
Die Dortmunder Polizei hat ein neues Gewaltschutzkommissariat eingerichtet, das ab sofort seine Arbeit aufgenommen hat. Ziel ist es, Gewaltstraftaten schneller aufzuklären, Betroffene besser zu schützen und die Ermittlungsarbeit in diesem Bereich zu bündeln. Ergänzend wurden zwei Ermittlungskommissionen gebildet, die sich auf Fälle rund um den Dortmunder Hauptbahnhof konzentrieren.
Tatserien sollen künftig schneller erkannt und verfolgt werden
Nach mehreren Jahren rückläufiger Kriminalitätszahlen verzeichnete die Dortmunder Polizei nach der Pandemie wieder einen Anstieg von Straftaten. Zwar deuten aktuelle Zahlen auf einen Rückgang im laufenden Jahr hin, doch die Gewaltkriminalität bleibt ein Schwerpunkt. Das neue Fachkommissariat soll deshalb Kräfte und Fachwissen an einer Stelle bündeln.

Die Ermittlerinnen und Ermittler bearbeiten künftig Fälle von häuslicher Gewalt, Angriffen auf Polizeibeamte sowie Gewaltdelikte von sogenannten Intensivtätern.
Durch die enge Zusammenarbeit innerhalb des Kommissariats sollen Tatserien schneller erkannt und Täter konsequenter verfolgt werden. Auch die Unterstützung der Opfer soll dadurch verbessert werden.
„Mit dem neuen Gewaltschutzkommissariat schaffen wir ein spezialisiertes Fachkommissariat, das sich gezielt mit Gewaltstraftaten befasst“, erklärt Polizeipräsident Gregor Lange. „So können wir Tatserien schneller erkennen, Täter konsequenter verfolgen und Betroffene besser schützen. Denn gerade Gewaltdelikte beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl vieler Menschen besonders stark.“
Rund um den Hauptbahnhof sollen neue Ermittlungen für mehr Sicherheit sorgen
Das neue Kommissariat sei laut Lange ein wichtiger Bestandteil des Dortmunder Sicherheitskonzepts und Ausdruck des Anspruchs, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Stadt sicherer zu machen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Umfeld des Dortmunder Hauptbahnhofs, wo es in den vergangenen Monaten vermehrt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen war.

Zwei neu eingerichtete Ermittlungskommissionen sollen dort besonders schwere Fälle bearbeiten und im Zusammenspiel mit anderen Dienststellen für mehr Sicherheit sorgen.
Dieser Bereich steht bereits seit einiger Zeit im Mittelpunkt der Präsenzkonzeption „Fokus“, bei der zusätzliche Streifen und gezielte Kontrollen für sichtbare Präsenz sorgen sollen.
Mit den neuen Ermittlungseinheiten ergänzt die Polizei diese Arbeit nun um eine kriminalpolizeiliche Komponente. Die Staatsanwaltschaft Dortmund unterstützt das Vorhaben mit drei speziell zuständigen Staatsanwältinnen, die die Verfahren in diesem Bereich begleiten. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und Justiz sollen Ermittlungen künftig noch schneller und abgestimmter verlaufen.
Gewaltschutzkommissariat ergänzt das bestehende Sicherheitskonzept in Dortmund
Das neue Gewaltschutzkommissariat ist Teil eines größeren Sicherheitskonzepts, das verschiedene Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung miteinander verbindet. Dazu gehören die Videobeobachtung an besonders belasteten Orten, die strategische Fahndung, die Präsenzkonzeption „Fokus“ sowie das Messertrageverbot, das zuletzt durch ein Gerichtsurteil bestätigt wurde.

„Das neue Kommissariat ist deshalb ein wichtiger Baustein unseres Sicherheitskonzepts – und Ausdruck unseres Anspruchs, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um Dortmund sicherer zu machen“, betont Polizeipräsident Gregor Lange.
„Mit dem zusätzlichen Schwerpunkt Gewalt ergänzen wir die Präsenzkonzeption ,Fokus‘ um eine kriminalpolizeiliche Ermittlungskomponente, die durch die enge Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft bis in die Justiz reicht.“
Durch diese Maßnahmen will die Dortmunder Polizei nicht nur Straftaten verhindern, sondern auch das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger stärken. Mit der Bündelung von Fachwissen im neuen Kommissariat und den zusätzlichen Ermittlungsstrukturen rund um den Hauptbahnhof soll die Arbeit langfristig effizienter und zielgerichteter werden.


Reaktionen
Polizeipräsidium Dortmund zieht Bilanz: Fortgesetzter Erfolg der Präsenzkonzeption FOKUS – deutliche Senkung der Fallzahlen stärkt das Sicherheitsgefühl (PM)
Die Polizei Dortmund blickt auf ein weiteres Jahr intensiver Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung und zur Steigerung der Sicherheit in der Innenstadt und der Nordstadt zurück. Die Ende 2023 getroffene Entscheidung zur Verlängerung der Präsenzkonzeption FOKUS hat sich nachweislich ausgezahlt. Mit dem klaren Ziel, die Fallzahlen nachhaltig zu senken und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu stärken, führt das Konzept nach jetziger Bewertung zu einer spürbaren Entlastung in den zentralen Stadtbereichen.
Das Konzept, welches auf einer direktionsübergreifenden Strategie aus verstärkter uniformierter Präsenz und dem Einsatz ziviler Kräfte basiert, ist seit seiner Einführung im Juni 2023 ein zentraler Element der Dortmunder Sicherheitsarchitektur. Erste Auswertungen für den Zeitraum von Dezember 2024 bis Ende November 2025 unterstreichen die Wirksamkeit der kontinuierlichen Anstrengungen: Die Gesamtzahl der registrierten Strafanzeigen im Rahmen der Konzeption ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent gesunken – von 21.840 auf 18.124. Dieser Rückgang ist besonders in den Bereichen der Straßenkriminalität und Eigentumsdelikte sichtbar, was die erfolgreiche Störung krimineller Hotspots belegt. Hervorzuheben ist dabei die Senkung der Raubdelikte: Die Fallzahlen im Kontrollbereich der PK Fokus konnten von 390 auf 347 gesenkt werden, was einer deutlichen Reduktion von über 11 Prozent entspricht und ein wichtiges Signal für die beabsichtigte Wirkung des Konzepts ist.
In der aktuellen Bilanzperiode wurden 24.310 Personalstunden in die Kontrollmaßnahmen investiert. Damit summiert sich der Gesamtaufwand seit dem Start der Konzeption im Juni 2023 auf insgesamt 56.330 Personalstunden, in denen die Einsatzkräfte eine dauerhafte Präsenz in den Schwerpunktbereichen gewährleisteten. Die polizeilichen Maßnahmen wurden allein im letzten Jahr durch 147 gezielte Schwerpunkteinsätze ergänzt, die in enger Abstimmung mit wichtigen Sicherheitspartnern wie dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) der Stadt Dortmund, dem Zoll und der Bundespolizei durchgeführt wurden. Seit dem Projektstart im Sommer 2023 wurden somit bereits insgesamt 660 Schwerpunkteinsätze erfolgreich absolviert. Diese gemeinsamen Einsätze ermöglichen ein abgestimmtes Handeln und eine effektive Bekämpfung von ordnungsrechtlichen Verstößen sowie unterschiedlichen Kriminalitätsphänomenen.
Allein im aktuellen Berichtszeitraum sprachen die Beamten und Beamtinnen 3.883 Platzverweise aus und kontrollierten 1.114 Personengruppen. Hierbei steht der gefahrenabwehrende Charakter im Vordergrund: Platzverweise werden gezielt eingesetzt, um kriminelle Strukturen nachhaltig zu stören und Ansammlungen, die als Ausgangspunkt für Straftaten dienen könnten, bereits im Vorfeld zu unterbinden. Ein signifikanter Anteil der Kontrollen betraf zudem die Raser-, Poser- und illegale Tuningszene, deren rücksichtsloses Verhalten regelmäßig zu massiven Beschwerden und Gefährdungen führt. Mit 357 gezielten Kontrollaktionen hielt die Polizei Dortmund den Druck auf diese Szene konstant hoch. Insgesamt dokumentiert die Bilanz von 1.089 Strafanzeigen und 1.018 Ordnungswidrigkeitenanzeigen im gesamten Fokus-Kontext die hohe Kontrolldichte und die Konsequenz der polizeilichen Verfolgung.
Ein besonderer Schwerpunkt lag erneut auf der Bekämpfung von Gewalt- und Drogenkriminalität. So konnten 264 Messer und waffenähnliche Gegenstände sichergestellt sowie 3.451 Einheiten von Betäubungsmitteln aus dem Verkehr gezogen werden. Zudem wurden Bargeldbeträge in Höhe von 151.544 Euro sichergestellt bzw. beschlagnahmt. Die Konzeption führte zu 270 freiheitsentziehenden Maßnahmen, darunter 139 erfolgreich vollstreckten Haftbefehlen. Doch Sicherheit entsteht nicht allein durch Repression. Ein wesentlicher Baustein der Konzeption FOKUS ist die enge Verzahnung von Kontrolle und sozialer Prävention. Gerade im Umgang mit suchtkranken Menschen oder Personen im Obdachlosenmilieu agieren die Einsatzkräfte mit Augenmaß: Sie verstehen sich auch als Brückenbauer zu den sozialen Regelsystemen der Stadt Dortmund und bereiten aktiv den Weg in bestehende Hilfsangebote. Ziel ist es, Betroffene aus der Anonymität der Straße zu holen und durch die Vermittlung an Fachstellen langfristig zur Befriedung der Quartiere beizutragen.
Dieser ganzheitliche Ansatz wird durch den direkten Austausch mit der Bevölkerung ergänzt: In 10.656 Bürgergesprächen nahmen die Beamtinnen und Beamten Sorgen und Anregungen der Menschen direkt auf. Auch für 2026 hat Polizeipräsident Gregor Lange einen Antrag zur Verlängerung der Zuteilung von Unterstützungskräften der Bereitschaftspolizei beim Ministerium des Inneren NRW gestellt. Das Ministerium entsprach diesem Antrag, sodass die Präsenzkonzeption FOKUS auch im kommenden Jahr unverändert fortgeführt werden kann.
„In diesem Jahr stellen wir fest, dass unsere strategischen Maßnahmen und die konsequente Präsenz erste wichtige Erfolge zeigen“, so Polizeipräsident Gregor Lange in seiner Bewertung. „Die Reduktion der Kriminalität um 17 Prozent sowie der massive Einsatz von über 56.000 Personalstunden sind ein deutliches Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Alle Menschen, die sich in Dortmund aufhalten, haben ein Recht darauf, sich in unserer Stadt sicher und ohne Sorge bewegen zu können. Die Verlängerung der Konzeption FOKUS ist ein klares Bekenntnis dazu, dass wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen werden.“