
Mit einem interaktiven Theaterprojekt stärkt die Stadt Dortmund Kinder und Jugendliche gegen Ausgrenzung und digitale Schikane. Insgesamt erlebten mehr als 1.800 Schüler:innen und Lehrkräfte drei Doppelaufführungen des Kölner Ensembles „Comic On!“. Auf der Bühne und in anschließenden Gesprächsrunden erarbeiteten die Klassen konkrete Hilfen für Konflikte auf dem Schulhof und in Chatgruppen. Angesichts von 900 Kindern auf der Warteliste soll das städtische Angebot zeitnah fortgeführt werden.
Bühnenstücke machen digitale Ausgrenzung emotional greifbar
Das Präventionsprojekt ist eine Kooperation des Gesundheitsamtes, des Fritz-Henßler-Hauses und des Teams Smart City Dortmund. Auf dem Spielplan standen die altersgerechten Stücke „r@usgemobbt.de“ für die Klassen 3 bis 5 sowie „r@usgemobbt 2.0“ ab der 6. Klasse.

Die Inszenierungen zeigten anschaulich, wie aus vermeintlichen Scherzen schnell handfestes Cybermobbing über soziale Medien wird. Die rund 45-minütigen Vorstellungen bezogen das junge Publikum im Saal direkt und emotional in das Bühnengeschehen ein.
Die Kinder fieberten sichtbar mit den Figuren mit, kommentierten Szenen mit Zwischenrufen und tanzten bei Musikpassagen mit. Dadurch blieben die Inhalte nicht abstrakt, sondern spiegelten die tatsächliche Lebenswelt der Heranwachsenden wider.
Das Interesse an den Vorstellungen überstieg die verfügbaren Raumkapazitäten im Vorfeld deutlich. Rund 900 weitere Schulkinder standen auf der Warteliste und konnten bei den aktuellen Terminen nicht berücksichtigt werden. Die beteiligten städtischen Stellen werten diese enorme Resonanz als Beleg für den hohen Bedarf an praxisnaher Aufklärungsarbeit.
Theaterpädagogik und Fachnetzwerk DoNeM bieten konkrete Hilfen
Direkt nach dem Vorhang vertieften Theaterpädagog:innen das Gesehene in gemeinsamen Gesprächsrunden mit den Klassen. Im Mittelpunkt standen ganz praktische Alltagsfragen: Was tun bei eigener Betroffenheit, wie lässt sich Mitschüler:innen beistehen und wer hilft weiter?

Zudem erhielten die Kinder einfache Ratschläge, wie sie persönliche Bilder und Daten im Netz wirksam schützen können. Aufgrund des Erfolgs planen Gesundheitsamt, Jugendfreizeiteinrichtung und Smart-City-Team bereits eine Neuauflage der Theaterreihe.
Ziel ist es, Kindern frühzeitig beizubringen, Mobbingmuster rechtzeitig zu durchschauen und Mitschüler:innen nicht allein zu lassen. Zugleich sollen Schulen kontinuierlich für einen sicheren Medienumgang sensibilisiert werden.
Als dauerhafte Schnittstelle verweist die Verwaltung auf das städtische Portal des Dortmunder Netzwerks Medienkompetenz (DoNeM). Auf dieser Webseite finden Lehrkräfte, Fachpersonal und Familien weiterführende Beratungsangebote sowie konkrete Hilfestellungen zu Cybermobbing. Die Stadt will damit auch abseits der Bühne verlässliche Anlaufstellen für Betroffene bieten.
Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

