter kombiniert immer wieder auch unterschiedliche Materialien und schafft so Plastiken. Besonders deutlich wird das in der Gruppe im Eingang des Torhauses – die überlebensgrossen Pinguine, von denen einer eine glänzende Kugel im Schnabel hält – die fragile Welt.

Li. Der Hirschmann von Moenikes
Li. Der Hirschmann von Moenikes

Der Künstler ist durch seine Skulpturen „Fliehende Bäume“ in den 1990er Jahren überregional bekannt geworden. Diese Mensch-Baum-Figuren, waren mit der Kettensäge grob und expressiv aus Eichenstämmen geschnitten, die die Symbiose von Mensch und Natur verbildlichen und anmahnen sollten.

Neben einer ganzen Serie von politisch ambitionierten Skulpturen, die zum Teil zugunsten von Umweltprojekten wie dem Schutz des Regenwaldes verkauft wurden, entwickelten sich andere Serien: freie Arbeiten in Holz, Stein und Bronze, die in vor allem in Dortmund und Umgebung aufgestellt wurden.

Ausstellung im Torhaus Rombergpark – Zeitgenössich, spiegelnd, kritisch und ironisch

Die Arbeit beider Künstler zeigt einen satirischen und politischen Grundtenor, der dem Betrachter einen Spiegel vorhält. Eitelkeiten oder Charakterzüge verdeutlicht Rückert mit spitzem, fast beißendem Pinselstrich in seinen singenden Fischen, oder in der „Gesellschaft“ daneben hängend, die man als eitle, selbstgefällige Honoratioren sehen könnte. Besonders für an zeitgenössischer, kritischer Kunst interessierten sollte die Ausstellung ein muss sein, die am Sonntag im Torhaus Rombergpark eröffnet wird.

Weitere Informationen:

  • Ausstellungseröffnung am Sonntag, 23. September 2018, 11 Uhr
  • Ausstellungsende am Sonntag, 14. Oktober 2018
  • Öffnungszeiten: Dienstags bis samstags jeweils von 14 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags jeweils von 10 bis 18 Uhr

Internetseiten der Künstler:

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