
Die Forschungsarbeiten zur sechsten Mobilfunkgeneration (6G) gehen ab Januar 2026 weiter. Die TU Dortmund ist am Transferhub „6GEM+“ beteiligt, der den Übergang von der Forschung in industrielle Anwendungen vorantreiben soll. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Projekt mit bis zu 25 Millionen Euro.
Forschungstransfer für industrielle Anwendungen
In dem Projekt „6GEM+“ sollen zentrale Impulse für den Transfer der 6G-Forschung in konkrete Anwendungen entstehen. Dazu zählen unter anderem Industrieautomation, Logistik, Mobilität und Rettungsrobotik.
Standort-Sprecher Prof. Christian Wietfeld koordiniert an der TU Dortmund ein Team aus Forschenden der beiden Fakultäten für Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Informatik. Zudem ist das Centrum für Entrepreneurship & Transfer (CET) der TU Dortmund beteiligt.
Durch innovative Technologien und eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie soll 6GEM+ die Effizienz und Zuverlässigkeit von Kommunikationssystemen verbessern und neue Anwendungsmöglichkeiten in verschiedenen Sektoren erschließen.
Warum 5G für industrielle Anwendungen nicht mehr ausreicht
Der derzeitige Mobilfunkstandard 5G stößt insbesondere in industriellen Anwendungen an seine Grenzen. Für den verstärkten Einsatz mobiler Technologien, von KI-Computing und Extended Reality sind neue technische Voraussetzungen erforderlich. Dazu zählen integriertes KI-Computing, Echtzeitübertragungen, extrem geringe Latenzzeiten sowie eine sehr hohe Zuverlässigkeit.
Diese Anforderungen können mit bestehenden 5G-Systemen nicht vollständig erfüllt werden. Der Transferhub 6GEM+ setzt hier an und will die technologischen Grundlagen für den nächsten Mobilfunkstandard schaffen.
Neben der TU Dortmund ist am Standort Dortmund auch das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML beteiligt. Weitere Partner sind die Ruhr-Universität Bochum, die RWTH Aachen, die als Koordinatorin fungiert, sowie das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT. Gefördert wird das Vorhaben seit 2026 für bis zu vier Jahre durch das Förderprogramm „6G-Transfer-Hubs“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit bis zu 25 Millionen Euro.
Forschung, Erprobung und Aufbau auf bestehenden Arbeiten
Um die Vision des Projekts zu verwirklichen, wird sich die Forschung in 6GEM+ auf innovative 6G-Technologien konzentrieren, die in Laborumgebungen und großskaligen Testfeldern getestet werden. Unterstützt werden die Projektpartner:innen dabei von assoziierten Partner:innen aus der Industrie, die als Use-Case-Mentor:innen fungieren.
Diese sind entscheidend, um sicherzustellen, dass die entwickelten Technologien praxisnah sind und den spezifischen Anforderungen der Industrie gerecht werden, indem sie wertvolle Einblicke aus der realen Anwendung liefern. Mit einem klaren Fokus auf Effizienz, Sicherheit und Resilienz mobiler Kommunikationssysteme wird 6GEM+ eine einzigartige Plattform bieten, die Forschung mit praktischer Validierung verbindet.
Das Forschungsteam baut auf den Ergebnissen des Vorgängerprojekts 6GEM auf, das bis Juni 2025 ebenfalls vom Bund gefördert wurde und sich als international führender Forschungshub zur Schlüsseltechnologie 6G etabliert hat. Bereits seit 2021 arbeiten unter anderem die TU Dortmund und die Ruhr-Universität Bochum im Rahmen der Exzellenzstrategie gemeinsam als Ruhr Innovation Lab an innovativen Technologien und deren Transfer, um im digitalen Zeitalter zu einer zukunftsfähigen und resilienten Gesellschaft und Industrie beizutragen.

