Die Dortmunder Polizei vermutet keinen politischen Hintergrund:

Alle Scheiben zerstört: Vier Attacken auf die beliebte Musik- und Kulturkneipe „Missin’ Link“

Zum wiederholten Mal wurden die Fenster der Musik- und Kulturkneipe im Kreuzviertel zerstört.
Zum wiederholten Mal wurden die Fenster der Musik- und Kulturkneipe in der Innenstadt zerstört.

Fassungslosigkeit, aber auch Entschlossenheit zeigt das Team des „Missin’ Link“: Die beliebte Musik- und Kulturkneipe in der Langen Straße ist binnen von zehn Tagen inzwischen vier (!) Mal attackiert und die Glasfront wiederholt zerstört worden. Über den Grund tappen die Betreiber:innen noch im Dunkeln. Ein politisches Motiv wird bisher ausgeschlossen.

Die neuen Fenster wurden eine Woche später auch zerstört

Am Morgen des 7. November 2022 hatten Zeugen die Polizei informiert, dass bei der Kneipe alle Scheiben eingeschlagen worden waren. Das Team und die gerufene Glaserei setzten erst provisorische Scheiben ein und erneuerten sie dann in den Folgetagen.

Zum wiederholten Mal wurden die Fenster der Musik- und Kulturkneipe im Kreuzviertel zerstört.

Doch die Freude hielt nicht lange: Am 16. November wurde die Glasfront erneut zerstört. Die wachsame Nachbarschaft hatte um 4.49 Uhr die Polizei gerufen, weil sich verdächtige Personen im Umfeld aufhielten. Als die Einsatzkräfte eintrafen, waren die neuen Fenster erneut zerstört.

„Unsere Nachbarschaft und das Team Missin’ Link sind fassungslos. Die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen. Uns bleibt nicht anderes übrig als abzuwarten, dass diese feigen Taten aufgeklärt werden“, betont Inhaberin Nhu Thanh Nguyen, die mit ihrem Mann die Kneipe im Jahr 2015 übernommen hat.

Die Polizei schließt einen politischen Hintergrund aus

Die Scheiben wurden abermals erneuert. Mittlerweile hat ihr Mann Thanh Hau Nguyen zusätzlich auch Scheibenschutz installiert, eine Videoüberwachung und auch die Rollläden werden mittlerweile genutzt. Am Donnerstag gab es einen dritten Zwischenfall, bei der aber nur eine Scheibensicherung beschädigt wurde.

Zum wiederholten Mal wurden die Fenster der Musik- und Kulturkneipe im Kreuzviertel zerstört.

„Wir haben gefühlt seit zehn Tagen nicht mehr geschlafen, weil wir andauernd von der Polizei geweckt werden“, klagt das Ehepaar. Doch beugen wird man sich den Angreifer:innen nicht: „Wir werden weiter für unsere Gäste aufmachen.“

Ein politischer Hintergrund ist – anders als beim „Taranta Babu“, welches am 26. Oktober attackiert wurde – beim „Missin’ Link“ nicht wahrscheinlich: „Wir sind eine neutrale unpolitische Kneipe. Bei uns gibt es keine politischen Lesungen oder ähnliches und wir haben uns nie politisch geäußert“, betont die Betreiberin. Es gab keine Bedrohungen, kein Bekennerschreiben oder Schriftzüge an den Wänden – wir tappen im Dunkeln.“ 

„Beim Missin’ Link ist eine politisch motivierte Straftat nicht erkennbar. Es gibt Zeugenaussagen, die was gesehen und gehört haben, was die Annahme rechtfertigt, dass dieser Hintergrund ausscheidet“, betont Polizeisprecher Peter Bandermann. Weiter ins Detail gehen möchte er aber (noch) nicht. Denn wie beim „Taranta Babu“ dauern auch beim „Missin’ Link“ die polizeilichen Ermittlungen noch an.


UPDATE 1 (18.11./16.50 Uhr):

Am Freitagmittag entdeckte Thanh Hau Nguyen hinter dem Haus die Folgen einer vierten Attacke: Dabei wurden vier Küchenfenster eingeschlagen. „Ich kommen kaum mehr hinterher, Anzeige zu erstatten“, seufzt der Betreiber. Doch ein Ende der Angriffsserie zeichnet sich ab: Offenbar verdächtigt die Polizei einen ehemaligen Mitarbeiter – offiziell wird das aber noch bestätigt.

UPDATE 2 (24.11./11.50 Uhr):

Die Ermittlungen in allen Fällen dauern noch an. Bislang ist kein Tatverdächtiger identifiziert.

 

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