
Aus Anlass des dritten Jahrestages des Terrorangriffs in Israel am 7. Oktober 2023 organisiert das Netzwerk zur Bekämpfung von Antisemitismus in Dortmund unter dem Motto „Gemeinsam gegen Antisemitismus“ im Oktober und November 2026 erstmals ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm. Mit Lesungen, Vorträgen und Workshops möchten die beteiligten Organisationen an die Ereignisse des 7. Oktober und ihre Folgen erinnern, über aktuelle Entwicklungen informieren und Raum für Austausch schaffen.
Der schwerste antisemitische Gewaltakt seit der Shoah
Am 7. Oktober 2023 wurden während des jüdischen Feiertags Simchat Tora mehr als 1.200 Menschen ermordet und mehr als 250 Menschen als Geiseln genommen.

In den vergangenen Jahren hatte das Netzwerk anlässlich des 7. Oktober eine Gedenkkundgebung organisiert. Mit dem diesjährigen Programm findet die Auseinandersetzung mit dem Thema ein neues Format – im Mittelpunkt stehen sowohl die Folgen des Terrorangriffs für die Betroffenen als auch die Entwicklungen, die seither weltweit und in Deutschland zu beobachten sind.
„Der 7. Oktober 2023 war eine tiefgreifende Zäsur – für die Menschen in Israel, für Jüdinnen und Juden in Dortmund und weltweit, aber auch für unsere Gesellschaft“, erklärt Micha Neumann, Koordinator des Netzwerks.
„Das Massaker und seine Folgen haben tiefe Spuren hinterlassen. Zugleich hat sich eine neue Dimension des Antisemitismus gezeigt, die bis heute anhält. Mit unserer Veranstaltungsreihe möchten wir an die Taten des 7. Oktobers erinnern, über dessen Folgen informieren sowie Räume für eine antisemitismuskritische Auseinandersetzung schaffen.“
Von Zeitzeugengesprächen über Fachvorträge bis zu politischen Entwicklungen in Israel
Das Programm beginnt am 1. Oktober im BORUSSEUM mit einem Zeitzeugengespräch: Unter dem Titel „Der 7. Oktober im Kibbuz Kfar Aza“ berichten Rona und Ayelet Epstein über ihre persönlichen Erfahrungen und die Geschichte ihrer Familie. Ihr Angehöriger Netta Epstein, Fußballenthusiast und BVB-Fan, wurde beim Angriff der Hamas auf den Kibbuz Kfar Aza ermordet.
Am 8. Oktober widmet sich ein Workshop der Beratungsstelle ADIRA dem Thema „Israelbezogener Antisemitismus als pädagogische und gesellschaftliche Herausforderung“ und richtet sich an pädagogische Fachkräfte sowie Mitarbeitende aus Bildungs-, Sozial- und Jugendeinrichtungen. Am selben Abend spricht Jörg Rensmann, Leiter der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen, über „Der 7. Oktober – Trauma und Fanal“.
Am 12. Oktober spricht Journalist und Buchautor Igal Avidan in der Auslandsgesellschaft über die Parlamentswahl in Israel und den Kampf um die demokratische Zukunft des Landes. Am 14. Oktober liest Hanna Veiler, Präsidentin der European Union of Jewish Students, aus ihrem Buch „Jung, jüdisch, wütend. Unser Ringen um eine Zukunft in Deutschland“ und spricht über junges jüdisches Leben und wachsenden Antisemitismus.
Den Abschluss bildet am 12. November ein Vortrag von Daniel Freitag im Stadtarchiv Dortmund. Unter dem Titel „Liken, sharen, hassen? Religiöser Antisemitismus auf Social Media“ spricht der Wissenschaftler über Antisemitismus und Verschwörungsmythen in digitalen Räumen.
Zeil: Wir möchten unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen“
„Die Veranstaltungsreihe macht deutlich, dass die Erinnerung an den 7. Oktober und die Auseinandersetzung mit seinen Folgen nicht voneinander zu trennen sind“, so Neumann weiter.

„Wir möchten unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen: persönliche Erfahrungen, politische Analysen, pädagogische Fragen und die Lebensrealität von Jüdinnen und Juden in Deutschland. Antisemitismus zu erkennen und ihm entgegenzutreten, bleibt eine gemeinsame Aufgabe“, betont der Netzwerk-Koordinator.
Alle Dortmunder*innen sind eingeladen teilzunehmen. Der Eintritt ist grundsätzlich kostenfrei, für einen Teil der Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich.
Die Veranstaltungsreihe im Überblick:
- 1. Oktober, 19:09 Uhr: „Der 7. Oktober im Kibbuz Kfar Aza“ – Zeitzeugengespräch mit Rona und Ayelet Epstein, BORUSSEUM, Strobelallee 50 (Anmeldung erforderlich)
- 8. Oktober, 10 bis 15 Uhr: „Israelbezogener Antisemitismus als pädagogische und gesellschaftliche Herausforderung“ – Workshop mit ADIRA, Jüdische Gemeinde Dortmund, Prinz-Friedrich-Karl-Straße 9 (Anmeldung erforderlich)
- 8. Oktober, 18 Uhr: „Der 7. Oktober – Trauma und Fanal“ – Vortrag mit Jörg Rensmann, Jüdische Gemeinde Dortmund (Anmeldung erforderlich)
- 12. Oktober, 18 Uhr: „Parlamentswahl in Israel – ein Kampf um die Demokratie“ – Vortrag mit Igal Avidan, Auslandsgesellschaft, Steinstraße 48 (Anmeldung erforderlich)
- 14. Oktober, 19 Uhr: „Jung, jüdisch, wütend. Unser Ringen um eine Zukunft in Deutschland“ – Lesung und Gespräch mit Hanna Veiler, Jüdische Gemeinde Dortmund (Anmeldung erforderlich)
- 12. November, 18 Uhr: „Liken, sharen, hassen? Religiöser Antisemitismus auf Social Media“ – Vortrag mit Daniel Freitag, Stadtarchiv Dortmund, Märkische Straße 14
Über das Netzwerk zur Bekämpfung von Antisemitismus in Dortmund

- Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von mehr als 25 zivilgesellschaftlichen Organisationen und städtischen Institutionen und engagiert sich seit 2018 gegen Antisemitismus in Dortmund.
- Koordiniert wird es von ADIRA, der Antidiskriminierungsberatungsstelle der Jüdischen Gemeinde Dortmund.
- Weitere Informationen und das vollständige Programm mit Anmeldemöglichkeiten: gegen-antisemitismus-do.de/veranstaltungsprogramm-zum-jahrestag-des-07-oktober
Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!
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