Emissionsfreie Paketzustellung in Dortmund per Lastenfahrrad

Durchweg positive Bilanz für das Mikrodepot am Ostwall nach einem Jahr Probebetrieb

Das Mikrodepot am Ostwall in Höhe des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums hat sich für die Paketdienste bezahlt gemacht. Foto: Katharina Kavermann für die Dortmund-Agentur

Die emissionsfreie Lieferung von Paketen per Lastenfahrrad hat sich als zukunftsfähige Mobilität in der Paketzustellung bewährt. Das haben die Erfahrungen nach einem Jahr Mikrodepot am Ostwall gezeigt und bei allen Beteiligten den Wunsch nach Fortsetzung geweckt, heißt es seitens der Dortmunder Stadtverwaltung. Das Mikrodepot am Ostwall wird seit Januar 2021 bis Ende Februar 2022 im Rahmen des EU-Förderprojektes Emissionsfreie Innenstadt von den Paketdiensten Amazon Logistics, DPD, GLS und UPS genutzt.

Lastenräder als sinnvoller Bestandteil der Logistikkette für die Paketdienste

Foto: Katharina Kavermann für die Dortmund-Agentur

Morgens werden Pakete für Empfänger:innen im Innenstadtbereich angeliefert und in den Containern zwischengelagert. Im Laufe des Tages werden die Pakete auf Lastenräder umgeschlagen und emissionsfrei zu den Empfänger:innen transportiert.

Aus Sicht der Paketdienste erweist sich das Mikrodepot als sinnvoller und zukunftsfähiger Bestandteil der Logistikkette. Lastenräder werden als effiziente Lösung für die letzte Meile in hochverdichteten innerstädtischen Wohnquartieren bewertet.

Durch ihren Einsatz verringert sich der Flächenbedarf sowohl im fließenden als auch im ruhenden Verkehr. Parksuchverkehr, Parken in der zweiten Reihe, Einschränkungen von Sichtbeziehungen und Verkehrsbehinderungen sowie damit einher gehende Gefahrenpotenziale werden vermieden.

Zustellung von etwa 25.000 Paketen pro Monat

Pro Monat wurden rund 25.000 Pakete ausgeliefert. Foto: Youtube-Screenshot

Die Paketzustellung per Lastenrad trägt dazu bei, Emissionen zu reduzieren. Während der Projektlaufzeit wurden rund 25.000 Pakete pro Monat in der Dortmunder Innenstadt mit emissionsfreien Lastenrädern statt mit Zustellfahrzeugen mit Verbrennungsmotor zugestellt. Wieviel Emissionen dadurch eingespart wurden, wird im Rahmen der Evaluation ermittelt.

Seit Betriebsstart im Januar 2021 haben das im Mikrodepot umgeschlagene Sendungsvolumen und die Zahl der eingesetzten Lastenräder stetig zugenommen. Während des Betriebszeitraums wurden bis zu elf Lastenräder eingesetzt.

Mittlerweile übersteigt der Platzbedarf zum sicheren Abstellen und Laden der Lastenräder, zum Umschlag der Pakete sowie zum Rangieren die Kapazitätsgrenzen des Mikrodepots am Ostwall. Damit die Paketdienstleister die Kapazitäten langfristig ausweiten können, wird die Entwicklung mehrerer Standorte erforderlich.

Vom Experiment zur zukunftsfähigen Lösung

Das Konzept des Mikrodepots am Ostwall mit mehreren Paketdienstleistern hat überzeugt: Auch zukünftig und damit unabhängig von Fördergeldern setzen die vier beteiligten Paketdienste in Dortmund auf der letzten Meile auf eine Zustellung per emissionsfreiem Lastenrad.

Was als Experiment begann, hat sich als gute und zukunftsfähige Lösung erwiesen, die von den Paketdiensten in unterschiedlichen Formen und Umfängen ohne Fördergelder weitergeführt wird. Zwei Paketdienste haben bereits eigene Lösungen mit größeren Kapazitäten gefunden bzw. umgesetzt, zwei suchen derzeit nach einer räumlichen Lösung für Paketumschlag und das Abstellen von Lastenrädern, um den emissionsfreien Lieferverkehr fortzusetzen.

Aufgrund der positiven Erfahrungen wünschen alle Beteiligten eine Fortführung des Konzeptes Mikrodepot mit mehreren Nutzer:innen. Die Kommunikation zur Standortsuche und die weitere Zusammenarbeit zum nachhaltigen Lieferverkehr zwischen Paketdiensten, Stadt Dortmund und IHK zu Dortmund wird jedenfalls fortgeführt.

Perspektivisch könnte daraus ein erneutes „multi user“ Mikrodepot (für verschiedene Anbieter) entstehen, sofern eine passende Immobilie gefunden wird.

Fortsetzung gewünscht für Deutschlands Super-Mikrodepot

Auch in der Fachwelt sowie in anderen Kommunen erfährt das Mikrodepot große Aufmerksamkeit. So wurde das Mikrodepot am Ostwall als best practice Beispiel im Jahr 2021 auf rund zehn Fachkonferenzen präsentiert und in mehreren Fachveröffentlichungen dargestellt.

Daraus ergab sich zudem ein Austausch zur City-Logistik mit Kommunen wie Aachen, Hamburg oder München. Im Rahmen der 2. Nationalen Radlogistik-Konferenz durch das HOLM (House of Logistics & Mobility) Frankfurt und den Radlogistikverband Deutschland hat die Radlogistik-Community das Dortmunder Mikrodepot am Ostwall auf Platz 1 als „Deutschlands Super-Mikrodepot“ gewählt.

Das Mikrodepot am Ostwall als Beitrag zum emissionsfreien Lieferverkehr ist eine von 16 Maßnahmen des EU-Förderprojektes Emissionsfreie Innenstadt. Die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen unterstützen das Förderprojekt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Sollte an dieser Stelle das Videofenster nicht erscheinen, bitte einmal den Browser aktualisieren. Das etwa vierminütige Video gibt Einblick in die Betriebsabläufe des Mikrodepots.

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Reaktionen

  1. Rudi

    Ein Schritt in die richtige Richtung.
    Bitte diesen Weg konsequent weitergehen.

    Vielen Dank an die Auslieferungsfahrer! Das Ausliefern ist sicher nicht ohne eine Menge Schweiß möglich, trotz Elektromotor, und es kommen sicher viele Kilometer jeden Tag zusammen.

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