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Ein offenes Ohr für Kids in der Krise: „Nummer gegen Kummer“ sucht ehrenamtliche Verstärkung in Dortmund

Das Kinder- und Jugendtelefon, die „Nummer gegen Kummer“, gibt es seit 40 Jahren. Foto: Alex Völkel

Das Kinder- und Jugendtelefon, die „Nummer gegen Kummer“, gibt es seit 40 Jahren. Foto: Alex Völkel

Der Corona-Lockdown stellt nicht nur für viele Erwachsene eine Herausforderung dar, auch Kinder und Jugendliche rücken immer mehr in den Sorgen-Fokus. Wer aus prekären familiären Verhältnissen kommt, hat momentan kaum die Möglichkeit, diesen zu entfliehen. Freizeitaktivitäten fallen weg, Freunde treffen ist nicht möglich und selbst der Schulbesuch, der für viele eine Ausflucht aus dem Familienalltag ist, kann bis heute nicht im gewohnten Rahmen stattfinden. Das alles führt zu einer enormen Verschlechterung der mentalen Stabilität von Kindern und Jugendlichen. Was bleibt ist der Griff zum Telefon. Die Nummer gegen Kummer ist für Probleme und Sorgen der jungen Menschen da – auch im Lockdown.

Ehrenamtlich mitarbeiten können alle – Vorkenntnisse sind in den meisten Fällen nicht notwendig

Von Montag bis Freitag zwischen 14 Uhr und 20 Uhr sind die Leitungen des Kinder- und Jugendtelefons geöffnet. In Deutschland gibt es insgesamt 76 Standorte, einer davon befindet sich in Dortmund. Von hier aus helfen ehrenamtliche Berater*innen eingehenden Anrufer*innen, über ihre Sorgen zu sprechen und ihnen ein offenes Ohr zu bieten. Wichtig ist: kein Problem ist zu klein für einen Anruf. Von alltäglichen Problemen wie unglücklich verliebt sein, Streit mit den Eltern oder Freunden sind die Berater*innen auch Ansprechpartner*innen bei Internet-Abzocke, Sucht und Missbrauch.

Wer ehrenamtlich für das Kinder- und Jugendnottelefon aktiv werden will bekommt im Vorfeld eine rund 60-stündige Schulung und Einweisung. Dabei wird intensiv auf das Arbeiten per Telefon vorbereitet, Kenntnisse der Gesprächsführung vermittelt und erlernt, wie man mit der Anonymität umgeht.

Das sei nicht immer einfach, bestätigt Martina Furlan, Geschäftsführerin des Kinderschutzbund Dortmund. Eine Fortsetzung der Gespräche fände nicht statt und die Berater*innen würden so nicht erfahren, was aus den jeweiligen Einzelsituationen geworden ist. Darauf müsse man vorbereitet sein. Neben der rund 60-stündigen Schulung sollte man im Monat zwei bis drei Tage Zeit haben, sich für zwei bis drei Stunden ans Telefon zu setzen. Trotz Corona-Pandemie findet die Arbeit immer vor Ort beim Kinderschutzbund statt und nicht im Homeoffice. Die Schulung ist allerdings digital.

Der Ausbildungsbeginn startet am 15. April. Wer Interesse hat kann sich mit dem Kinderschutzbund Dortmund per E-Mail (verwaltung@dksb-do.de) oder telefonisch (0231-8479780) in Verbindung setzen.

In Zeiten der Not ist es manchmal wichtig, einfach jemanden zu haben, der zuhört 

Das Bunte Haus des Kinderschutzbundes ist in der Lambachstraße 4.

Das Bunte Haus des Kinderschutzbundes befindet sich in der Lambachstraße 4 in der Nordstadt.

Allein im Jahr 2020 konnte „die Nummer gegen Kummer“ über 461.000 Anrufe von jungen Menschen verbuchen. Damit bewegt sich die Zahl der Anrufer*innen ungefähr auf dem Vorjahresniveau. Das bestätigt auch Martina Furlan. Einen konkreten Anstieg im Zusammenhang mit dem Corona-Lockdown konnte sie in Dortmund nicht erkennen.

Allerdings werden die Probleme vielfältiger, sagt sie. Besonders die Themen Einsamkeit, fehlende Austauschmöglichkeiten,  fehlende Sport und Freizeitangebote kommen vermehrt auf.  Ein großes Thema ist auch das Thema Familie, die Probleme nehmen gerade im Lockdown weiter zu, weil mehr Zeit miteinander verbracht wird, Familienmitglieder häufiger zusammentreffen und dabei Konflikte entstehen.

Dabei nehmen sich die Berater*innen am Telefon viel Zeit für die Probleme der Anrufer*innen. Das soll auch in Zukunft gewährleistet werden. Kinder und Jugendliche sollen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt werden, ohne ausgelacht zu werden oder dass ihre Probleme als nichtig abgetan werden. Kinder und Jugendliche außerhalb von Deutschland haben zusätzlich die Möglichkeit, über kostenlose Online-Beratungen per E-Mail oder Chat Kontakt aufzunehmen. Mehr Infos online (siehe Anhang des Artikels).

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Weitere Informationen:

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3 Gedanken über “Ein offenes Ohr für Kids in der Krise: „Nummer gegen Kummer“ sucht ehrenamtliche Verstärkung in Dortmund

  1. Jugendwerk der AWO bietet Fahrten, Aktionen und neue Freundschaften nach dem Lockdown (PM Bezirksjugendwerk der AWO Westliches Westfalen)

    Jugendwerk der AWO bietet Fahrten, Aktionen und neue Freundschaften nach dem Lockdown

    Die Situation der Corona-Virus-Pandemie und die hiermit verbundenen Einschränkungen sorgen für massive Einschnitte im Leben von Kindern und Jugendlichen. Junge Menschen vermissen den Kontakt zu Gleichaltrigen und Freiräume, in denen sie ihre Freizeit selbst aktiv gestalten können.

    Das Bezirksjugendwerk der AWO Westliches Westfalen bietet 2021 ein vielfältiges Bildungs- und Freizeitenangebot für junge Menschen verschiedener Altersgruppen an. Zudem existieren im Gebiet Westliches Westfalen elf selbstorganisierte Jugendgruppen, die Freizeitangebote von jungen Menschen für junge Menschen vor Ort gestalten.

    „Wir wollen allen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, bei unseren Angeboten frei und kreativ mit anderen zusammenzukommen. Hierbei ist uns wichtig, dass es neben Freizeitangeboten wie unseren Ferienfreizeiten und Ausflügen auch Bildungsangebote, wie unsere Gedenkstättenfahrten gibt“ sagt Maurice Lehnen, ehrenamtlicher Vorsitzender des Bezirksjugendwerks der AWO Westliches Westfalen.

    Auch für 2021 hat das Jugendwerk der AWO im Westlichen Westfalen ein Programm aus Bildungs- und Freizeitangeboten aufgelegt. Bei der im April anstehenden Ausbildung zur Leitung von Jugendgruppen (JuLeiCa) sollen junge Menschen ab 16 Jahren das Handwerkszeug erlernen, um zukünftig selbst Angebote für Kinder und Jugendliche zu begleiten.

    Eine Anmeldung zur Schulung und allen weiteren Veranstaltungen des Bezirksjugendwerks ist ab sofort auf der Buchungsplattform unter http://www.bjw-ww.de/buchungsplattform möglich. Durch die Geschäftsstelle in Dortmund wird auch gerne bei der Beantragung von finanziellen Zuschüssen beraten.

    „Kinder und Jugendliche dürfen nicht vergessen werden! Ihr Recht auf aktive Freizeit und Selbstbestimmung wollen wir mit unseren Angeboten fördern. Unsere Angebote sind hierbei selbstverständlich an den aktuellen Auflagen zur Eindämmung der Pandemie ausgerichtet“, so Lehnen abschließend.

  2. Kinderschutzbund sucht ehrenamtliche Mitarbeiter als Familienpaten oder Zeitschenker (PM Kinderschutzbund Dortmund e.V.)

    Kinderschutzbund sucht ehrenamtliche Mitarbeiter als Familienpaten oder Zeitschenker

    Der Kinderschutzbund Dortmund sucht für zwei angebotene Projekte ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

    Familienpaten

    Die ehrenamtlichen Familienpaten verbringen regelmäßig 1 x wöchentlich (ca. 3-4 Stunden) Zeit mit ihren Patenkindern und gestalten ihre Zeit in der Familie und auch außerhalb,
    dies immer abgestimmt auf die Bedürfnisse aller Beteiligten.

    Zeitschenker: Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern

    Zeitschenker verbringen regelmäßig Zeit mit ihrem Patenkind. Sie unternehmen außerhalb des familiären Umfeldes etwas mit ihnen und haben ein offenes Ohr für ihre Wünsche, Sorgen und Gefühle.

    Zu diesen Tätigkeiten gehört außerdem eine fachliche Begleitung, die einmal im Monat stattfindet.

    Zu Beginn des Projektes werden die Interessierten in einem ausführlichen Einzelgespräch informiert und durchlaufen im Anschluss eine Schulung.

    Die Schulung beginnt am 15.April und findet online statt, so dass Interessierte ein internetfähiges Endgerät brauchen.

    Weitere Infos unter:
    0231/84 79 78 0 oder per Mail an verwaltung@dksb-do.de.

  3. Der Kinderschutzbund sucht engagierte Mitarbeiter*innen (Kinderschutzbund Dortmund e.V.)

    Der Kinderschutzbund sucht engagierte Mitarbeiter*innen

    Homeschooling, fehlende Sport- und Freizeitmöglichkeiten, Zusammenleben oft auf engstem Raum, keine Unterstützung von außen: Kinder und Eltern sind durch die Coronapandemie sehr gefordert, viele wünschen sich Unterstützung!

    Mit den Familienpat*innen, die Eltern mit Babys und Kleinkindern begleiten und Zeitschenker*innen, die Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil unterstützen, hat der Kinderschutzbund zwei Arbeitsbereiche, in denen freiwillige Mitarbeiter*innen Familien praktisch und unkompliziert unterstützen können.

    Interessierte sollten wöchentlich ca. 3-4 Stunden Zeit für dieses Ehrenamt haben und bereit sein, an einer vorbereitenden Schulung, die online stattfindet, teilzunehmen. Die Pat*innen sollen ihre Arbeit in den Familien aufnehmen können, sobald die Kontaktbeschränkungen aufgehoben oder zumindest deutlich gelockert werden.

    Die Schulung findet donnerstags in den späten Nachmittags- / Abendstunden statt. Eine regelmäßige Teilnahme ist Voraussetzung für die Arbeit in den Familien. Während der ehrenamtlichen Tätigkeit findet regelmäßig eine Praxisbegleitung statt.

    Wenn Sie sich vorstellen können, in einem der beiden Bereiche mitzumachen, melden Sie sich gern per Email unter verwaltung@dksb-do.de oder telefonisch unter der Rufnummer 84 79 780.

    Wir informieren Sie gern und freuen uns auf Sie!
    Kontakt:
    Kinderschutzbund Dortmund e.V.
    Lambachstr. 4
    44145 Dortmund
    http://www.dksb-do.de
    Tel.: 0231 – 84 79 780

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