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Aktion des Schauspielhauses gegen Neonaziaufmarsch: Mit Spiegelbarrikaden gegen den sog. „Tag der deutschen Zukunft“

Die spielerischen Aktionen sind nicht nur wirkungsvoll und bildgewaltig - sie machen auch viel Spaß.

Die spielerischen Aktionen sind nicht nur wirkungsvoll und bildgewaltig – sie machen auch viel Spaß.

Neonazis aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland wollen am 4. Juni 2016  in Dortmund demonstrieren. Sie rufen zum sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ auf. Dagegen wird es vielfältige Proteste geben. Eine ganz besondere Aktion organisiert das Schauspiel Dortmund im Zusammenspiel mit vielen zivilgesellschaftlichen Gruppen.

Künstlerkollektiv Tools for Action organisiert eine „Spiegelbarrikade“

Mit den Luftwürfeln lassen sich spielend leicht Barrikaden errichten.

Mit den Luftwürfeln lassen sich spielend leicht Barrikaden errichten. Fotos: Alex Völkel

Gemeinsam mit dem Künstlerkollektiv Tools for Action planen sie eine „Spiegelbarrikade“. Erste Einblicke gab es jetzt.

Sie wollen so in der Stadt ein deutliches Zeichen des Widerspruchs gegen Rassismus und Antisemitismus setzen – mit Hilfe von aufblasbaren Barrikaden, die künstlerisch irgendwo in der Tradition von Andy Warhols Silver Clouds und Christos „Land-Art-Projekten“ liegen.

Im Mai lädt der Künstler Artúr van Balen von der Künstlergruppe Tools For Action jeweils samstags und sonntags ins Foyer des Schauspielhauses – in einer angenehmen Atmosphäre, die zum Kennenlernen und Austauschen anregt.

Workshops für Interessierte und Schulklassen zum Bau der Spiegelwürfel im Schauspiel

Mit den Würfeln wollen die Dortmunder ein Zeichen gegen den Neonaziaufmarsch setzen.

Mit den Würfeln wollen die Dortmunder ein Zeichen gegen den Neonaziaufmarsch setzen.

Über den Zeitraum von einem Monat baut die Dortmunder Zivilgesellschaft dutzende aufblasbare Würfel (1,5m x 1,5m), die am 4. Juni 2016 in Dortmund zur aufblasbaren Barrikade werden.

Sie sind ein zentraler Teil der Protestaktionen gegen den von Neonazis bundesweit ausgerufenen sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“.

Das besondere an dem Projekt: Den ganzen Mai über wird die Dortmunder Zivilgesellschaft eingeladen sein, in einer eigens dafür eingerichteten Werkstatt im Schauspielhaus an den aufblasbaren Würfeln mitzubauen.

Möglich ist das für Einzelpersonen und Gruppen. Hinzu kommen 14 Workshops an Schulen – das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ koordiniert diese Schulaktivitäten.

Sponsoren für das ungewöhnliche Projekt gesucht – Crowdfunding startet im Mai

Die Würfel lassen sich in maximal zwei Minuten aufpusten und sind mobil einsetzbar.

Die Würfel lassen sich in zwei Minuten aufblasen und sind mobil.

Vor dem Theater und auf der Katharinentreppe gab es jetzt einen ersten Vorgeschmack, wie man mit den großen Luftwürfeln arbeiten und sie einsetzen kann. Für das Projekt werden noch Sponsoren gesucht. Im Mai startet dann auch eine Crowdfunding-Kampagne.

Möglich wird sein, nicht nur selbst mitzubauen. Wer will kann auch „Patenschaften“ übernehmen und  – wie bei den Stolpersteinen – die Finanzierung des Materials für die Würfel übernehmen.

Mehr Informationen zu den Künstlern und dem projekt  unter www.toolsforaction.net. Das Crowdfunding-Projekt ist auch auf Facebook.

Die Termine:

SA, 07. MAI 2016 – SO, 08. MAI 2016 – SA, 14. MAI 2016 – SO, 15. MAI 2016 – SA, 21. MAI 2016 – SO, 22. MAI 2016 – SA, 28. MAI 2016 – SO, 29. MAI 2016

Die offenen Workshops finden jeweils von 11 bis 18 Uhr im Foyer des Schauspielhauses statt. Der Eintritt ist frei.Infos und Anmeldung: spiegelbarrikade@theaterdo.de.

Hier gibt es noch ein Video zum Training mit den Würfeln:

(Falls sich das Video nicht darstellt, bitte das Browserfenster neu laden)

Fotoimpressionen vom Training gibt es hier:

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Ein Gedanke zu “Aktion des Schauspielhauses gegen Neonaziaufmarsch: Mit Spiegelbarrikaden gegen den sog. „Tag der deutschen Zukunft“

  1. DKP Dortmund Beitrags Autor

    Erklärung zum geplanten Nazi-Treffen mit dem Titel „Tag der deutschen Zukunft“ am 4. Juni in Dortmund

    Der angemeldete neuerliche Aufzug von alten und neuen Nazis aus der ganzen Republik und dem Ausland in ihrer ‚Hochburg‘ Dortmund darf nicht unwidersprochen bleiben. Hier soll ein weiteres Mal demonstriert werden, wohin die Faschisten den bürgerlich-demokratischen Staat treiben wollen. Sie propagieren eine Zukunft, die an der Zerstörung der Weimarer Republik und am deutschen Faschismus, an seinem Hass auf Demokratie und seinem Rassismus, an seiner zynischen Ideologie und seiner mörderischen Praxis anknüpft.

    „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ – diesen Konsens im befreiten Deutschland verhöhnt die Anmeldung. Mit wachsendem Abstand vom 8. Mai 1945 war dieses Einverständnis und die Notwendigkeit des Kampfes für seinen Erhalt zunehmend beiseitegeschoben worden – entstanden waren politische Gleichgültigkeit und Verharmlosung gegenüber dem Wiederaufleben der verbrecherischen Ideologie und Praxis und Verstrickung staatlicher Dienste mit ihren Parteien und Terrorgruppen. Nur in solchem Klima konnten ‚Hochburgen‘ der Nazis entstehen und bestehen.

    Wir rufen dazu auf, dem für den 4. Juni angemeldeten realen Spuk mit allen demokratischen Mitteln entgegenzutreten – zu ihnen gehört auch ziviler Ungehorsam, wenn Politik, Polizei und Justiz das nach Artikel 139 GG angesagte Verbot nicht durchsetzen. Faschismus in Ideologie und Praxis ist auch versammlungsrechtlich kein schützenswertes Gut, sondern ein grundsätzlich verfolgenswertes Verbrechen! Am Widerstand und ggf. notwendigen Ungehorsam der Zivilgesellschaft am 4. Juni werden wir uns beteiligen.
    Wir fordern das Verbot der geplanten Volksverhetzung und beantragen es hiermit.

    gez. Wolfgang Richter für den Kreisvorstand der DKP Dortmund

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