Das Jugendamt startet neue Podcast-Serie: „Einfach drüber reden – Sucht verstehen“

COA-Woche: Kinder aus suchtbelasteten Familien rücken in den Fokus

Kind schaut nachdenklich aus dem Fenster
Einen neue Podcast-Reihe des Jugendamtes beleuchtet das Leben von Kindern mit suchtkranken Eltern. Symbolfoto: depositphotos.com

Mit einer neuen Podcast-Reihe beteiligt sich das Jugendamt der Stadt Dortmund an der 17. COA-Aktionswoche. Unter dem Titel „Einfach drüber reden – Sucht verstehen“ geht es um die Situation von Kindern suchtkranker Eltern. Die Aktionswoche läuft noch bis zum 28. Februar unter dem Motto #WIRWERDENSICHTBAR. In der ersten Folge sprechen Fachkräfte des Jugendamts über Belastungen und Unterstützungsangebote.

Kinder sind unmittelbar von der Suchterkrankung betroffen

COA steht für Children of Addicts – Kinder von Süchtigen. Jedes fünfte bis sechste Kind in Deutschland wächst mit einem suchtkranken Elternteil auf. Kinder sind dabei immer unmittelbar von der Suchterkrankung ihrer Eltern betroffen. Häufig erleben sie Vernachlässigung, übernehmen früh Verantwortung in der Familie oder sind Gewalt ausgesetzt.

In der ersten Podcast-Folge sprechen Lisa Mutschke von der Fachstelle Kinder suchtkranker Eltern sowie Lisa Schulz, Bereichsleitung Psychologische Beratungsdienste des Jugendamts Dortmund, über diese Folgen und Belastungen.

„Im Kontext von Therapie habe ich immer wieder erlebt, wie sehr Kinder, Jugendliche, aber auch erwachsene Patient:innen durch die Sucht ihrer Eltern belastet worden sind. Manchmal dauern diese Belastungen ein Leben lang an. Kinder aus suchtbelasteten Familien tragen ein erhöhtes Risiko selbst einmal an einer Sucht zu erkranken. Diesen Kreislauf gilt es unbedingt zu durchbrechen“, sagt Psychotherapeutin und Diplom Psychologin Lisa Schulz.

„Soulsurfer“: Gruppenangebot für Kinder und Jugendliche

Neben der Aufklärung durch den Podcast bietet das Jugendamt konkrete Unterstützung an. Für Kinder von acht bis zwölf Jahren aus suchtbelasteten Familien gibt es das gruppentherapeutische Angebot „Soulsurfer“. Das Angebot soll die Kinder im Umgang mit belastenden Situationen stärken und ihnen Raum für Austausch und gemeinsame Erlebnisse geben. Eine altersgerechte Auseinandersetzung mit dem Thema Sucht sowie das spielerische Erarbeiten von Kompetenzen und Strategien stehen im Mittelpunkt. Die Zusammenarbeit mit den Eltern oder Erziehungsberechtigten ist fester Bestandteil des Konzepts.

Die Teilnahme an der „Soulsurfer“-Kindergruppe (8–12 Jahre) ist montags in der Beratungsstelle Mengede (Bodelschwingher Straße 131, 44357 Dortmund) oder mittwochs in der Beratungsstelle Hombruch (Harkortstraße 36, 44225 Dortmund) möglich. Die Gruppe trifft sich einmal pro Woche. Insgesamt finden pro Gruppe 12 Treffen statt. Uhrzeiten werden bei der Anmeldung mitgeteilt.

Für Jugendliche ab etwa 14 Jahren gibt es eine eigene „Soulsurfer“-Jugendgruppe. Hierfür müssen sich die Jugendlichen per E-Mail oder telefonisch anmelden. In etwa so, mehr ist nicht nötig: „Ich habe Interesse an der Soulsurfer-Gruppe, diesem Angebot für Jugendliche, und möchte gerne zu einem ersten Gespräch kommen.“ Nach Eingang der Anfrage meldet sich das Jugendamt mit Terminvorschlägen für ein erstes Kennenlerngespräch. Anmeldungen und Fragen sind per E-Mail an soulsurfer@stadtdo.de oder telefonisch unter 0231 50-11990 möglich.

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