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„Dortmund goes Black“ präsentiert über ein Jahr lang Arbeiten und Perspektiven Schwarzer Künstler*innen aus der Region

Aus dem „Black History Month“ wird in Dortmund ein ganzes Jahr gemacht, in dem schwarze Künstler*innen aus der Stadt und der Region, ihre Werke und Perspektiven präsentieren werden. Foto: Theater Dortmund

Afrika ist die Wiege der Menschheit. Kunst, Kultur, Literatur und Musik haben hier ihre Ursprünge und doch sind die People of Color (PoC) und ihre Arbeiten in der europäischen und deutschen Szene unterrepräsentiert und kaum sichtbar. Dies soll sich durch ein Kooperationsprojekt des Schauspiel Dortmund, des Internationalen Frauenfilmestivals Dortmund/Köln , des Dortmunder Kunstvereins und des Dietrich-Keuning-Hauses in diesem Jahr und daraufhin hoffentlich dauerhaft ändern. Unter dem Titel „Dortmund goes Black“ starten sie eine Veranstaltungsreihe, die das ganze Jahr über Künstler*innen mit afrikanischen Wurzeln, ihre Werke und Perspektiven in den Fokus rückt.  

Moh Kanim: „Ich bin jeden Tag Schwarz, nicht nur im Februar.“

Die Veranstaltungsreihe startet im traditionellen „Black History Month“, der 1926 von dem afroamerikanischen Historiker Carter Goodwin ins Leben gerufen wurde, um Errungenschaften und Perspektiven Schwarzer Menschen im Februar jeden Jahres sichtbar zu machen. ___STEADY_PAYWALL___

Schauspielintendantin und Projektleiterin Julia Wissert. Foto: Bettina Hupfeld

„Ich bin allerdings jeden Tag Schwarz, nicht nur im Februar“, so Moh Kanim, einer der teilnehmenden Künstler, der hier stellvertretend für alle anderen spricht. Dass der zeitliche Rahmen, den Carter Goodwin einst vorgab zu kurz gefasst ist, sieht auch die Intendantin des Dortmunder Schauspiels und Projektleiterin Julia Wissert so.

„Der einmonatige Rahmen ist viel zu eng begrenzt. Daher hatten wir die Idee, das Ganze auf ein Jahr auszuweiten. Im Fokus der Veranstaltungsreihe sollen Künstler*innen aus Dortmund und dem Ruhrgebiet stehen oder solche die eine enge Verbindung hierzu haben,“ erläutert sie die Idee. Es gab keine künstlerischen Vorgaben für die Bewerbungen, aus denen das letztendliche Jahresprogramm dann hervorgegangen ist.

Die Resonanz auf den „Open Call“ zur Bewerbung sei immens gewesen, so dass man sich nun letztendlich für  eine Auswahl an Künstler*innen habe entscheiden müssen. Ihre Beiträge zu „Dortmund goes Black“ sind bunt und vielseitig. So sind neben Ausstellungen Filmvorführungen und Konzerten auch Performances und Diskussionsrunden geplant, die in die regulären Programmpläne der beteiligten Dortmunder Institutionen eingewoben werden.

Ein Netzwerk losgelöst vom Filter europäischer Geschichte auf afrikanische Identität

1: 8 Minuten und 46 Sekunden lang knieten die Demonstrant*innen in Gedenken an George Floyd. 2:

Black Lives Matter-Demo in Dortmund. Foto: Mariana Bittermann

Aber „Dortmund goes Black“ soll auch mehr sein bzw. werden als eine reine Veranstaltungsreihe. Es soll langfristig ein Netzwerk für die Schwarzen Künstler*innen geschaffen werden, in dem sie sich in einem geschützten Raum, austauschen und neue Ideen und Projekte entwicklen können, „losgelöst vom Filter europäischer Geschichte auf afrikanische Identität“, wie es Linda Elsner vom Schauspiel Dortmund treffend formuliert.

Für Richard Opoku-Agyemang ist dies gar der Hauptgrund zur Teilnahme. „Was ich als künstlerischen Beitrag einbringe ist eigentlich relativ offen. Es kann musikalisch aber auch künstlerisch sein. Viel wichtiger ist mir das Knüpfen neuer Kontakte und die Vernetzung untereinander“, so der Musiker, der im Juli im Rahmen von „Dortmund goes black“ bei einem Konzert im Schauspiel und einem im DKH auftreten wird.

Unterstützt wird er hier unter anderem von Moh Kanim, der sich ebenfalls darauf freut, andere Künstler*innen kennenzulernen. „Obwohl wir alle sehr unterschiedlich sind, sind wir uns einig in der Kommunikation. Für mich ist es wichtig, dass wir alle diese gemeinsame Stimme haben“, so Kanim zu seinem Antrieb.

Deutsche Museen stecken voller Raubkunst aus der Kolonialzeit

Auch Fotografin China Hopson möchte vor allem andere Künstler*innen kennenlernen und sich vernetzen. „Mir ist es wichtig zu zeigen: es gibt uns, wir sind da. Gerade im Bereich der Fotografie sind die PoC ziemlich unterrepräsentiert. Ich selber werde meist von Redaktionen kontaktiert, wenn es sich explizit um Schwarze Themen handelt. Bei anderen Aufträgen bleibt man häufig außen vor“, erklärt Hopson die schwierige Situation.

Aktuell arbeite sie an einem Projekt zu den Themen struktureller Rassismus und Polizeigewalt. Unangenehme, gesellschaftliche Themen, die gerne totgeschwiegen oder verharmlost werden. Auch hier bietet „Dortmund goes Black“ die Möglichkeit, die Problematik gemeinsam in die breite Öffentlichkeit zu tragen und Strategien und Konzepte zu erarbeiten, um Abhilfe zu schaffen und aufzuklären.

China Hopson bietet im Rahmen von „Dortmund goes Black“ im Dezember einen Foto-Workshop im DKH an. Eine weitere kontroverse und brisante Thematik greift Clarisse Akouala im Oktober im Dortmunder Kunstverein auf. Sie lädt die Menschen zu einer postkolonialen Erzählung kolonialer Raubkunst ein. 

„Kunst war immer schwarz und kommt aus Afrika. Afrika ist die Wiege der Menschheit. Dortmund öffnet nun eine Tür aber das ändert nichts daran, dass deutsche Museen voller Kulturgüter stecken, die durch die Energie Schwarzer Menschen geschaffen wurden“, kritisiert die Künstlerin den Umgang der Deutschen mit der eigenen kolonialen Vergangenheit.

„Wir werden oftmals dazu genötigt für etwas zu stehen, was wir eigentlich gar nicht sind.“

Die Botschaft war klar - der Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus muss weitergehen. Foto: Leopold Achilles

Foto: Leopold Achilles

Dies sieht Richard Opoku-Agyemang ähnlich. „Wir PoC werden heute oftmals dazu genötigt, für etwas zu stehen, was wir eigentlich gar nicht sind.“ Dies komme dadurch, dass afrikanische Kultur durch die historische europäische Kolonialisierungsbrille betrachtet werde. „Dortmund goes Black“ biete hier die Chance sich mit dieser Geschichte eindringlich auseinanderzusetzen, die Dinge beim Namen zu nennen und an der Bewältigung dieser gemeinsamen Geschichte zu arbeiten.

„Ein Theater in Deutschland, dass sich für schwarze Künstler*innen interessiert? Das fand ich erst einmal komisch und ungewöhnlich aber ich wollte sofort unbedingt dabei sein“, fasst Musiker und Tänzer Peter Ekemba seine Motivation zur Teilnahme zusammen. Gemeinsam mit Fresher Blue wird er im Juni eine Tanzperformance im Rahmen des Pride-Festivals am Schauspiel präsentieren.

Der Veranstaltungsreigen soll noch im Februar mit einem Safer Space-Angebot für Schwarze/Nonbinary People of Color beginnen. Ein genaues Datum steht noch nicht fest. Latefa Wiersch wird eine Performance im Rahmen der Frauen-Thementage am 6. März im Schauspiel Dortmund mit anschließender Diskussion zeigen.

Veranstaltungsreihe beginnt noch diesen Monat – weitere Infos online 

Die bildende Künstlerin Sheila Elethy Kipling stellt im April im DKH aus. Princela Biya und Marny Garcia Mommertz stellen als Teil des Association of Black Artists im April die Ergebnisse ihrer Künstler*innenresidenz zu Fasia Jansen im Rahmen des Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln vor. 

Das Regisseur*innenduo Ruth Mensah und Milena Castao Kolbowski hat einen Performance Walk entwickelt, der im Mai an mehreren Terminen vom Schauspiel Dortmund angeboten wird. Oxana Chi wird zu drei Salongesprächen mit lokalen sowie internationalen Künstler*innen an das Schauspiel Dortmund einladen. 

Theresa Weber und Anys Reimann zeigen ein performatives Format zum Thema Fluidität am Dortmunder Kunstverein im Juli. Adeola Olagunjus Videoprojektionen werden im Rahmen des IFFF im November zu sehen sein. Das Archiv „Oromia Records“ wird von Fayo Said der Association of Black Artists vorgestellt und im Rahmen des IFFF diskutiert. 

James Gregory Atkinson wird im Januar nächsten Jahres zu einem Ausstellungsgespräch im Dortmunder Kunstverein einladen. Auf dem gemeinsamen Instagram Account Dortmund goes Black und mit Nutzung des Hashtag #dortmundgoesblack werden die Künstler*innen und ihre Formate gebündelt vorgestellt. „Wir haben den Grundstein gelegt, der Rest entwickelt sich durch die Künstler*innen“, macht Julia Wissert neugierig auf mehr. 

 

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4 Gedanken über “„Dortmund goes Black“ präsentiert über ein Jahr lang Arbeiten und Perspektiven Schwarzer Künstler*innen aus der Region

  1. KiKi: Safe Space und Plattform für Queer, Trans und Non-Binary Black und Person of Color im Rahmen von „Dortmund goes Black“ (PM)

    KiKi: Safe Space und Plattform für Queer, Trans und Non-Binary Black und Person of Color im Rahmen von „Dortmund goes Black“

    Im Rahmen von „Dortmund goes Black“ bietet die Künstlerin Sedami zum ersten Mal einen Safe Space am kommenden Freitag, 19. März, an. „Kiki“ kommt aus der Schwarzen Queer-Culture und bezeichnet ein Treffen unter Freunden. Der Safe Space steht für die Präsentation und Repräsentation für Queer, Trans und Non-Binary Black und Person of Color. Als Schwarze und PoC Transgender und Gender Non-Conforming Menschen sind sie vielfach von Übergriffen und Diskriminierung betroffen.

    Gemeinsam wollen sie als Empowerment wichtige Themen diskutieren und Verbindungen schaffen. Die Künstler*innen wollen jeweils am dritten Freitag jeden Monat ein solches Treffen veranstalten. Wer beim ersten KiKi Meeting am Freitag, 19. März, von 18 bis 19.30 Uhr online dabei sein möchte, kann sich unter kiki-do@gmx.de anmelden. Sedami lebt in Dortmund und Berlin als Fotografin und Studentin und arbeitet mit einem Fokus auf die Selbstrepräsentation und Identität als Schwarze Non-Binary Person.

  2. Dortmund goes Black: Oxana Chi startet mit Salongesprächen (PM)

    Dortmund goes Black: Oxana Chi startet mit Salongesprächen

    Im Rahmen von „Dortmund goes Black“ startet die Künstlerin Oxana Chi mit dem ersten ihrer drei geplanten Salongespräche am Mittwoch, 5. Mai. Die Idee der Salongespräche ist es, einen Einblick in Arbeitsweisen, Gedanken, Visionen und Hoffnungen internationaler Schwarzer Künstler*innen und deutscher Schwarzer Künstler*innen zu bekommen. Dieser Einblick wird unterstützt durch Ausschnitte aus ihrem Kunstschaffen.

    Moderiert werden die Salongespräche von der im Ruhrgebiet sozialisierten und mittlerweile in New York ansässigen Tänzerin, Choreographin und Kuratorin Oxana Chi. Das erste Salongespräch findet statt zum Thema „May Ayim, Schwester und Inspirationsquelle“. Oxana Chi lädt dazu Dr. Layla Zami, Poetin, Akademikerin und Musikerin aus Brooklyn und Paris, sowie Stefanie-Lahya Aukongo, Autorin und Kuratorin aus Berlin ein.

    Die Veranstaltung beginnt am 5. Mai um 19.30 Uhr über Zoom Webinar auf dem Blog des Schauspiel Dortmund (blog.schauspieldortmund.de). Für „Dortmund goes Black“ haben sich die vier Dortmunder Kulturinstitutionen Internationales Frauenfilmfestival Dortmund | Köln, Dietrich-Keuning-Haus, Dortmunder Kunstverein und Schauspiel Dortmund zu einem Netzwerk zusammengeschlossen.

  3. Dortmund goes Black - Interview mit Sheila Elethy Kipling Lutumba (PM Keuning.haus) Beitrags Autor

    Dortmund goes Black – Interview mit Sheila Elethy Kipling Lutumba

    Im Rahmen des vom afroamerikanischen Historiker Carter Godwin Woodson im im Jahre 1926 initiierten #BlackHistoryMonth sollen Errungenschaften und Perspektiven Schwarzer Menschen sichtbar gemacht werden. Aus der Sicht der vier Dortmunder Kulturinstitutionen – dem Schauspiel Dortmund, dem Dortmunder Kunstverein, dem Frauen* Film Fest Dortmund+Köln und dem Keuning.haus – reicht der Februar allein dafür nicht aus. Aus diesem Grund haben sie gemeinsam die ganzjährige Veranstaltungsreihe „Dortmund goes Black“ in Leben gerufen.

    Nach einem Open Call wurden 17 Künstler*innen ausgesucht und ein vielfältiges Programm bestehend aus Ausstellungen, Filmvorführungen, Installationen, Konzerten, Performances und Diskursformaten auf die Beine gestellt.

    Eine dieser Künstler*innen ist Sheila Elethy Kipling Lutumba. Sie bezeichnet sich als waschechte Dortmunderin mit Wurzeln im Kongo. Eigentlich sollte die bildende Künstlerin im April ihre Ausstellung „The Miseducation of Melanin“ zeigen. Da dies aktuell nicht möglich ist, wir Ihnen Sheila aber nicht länger vorenthalten wollen, stellen wir sie schon mal im Interview vor.

    Mit unserer Kollegin Aida Demirović-Krebs spricht die 26-Jährige über ihre Kunst, ihr Aufwachsen als Schwarzes Mädchen in Deutschland und damit leider einhergehende rassistische Erfahrungen in der Schule und darüber, wie ihr das Malen half, diese zu verarbeiten. Heute ist Sheila nämlich eine lebenslustige Powerfrau mit großen Plänen!

    Das Gespräch ist ab sofort auf unserem YouTube Kanal „Keuninghaus to Go“ unter folgendem Link zu finden: https://www.youtube.com/watch?v=tUNfvsu1rik
    .
    Sobald wir wissen, wann und unter welchen Bedingungen wir die Ausstellung durchführen können, werden wir Sie selbstverständlich darüber informieren. Bis dahin, viel Spaß beim Interview!

    Gerne können Sie diese Information weiterleiten. Doppelsendungen bitten wir zu entschuldigen.
    Mit besten Grüßen aus der Nordstadt!

  4. Dortmund goes Black: Powerfrau Sheila im Interview bei „Keuninghaus To Go“ (PM)

    Dortmund goes Black: Powerfrau Sheila im Interview bei „Keuninghaus To Go“

    Seit 1926 wird in den USA jährlich im Februar der „Black History Month“ begangen, um die Errungenschaften und Perspektiven schwarzer Menschen sichtbar zu machen. Ein Monat alleine reicht allerdings nicht aus, finden vier Dortmunder Kulturinstitutionen: Das Schauspiel Dortmund, der Dortmunder Kunstverein, das Frauen* Film Fest Dortmund+Köln und das Keuning.haus haben die ganzjährige Veranstaltungsreihe „Dortmund goes Black“ in Leben gerufen. Nach einer Ausschreibung wurden 17 Künstler*innen ausgesucht. Herausgekommen ist ein vielfältiges Programm aus Ausstellungen, Filmvorführungen, Installationen, Konzerten, Performances und Diskursformaten.

    Eine der Künstler*innen ist Sheila Elethy Kipling Lutumba, eine waschechte Dortmunderin mit Wurzeln im Kongo und eine lebenslustige Powerfrau mit großen Plänen. Eigentlich sollte die bildende Künstlerin im April im Keuning.haus ihre Ausstellung „The Miseducation of Melanin“ zeigen. Da dies aktuell nicht möglich ist, gibt es nun ein Interview mit ihr im Youtube-Kanal „Keuninghaus To Go“. Die 26-Jährige spricht mit Aida Demirović-Krebs über ihre Kunst, ihr Aufwachsen als schwarzes Mädchen in Deutschland, rassistische Erfahrungen in der Schule und darüber, wie ihr das Malen half, diese zu verarbeiten.

    Das Gespräch ist ab sofort zu finden im YouTube Kanal „Keuninghaus to Go“.
    Der Direktlink: youtube.com/watch?v=tUNfvsu1rik.

    Die Ausstellung wird nachgeholt, sobald dies wieder möglich ist.

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