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Claudia Middendorf besucht das Diakonische Werk Dortmund: Austausch über den aktuellen Stand und weitere Pläne

v.l.: Uta Schütte und Anne Rabenschlag von der Diakonie Dortmund, die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung Claudia Middendorf und Sabine Kalies vom Diakonischen Werk. Foto: Tim Cocu

Claudia Middendorf, die Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung und PatientInnen hat das Diakonische Werk Dortmund und Lünen besucht. Ziel des Gesprächs war der Austausch von Informationen und Anregungen im Bereich Pflege und Menschen mit Behinderung.

Gute Arbeit aber auch Grenzen, die überwunden werden müssen

Die Pflege älterer Menschen wird ein gesellschaftlich immer wichtigeres Thema. Foto: Klaus Hartmann

Claudia Middendorf ist quasi selbst vom Fach. 23 Jahre hat sie im sozialen Bereich gearbeitet. Darunter 17 Jahre in einer Werkstatt für psychisch Kranke. Parallel verschlug es sie auch in die Politik, genauer gesagt zur CDU. Bis zum Mai 2017 war sie Abgeordnete des Landtags NRW.

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„Nicht nur diskutieren, sondern auch umsetzen“, so lautet ihr Motto, dass sie auch beim Besuch in Dortmund noch einmal wiederholt. Besonders die Themen Pflege und Inklusion liegen ihr am Herzen. „Die Diakonie hilft den Menschen zur Selbsthilfe und das ist besonders wichtig“, so Claudia Middendorf.

Trotzdem stößt die Diakonie an ihre Grenzen, besonders wenn es um die Bürokratie geht. Anne Rabenschlag, Diakonie-Geschäftsführerin, erklärt: „Erhöhungsverfahren für Hilfebedarf müssen beschleunigt werden“. Menschen hätten ein Anrecht auf Hilfen. „So sollte man nicht drei Monate auf die Bearbeitung eines Antrags warten, die Menschen brauchen direkt Hilfe“, so Rabenschlag.

Auch dürfe man die demografische Entwicklung nicht aus den Augen verlieren. Und genau deswegen sei Pflege ein gesellschaftlich wichtiges Thema. „Auch schon, um die Angehörigen zu entlasten“, sagt Anne Rabenschlag. Und genau das dürfe auch nicht durch unzureichend strukturierte Bürokratieprozesse gefährdet werden.

Es bestehen regionale Probleme bei der schulischen Ausbildung

In Olpe kamen 770 BewerberInnen auf 400 Ausbildungsplätze.

Zusätzlich existiere auch ein Problem beim Haupt- und Ehrenamt. In der Pflege sei es besonders wichtig, fachlich qualifiziertes Personal zu haben. „Deswegen ist es für uns von großer Bedeutung Weiterbildungen anzubieten, besonders auch für ehrenamtliche HelferInnen“, sagt Rabenschlag. 43 der 380 MitarbeiterInnen in der Ambulanten Pflege sind Auszubildende.

Regional stoßen aber viele gerade bei der Pflege auf schulische Ausbildungsgrenzen. Auch Middendorf bestätigt, dass es ein regionales Problem ist. „In Olpe hat es auf 400 Ausbildungsplätze in der Pflege 770 BewerberInnen gegeben“.

Grundsätzlich soll es in der Zukunft trotzdem mehr finanzielle Mittel für Träger geben, um den Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftigen zu helfen. Ziel ist nämlich, dass die Menschen nicht nur in den Werkstätten bleiben. Sie sollen auf Dauer dann weiter über Inklusionsbetriebe beschäftigt werden, bis sie schließlich in den Arbeitsmarkt eintreten können.

Aber auch hier gäbe es ein Problem. Die Inklusionsverbände hätten nur einen Altbestand. „So haben es Betriebe, die Inklusion wollen, schwer“, sagt Middendorf. Nur wenn das soziale Miteinander weiter gestärkt und konstruktive Ideen und Anregungen vorgebracht würden, dann wäre man einen Schritt weiter bei der Inklusion. Und genau dann seien wir auch einen Schritt weiter Richtung menschengerechte Bürgergesellschaft.

 

 

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