
Der „Stadt_Raum“ des Museums für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) präsentiert ab dem 6. März zwei künstlerische Positionen, die sich mit Care-Arbeit, Migration und weiblichen Perspektiven auseinandersetzen. Gezeigt werden Textilarbeiten der Kölner Künstlerin Aslı Özçelik sowie ein neu angekauftes Werk der Dortmunder Künstlerin Fatma Özay. Beide Präsentationen laufen bis zum 12. April. Bereits am 5. März startet um 18 Uhr ein Soft Opening.
Care-Arbeit und gesellschaftliche Rollenbilder im Fokus
Mit der Ausstellung „Stirring the Pot“ zeigt der „Stadt_Raum“ vom 6. März bis zum 12. April vier großformatige Textilarbeiten der in Köln lebenden Künstlerin Aslı Özçelik (*1996). In ihren Arbeiten setzt sie sich mit Gendernormen, Stereotypen und der gesellschaftlich oft marginalisierten Care-Arbeit auseinander.

Ausgangspunkt des Projekts ist eine persönliche Erfahrung: Die Empörung über eine sexistische Zuschreibung wurde für Özçelik zum Impuls, Wut als produktive Kraft in patriarchal geprägten Räumen künstlerisch zu thematisieren. Die daraus entstandenen Arbeiten übersetzen diese Auseinandersetzung in textile Bildwelten, die Fürsorgearbeit sichtbar machen und traditionelle Rollenzuschreibungen kritisch hinterfragen.
Özçelik arbeitet medienübergreifend mit Fotografie, Video, Sound, Textil und Installation. Ihre Praxis ist autobiografisch geprägt und setzt sich unter anderem mit ihrer Sozialisation sowie ihrer familiären Geschichte auseinander. In den Fotobüchern „Waiting for the Sun to Shine“ und „Sıhhatler olsun“ untersucht sie unter anderem die Migrationserfahrung ihrer Mutter, die mit 20 Jahren aus dem Nordosten der Türkei nach Deutschland kam, und deren Einfluss auf die eigene Identitätsbildung.
Arbeiten von Özçelik waren unter anderem im Kunstmuseum Ahlen, im Kunstmuseum Celle und im Rautenstrauch-Joest-Museum zu sehen. Aktuell ist sie in der Ausstellung „CARE! Wenn aus Liebe Arbeit wird“ im Museum der Arbeit in Hamburg vertreten. Nach ihrem Bachelorabschluss 2024 an der Folkwang Universität der Künste studiert sie dort im Masterstudiengang Fotografie und wird von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Ein Soft Opening (die Künstlerin ist nicht dabei) beginnt am 5. März um 18 Uhr.
Neuerwerb des Museums: Werk von Fatma Özay
Parallel zu „Stirring the Pot“ zeigt der „Stadt_Raum“ eine Präsentation eines Neuerwerbs von Fatma Özay (Ohne Titel, 2025). Das Werk erweitert die Sammlung des MKK und ist ebenfalls vom 6. März bis 12. April zu sehen.

Bereits 2024 zeigte das MKK mit „Fatma Özay. Erinnerungstexturen“ die erste institutionelle Einzelausstellung der Dortmunder Künstlerin. Mit dem Ankauf stärkt das Museum gezielt eine künstlerische Position, die sich mit Migrationserfahrungen, Diaspora sowie mit Frauen- und Care-Arbeit im Kontext der sogenannten Gastarbeiter:innen-Generation beschäftigt.
In ihren Arbeiten verbindet Özay Malerei mit fotografischen Elementen und ornamentalen Strukturen. Wiederkehrende Motive wie Teppichmuster fungieren dabei als visuelle Speicher kultureller Erinnerung, während Kombinationen aus Acryl, Ölpastell und Tusche auf Leinwand farbintensive und vielschichtige Bildräume entstehen lassen.
Fatma Özay studierte Kunst, Geschichte und Deutsch an der Universität Duisburg-Essen. Ihre Arbeiten waren unter anderem in den Ausstellungen „Grafik aus Dortmund“ (Kulturort Depot, 2024/2025) sowie „Mis(s)treated. Mehr als Deine Muse!“ (Kunsthalle Bremen, 2025) zu sehen. Sie lebt und arbeitet als freie Künstlerin und Kunstpädagogin in Dortmund.
Am 5. März um 18 Uhr eröffnet zudem in unmittelbarer Nachbarschaft im HANS A (Hansastraße 6–10), die von ihr kuratierte Ausstellung „Fatma Özay. Shop of Patterns“.
Künstlerinnengespräch mit Aslı Özçelik und Fatma Özay
Am 25. März um 18 Uhr begegnen sich Aslı Özçelik und Fatma Özay im „Stadt_Raum“ zu einem öffentlichen Künstlerinnengespräch. Beide Positionen treten dabei in einen Dialog über Care-Arbeit, weibliche Perspektiven und transgenerationale Erinnerung.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
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Einzelausstellung „Erinnerungstexturen“ von Fatma Özay im „Stadt_Raum“ des MKK zu sehen

