Am Montag erneut keine Busse und Bahnen: Der Warnstreik trifft DSW21 in Dortmund  

Tarifstreit im Nahverkehr: ver.di ruft DSW21-Beschäftigte zum Streik auf

Mehrfach standen  Busse und Stadtbahnen in Dortmund still – Montag gibt es die nächste Streikrunde bei DSW21.

Ein Warnstreik der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wird den Nahverkehr in Dortmund am Montag, 9. März 2026, weitgehend lahmlegen. Die Gewerkschaft ruft Beschäftigte der Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) im Rahmen der laufenden Tarifrunde im kommunalen Nahverkehr zu einem ganztägigen regionalen Ausstand auf.

Sämtliche Stadtbahn- und Buslinien sowie die H-Bahn von DSW21 stehen still

Nach Angaben von ver.di werden in der betroffenen Region von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht keine Busse und Bahnen fahren. Für Fahrgäste bedeutet das, dass sämtliche Stadtbahn- und Buslinien sowie die H-Bahn von DSW21 nicht verkehren. Der Streik beginnt mit dem Betriebsstart gegen 3.30 Uhr und endet mit dem Betriebsende gegen 1.30 Uhr am Dienstag.

Betroffen sind auch die NachtExpress-Linien, die um 0.15 Uhr oder 0.45 Uhr vom zentralen Ausgangspunkt Reinoldikirche sternförmig in die Dortmunder Stadtteile starten. Ebenso fallen die von DSW21 betriebenen Buslinien in den Nachbarstädten Castrop-Rauxel (480, 481, 482 und NE 11) sowie in Schwerte (430, 435 und NE 25) aus. Auch Fahrten auf der gemeinsam mit der Vestischen betriebenen ExpressBuslinie X13 zwischen Dortmund, Waltrop und Datteln entfallen. Vereinzelt angebotene Fahrten der Vestischen finden dagegen statt.

Nicht betroffen vom Warnstreik sind die miteinander verknüpften Flughafen-Sonderlinien AirportExpress, AirportShuttle und 490. Diese werden über den Dortmunder Flughafen organisiert und fahren unabhängig vom übrigen Linienbetrieb von DSW21. Auch der Fernverkehr der Deutschen Bahn sowie der Regionalverkehr mit S-Bahnen, Regional-Express (RE) und Regionalbahnen (RB) verkehren regulär.

NRW-Tarifverhandlungen für rund 30.000 Beschäftigte der kommunalen Nahverkehrsunternehmen

Hintergrund der Arbeitsniederlegung sind die Tarifverhandlungen für die rund 30.000 Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen. Die zweite Verhandlungsrunde am Dienstag, 3. März, in Bochum endete ohne Ergebnis.

Ein Angebot der Arbeitgeberseite zu den Forderungen der Beschäftigten liegt nach Angaben von ver.di bislang nicht vor. Stattdessen hätten die Arbeitgeber einen Katalog mit Verschlechterungen etwa bei der Krankengeldregelung und bei Nachtarbeitszuschlägen vorgelegt.

„Auch nach zwei Verhandlungsrunden liegt zu den Forderungen der Beschäftigten kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber vor, obwohl diese seit November bekannt sind und im Februar konkretisiert wurden“, erklärt ver.di-Verhandlungsführer Heinz Rech. „Stattdessen präsentieren sie einen Katalog mit Verschlechterungen bei der Krankengeldregelung, bei Nachtarbeitszuschlägen und weiteren Punkten. Das wird dem Ernst der Lage nicht gerecht und erhöht das Risiko einer weiteren Eskalation des Konflikts.“

Im Zuge des Warnstreiks sind mehrere kurze Kundgebungen geplant

ver.di verhandelt mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW) über Verbesserungen der Arbeitsbedingungen im Nahverkehr. Im Mittelpunkt der Forderungen steht eine Entlastung der Beschäftigten, unter anderem durch eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich von derzeit 39 auf 37 Stunden sowie höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit.

Im Zuge des Warnstreiks sind mehrere kurze Kundgebungen geplant. Stationen sind die Verwaltung der DSW21 an der Deggingstraße, der Betriebshof Dorstfeld, der Betriebshof Brünninghausen sowie der Betriebshof Castrop-Rauxel. Die nächste Verhandlungsrunde ist ab Montag, 24. März, vorgesehen.


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Reaktionen

  1. Harry Harburg

    Der Warnstreik trifft DSW21 in Dortmund – oder doch eher die Fahrgäste?

    Die Überschrift „Der Warnstreik trifft DSW21 in Dortmund“ ist irreführend. Für DSW21 stellt ein Warnstreik in vielen Punkten kein großes Problem dar – im Gegenteil.

    Die allermeisten Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs in Dortmund verfügen über Zeitkarten, zum Beispiel über das Deutschland-Ticket. Einzelfahrkartenkäufer sind eher die Ausnahme. Das bedeutet, dass die Einnahmen von DSW21 durch einen Streiktag nur minimal sinken, weil die Zeitkarten weiterlaufen und bereits bezahlt sind.

    Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil der Betriebskosten von Bussen und Bahnen durch öffentliche Zuschüsse gedeckt wird. Der Ticketverkauf allein deckt nicht einmal die Hälfte der Kosten. Die Einnahmen bleiben also weitgehend stabil.

    Gleichzeitig sinken an Streiktagen sogar bestimmte Ausgaben. Busse verbrauchen keinen Diesel, Bahnen keine elektrische Energie. Es entstehen weniger Verschleiß an Fahrzeugen und Infrastruktur sowie geringere variable Betriebskosten.

    Aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht ist ein Tag ohne Fahrbetrieb für das Verkehrsunternehmen daher weniger belastend, als es zunächst scheint.

    Die eigentlichen Geschädigten eines Streiks sind die Kunden – also die Nutzer des öffentlichen Verkehrs. Ihnen wurde in den vergangenen Jahren immer wieder nahegelegt, vom Auto auf Bus und Bahn umzusteigen. Öffentliche Verkehrsmittel gelten als umweltfreundlicher, günstiger und stressfreier.

    An einem Streiktag zeigt sich jedoch, wie verletzlich dieses System für die Fahrgäste ist. Wer sich vollständig auf den öffentlichen Verkehr verlassen hat, steht plötzlich vor einem Problem: Wie kommt man zur Arbeit oder zur Schule?

    Alternativen wie Fahrrad, zu Fuß gehen, Taxi oder Fahrdienste sind entweder beschwerlich, zeitaufwendig oder teuer.

    Der Konflikt zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften wird somit vor allem auf dem Rücken der Nutzer ausgetragen. Für das Verkehrsunternehmen selbst bleibt die Lage vergleichsweise entspannt – während viele Fahrgäste improvisieren müssen, um ihren Alltag zu bewältigen.

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