Jahresstatistik 2025: In Nordrhein-Westfalen werden mehr Blindgänger entdeckt und entschärft

Kampfmittelbeseitigung bleibt in NRW eine dauerhafte Sicherheitsaufgabe

Mehrere Sprengköpfe und Granaten auf einem Tisch präsentiert
In NRW werden weiterhin regelmäßig Kampfmittel gefunden und unschädlich gemacht. Foto: IM NRW/Caroline Seidel

Auch mehr als 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg werden in Nordrhein-Westfalen weiterhin fast täglich Kampfmittel entdeckt. Im Jahr 2025 haben die Expert:innen der Kampfmittelbeseitigungsdienste insgesamt 2.140 Bomben entschärft und unschädlich gemacht – deutlich mehr als im Vorjahr. Besonders Bau- und Infrastrukturprojekte führen zu einer steigenden Zahl an Einsätzen. In Dortmund wurden im Jahr 2025 insgesamt 71 Kampfmittel gefunden, davon 24 bezündert und entschärfungspflichtig.

Kampfmittelbeseitigung bleibt zentrale Sicherheitsaufgabe

Im Jahr 2025 ist die Kampfmittelbeseitigung in Nordrhein-Westfalen weiterhin eine zentrale Sicherheitsaufgabe geblieben. Die Zahlen zeigen, dass die Arbeit der Expert:innen unverändert intensiv ist und durch verschiedene Faktoren geprägt wird.

Übersicht der geräumten Kampfmittel in 2025. Grafik: IM NRW

Die Kampfmittelbeseitigungsdienste haben im vergangenen Jahr insgesamt 2.140 Bomben entdeckt und entschärft (2024: 1.606). Dazu zählen neben größeren Sprengbomben auch kleinere Bombentypen wie Nebel-, Brand- und Splittermunition.

Innenminister Herbert Reul, Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen, erklärt dazu: „Blindgänger sind ein unsichtbares Risiko in unseren Böden und können auch mehr als 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg noch gefährlich sein. Evakuierungen oder Verkehrsumleitungen wegen einer Bombenentschärfung können für Bürgerinnen und Bürger zwar lästig sein – sie sind aber wichtig und richtig. Unsere Expertenteams arbeiten mit Hochdruck daran, jede gefundene Bombe, Granate und jedes Sprengmittel unschädlich zu machen. Dabei leisten sie täglich hochprofessionelle und oft gefährliche Arbeit, die großen Respekt und Dank verdient.“

Deutlich mehr Funde schwerer Bomben

Besonders auffällig ist im Jahr 2025 die gestiegene Zahl schwerer Bomben. Insgesamt wurden 282 Bomben mit einem Gewicht von 50 Kilogramm oder mehr gefunden (2024: 182).

Übersicht der Langzeitzünder. Grafik: IM NRW

Davon wurden 19 Bomben direkt am Fundort kontrolliert gesprengt. Zusätzlich wurden 52 sogenannte „Lochbomben“, Bomben ohne Bezünderung, sowie zehn Bomben mit einem chemisch-mechanischen Langzeitzünder entdeckt und unschädlich gemacht (2024: 2).

Die deutliche Zunahme gefundener Sprengbomben erklärt sich unter anderem durch ein erhöhtes Bauaufkommen sowie durch eine Räumstelle im Bereich der Bezirksregierung Arnsberg. Auf Teilbereichen des ehemaligen Wehrmachtsfliegerhorsts Störmede wurden neben weiteren Sprengmitteln 47 intakte und bezünderte Sprengbomben geborgen.

Einsatzschwerpunkte und organisatorischer Aufwand

Die Kampfmittelbeseitigung erfolgt überwiegend präventiv. Die „Blindgänger“ werden dabei meist im Rahmen systematischer Suchen oder bei Bauvorhaben entdeckt.

Übersicht der Zufallsfunde. Grafik: IM NRW

Im Jahr 2025 wurden die Kampfmittelbeseitigungsdienste in 35.681 Fällen im Zusammenhang mit Bautätigkeiten beteiligt (2024: 35.567). Diese Zahl setzt sich aus Anfragen zur Luftbildauswertung und weiterführenden Räumung vor Ort zusammen. Darüber hinaus werden häufig auch Zufallsfunde durch Dritte gemeldet

Landesweit wurden 1.770 solcher Zufallsfunde registriert und bearbeitet (2024: 1.526). Neben den Einsätzen im Bausektor werden die Kampfmittelbeseitigungsdienste zunehmend auch in Infrastrukturmaßnahmen eingebunden – etwa beim Breitbandausbau oder in Projekten des Energiesektors.

Finanzierung und Ressourcen der Kampfmittelbeseitigung

Der Regierungsbezirk Köln war im Jahr 2025 besonders stark betroffen. Dort wurden 12.161 Anträge bearbeitet. In 3.104 Einsätzen fanden die Einsatzkräfte insgesamt 915 Kampfmittel. In Nordrhein-Westfalen arbeiten insgesamt 94 Frauen und Männer in der Kampfmittelbeseitigung, die bei den Bezirksregierungen in Düsseldorf und Arnsberg angesiedelt ist.

Aus dem Landeshaushalt flossen 2025 knapp 27 Millionen Euro in die Kampfmittelbeseitigung. Dem gegenüber standen Erstattungen des Bundes in Höhe von rund 1,05 Millionen Euro für die Beseitigung ehemals reichseigener Munition auf nicht bundeseigenen Flächen.

Ein großer Teil der Mittel – rund 10,58 Millionen Euro – floss an Vertragsfirmen, die durch die staatlichen Kampfmittelbeseitigungsdienste mit der Räumung beauftragt wurden. Weitere 1,55 Millionen Euro erhielten diese Firmen über Drittaufträge, die vom Bund oder ehemaligen Bundesbehörden finanziert wurden.

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