Quiet Earth im Gasthaus Hufeisen: Dortmunder Art-Rock Band begeistert mit neuem Album

Knapp 70 Zuschauer:innen erleben 45 Minuten „After the Shadows”

Sänger Roland Paroth, Bassist Andreas Kuhlmann und Gitarrist Roland Bischof standen ganz vorne und sorgten für Stimmung im Gasthaus Hufeisen.
Foto: Thore Flottmann Sänger Roland Paroth, Bassist Andreas Kuhlmann und Gitarrist Roland Bischof standen ganz vorne und sorgten für Stimmung im Gasthaus Hufeisen.

Die Dortmunder Art-Rock Band Quiet Earth spielte im Gasthaus Hufeisen selbst komponierte Stücke ihres neuen Albums „After the Shadows“. Zu dieser Premiere erschienen knapp 70 Zuschauer:innen, die bei Getränk und einer Schale Pommes den Songs der fünf Männer lauschten.

Von wippenden Zuschauer:innen und Vinylschallplatten

„Wir spielen ja nur eine Dreiviertelstunde“, sagte Bassist und Cellist Andreas Kuhlmann zu Beginn des Konzerts, doch diese 45 Minuten hatten es in sich. Mit Schlagzeug, Bass, E-Gitarre, Keyboards und Gesang brachte Quiet Earth sofort Stimmung in den Schankraum des Gasthauses.

Nicht selten wippten die Zuschauer:innen mit dem Kopf, den Füßen oder mit der Hand auf den Tisch, doch auch für die stillen Genießer der Musik war etwas dabei.

Der erste Song „Your Choice“ dauert „nur“ fünf Minuten und könnte mit kräftigen Schlagzeugbeats und einer schnellen Gitarre auch ein Radio-Hit sein. Besonders an diesem Stück ist, dass er nur auf der CD des neuen Albums zu finden ist.

Neben der CD bietet Quiet Earth nämlich auch Vinylschallplatten ihres Albums an. „Es hat einfach nicht mehr draufgepasst“, sagt Sänger Roland Paroth dazu lächelnd. Doch warum passt ein fünfminütiger Song nicht mehr auf die Platte?

Alternative Stücke und „keinerlei Rücksicht auf verkaufsfördernde Aspekte“

Grund für die Exklusivität von „Your Choice“ ist nicht das Stück selbst, sondern die vier anderen Songs, die es ins Album geschafft haben. Zwei dieser Stücke dauern nämlich zusammen ganze 36 Minuten. Mit „My God of Fate“, das eine Viertelstunde füllt, bespielt die Band verschiedene Musikrichtungen in einem Song. Von schaurigen Keyboard-Tönen, die der Musik in einer Geisterbahn ähneln, zu Teilen, die auch beim Wacken Open Air laufen könnten, ist alles dabei.

Manchmal hörte Sänger Roland Paroth auch einfach nur zu, wenn seine Kollegen Passagen spielten, die zu Musik in einer Geisterbahn passten.
Foto: Thore Flottmann Manchmal hörte Sänger Roland Paroth auch einfach nur zu, wenn seine Kollegen Passagen spielten, die zu Musik in einer Geisterbahn passten.

Andreas Kuhlmann produziert und mischt die Musik seiner Band und sagt zu dieser alternativen Länge eines Songs der Musiker-Website Backstage Pro: „Wir haben keinerlei Rücksicht auf verkaufsfördernde Aspekte der aktuellen Musikszene genommen.“ Der Gitarrist Roland Bischof ergänzte dazu, die Musik sei so geworden, weil sich die Band von ihrem Geschmack und ihren Emotionen leiten lasse.

Und genau so lässt sich die Musik der fünf zusammenfassen. Jede Zuschauerin und jeder Zuschauer spürt, dass diese Songs für die Band etwas Besonderes sind, und selbst beim längsten Stück „Shadow of Death“ ist 21 Minuten Ruhe im Gasthaus. Selbst als das Licht einer Deckenlampe durch die Musik zum Zittern gebracht wurde, ließ die Aufmerksamkeit auf die Band nicht nach.

Musik verbindet

Zum Ende gibt es Standing Ovations von den Zuschauer:innen und das Fordern einer Zugabe. Selbst als diese beendet ist, geht zuerst niemand.

Zum Schluss gab es Standing Ovations für Quiet Earth.
Foto: Thore Flottmann Zum Schluss gab es Standing Ovations für Quiet Earth.

Die Band verweist auf ihren Verkauf des neuen Albums am Ausgang als CD oder in Vinyl und mischt sich dann selbst unter die anwesenden Menschen, um über den Abend zu sprechen.

Überall bilden sich kleine Gruppen, die bei dem ein oder anderen Kaltgetränk die Geschehnisse Revue passieren lassen. Doch das Wichtigste dabei ist, dass alle glücklicher aussehen als zwei Stunden vorher. Und genau deswegen hat auch dieser Abend mal wieder bewiesen: Musik, egal wie alternativ sie sein mag, verbindet Menschen und macht sie glücklich.


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