Am Internationalen Frauentag erhält das Frauencafé im Gast-Haus den Dr. Edith Peritz-Preis

Gleichstellungspreis für die Ökumenische Wohnungslosen-Initiative e.V.

Gruppenfoto in der Bürgerhalle
Im Rathaus (v.l.): Referentin Katrin Lichterfeld, Ulrike Weber( SI Club), Referentin Rahime Sayin, Katrin Kieseier (Gleichstellungsbüro), Gleichstellungsbeauftragte Maresa Feldmann, OB Alexander Kalouti, Catrin Groth (Gesang) und Christian Hammer (Gitarre). Foto: Stephan Schuetze für die Stadt Dortmund

Für sein herausragendes Engagement für wohnungs- und obdachlose Frauen wurde der Dortmunder Verein Gast-Haus Ökumenische Wohnungslosen-Initiative e.V. am Weltfrauentag (8. März) mit dem Dr. Edith Peritz-Preis 2026 ausgezeichnet. Prämiert wurde das Frauencafé, das Frauen einen geschützten Raum bietet und Sicherheit, Stabilität und Selbstbestimmung ermöglicht.

Preisübergabe am Internationalen Frauentag im Dortmunder Rathaus

Der mit 1.500 Euro dotierte Gleichstellungspreis wird jährlich vom Soroptimist International Club Dortmund RuhrRegion gemeinsam mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund verliehen. Er ehrt Projekte und Organisationen, die sich in besonderer Weise für die Rechte von Mädchen und Frauen einsetzen.

Oberbürgermeister Alexander Kalouti würdigte die Arbeit der Mitarbeiterinnen im Frauencafé. Foto: Stephan Schuetze für die Stadt Dortmund

Bei der Preisübergabe am Internationalen Frauentag im Dortmunder Rathaus überreichte Oberbürgermeister Alexander Kalouti die Auszeichnung an Geschäftsführerin Katrin Lauterborn. Kalouti würdigte in seiner Laudatio das langjährige Engagement der Organisation.

Katrin Lauterborn nahm den Preis stellvertretend für das Team des Gast-Hauses entgegen und dankte in einer bewegenden Rede für die Auszeichnung mit dem Edith-Peritz-Preis. Die Ärztin Dr. Edith Peritz hatte 1930 in Berlin den deutschlandweit ersten Soroptimist International Club berufstätiger Frauen gegründet.

Zwei Jahre zuvor war sie die erste Frau, die in Berlin eine Niederlassung als Ärztin für Ästhetische Chirurgie erhielt. Einer ihrer Nachfahren, Joseph Pearce, war gemeinsam mit seiner Schwester Elisabeth aus Antwerpen angereist, um der Ehrung persönlich beizuwohnen.

Ein Ort, um zur Ruhe zu kommen

Das Frauencafé bietet einen Ort, an dem Frauen zur Ruhe kommen. Hier können sie sich austauschen und stärken – frei von Übergriffen, Rechtfertigungsdruck und erneuter Stigmatisierung.  An zwei Tagen in der Woche bietet das Frauencafé klare Schutzstrukturen und trägt wesentlich dazu bei, Vertrauen aufzubauen und (Re-)Traumatisierungen zu vermeiden.

Dr. Edith Peritz-Preis ist an das Frauencafé im Gast-Haus verliehen worden. Foto: Stephan Schuetze für die Stadt Dortmund

Die Mitarbeitenden senken Hemmschwellen, bauen Vertrauen auf und eröffnen Frauen einen Zugang zu weiterführenden Hilfen, insbesondere zur Sozialberatung.

Die kontinuierlich steigende Zahl der Teilnehmerinnen zeigt deutlich: Das Angebot wird angenommen und als wertvoll erlebt. Mit dem Preisgeld soll das Frauencafé auch an weiteren Tagen regelmäßig öffnen.

Ins Leben gerufen wurde das Frauencafé vom Gast-Haus, um wohnungs- und obdachlosen Frauen einen geschützten Raum zu bieten.

Viele von ihnen sind im Dortmunder Stadtbild kaum sichtbar – ihre Notlagen bleiben oft verborgen. Aus Scham, Angst oder aufgrund von Gewalterfahrungen meiden sie bestehende Hilfesysteme und machen sich bewusst unsichtbar.

Für alle Frauen in prekären Lebenslagen

Das Frauencafé steht allen Frauen in prekären Lebenslagen offen – etwa älteren Frauen mit sehr geringer Rente, Frauen mit ungeklärten Leistungsansprüchen, psychisch belasteten oder drogengebrauchenden Frauen sowie Frauen, deren Situation sich durch Schwangerschaft, Mutterschaft oder das Verlassen gewaltvoller Beziehungen zusätzlich verschärft.

Katrin Lauterborn (2.v.l.) vom Gast-Haus nahm den Preis für das Team vom Projekt Frauencafé entgegen. OB Alexander Kalouti, Ulrike Weber (l.), Präsidentin vom Soroptimist Club Dortmund RuhrRegion, und Gleichstellungsbeauftragte Maresa Feldmann gehörten zu den Gratulanten. Foto: Stephan Schuetze für die Stadt Dortmund

Maresa Feldmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dortmund, betont: „Mit dem Frauencafé entsteht ein Ort, der Frauen stärkt und ihnen neue Perspektiven eröffnet. Solche Angebote sind ein wichtiger Baustein für eine solidarische Stadtgesellschaft. Wir freuen uns sehr, mit dem Dr. Edith Peritz-Preis ein so wegweisendes Angebot auszeichnen zu können.“

Ulrike Weber, Präsidentin des Soroptimist International Club Dortmund RuhrRegion: „Gerade Frauen ohne Wohnung sind besonders häufig von Gewalt betroffen. Das Frauencafé setzt hier ein starkes Zeichen: Es schafft Schutz, Vertrauen und konkrete Hilfe.“

HINTERGRUND: Das ist das Gasthaus

  • Das Gast-Haus ist eine Initiative aus Dortmund, die Obdachlosen, Wohnungslosen und Menschen an der Armutsgrenze an 365 Tagen gastlichen Raum anbietet, aus dem sie nicht vertrieben werden – die Menschen sind hier willkommen.
  • Neben Mahlzeiten gibt es dort saubere Toiletten und Duschen.
  • Die Menschen können  auch Kleider und Hygieneartikel bekommen.
  • Medizinische Hilfe erhalten die Gäste ebenso wie eine Sozial- und Rechtsberatung.
  • Gegründet wurde das Gast-Haus 1995.

Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

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