ver.di ruft am kommenden Wochenende zum zweitägigen Streik im öffentlichen Nahverkehr auf

Vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde soll Druck ausgeübt werden

Demonstrierende Menschen mit Schildern
„Ohne uns steht alles still“ meinen die Demonstrierenden vor dem Streik im Nahverkehr am Wochenende. Foto: Fenja Horstmann für Nordstadtblogger.de

Der öffentliche Nahverkehr in Dortmund wird am kommenden Freitag und Samstag (27. und 28. Februar) ausgesetzt. Im Tarifkonflikt des kommunalen Nahverkehrs ruft ver.di die Beschäftigten der DSW21 in Dortmund und Castrop-Rauxel im Rahmen bundesweiter Streikmaßnahmen ganztägig zu Arbeitsniederlegungen auf. Dadurch wird es von Betriebsbeginn in den frühen Morgenstunden am Freitag bis Betriebsende in der Nacht zum Sonntag zu erheblichen Einschränkungen im Bus- und Bahnverkehr in Dortmund und Castrop-Rauxel kommen.

ver.di will Druck auf Arbeitgeber für kommende Verhandlungsrunde ausüben

Hintergrund ist die laufende Tarifrunde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband NRW. In der ersten Verhandlungsrunde legten die Arbeitgeber kein Angebot vor. „Das ist mehr als enttäuschend. Unsere Forderungen sind die Grundlage für einen attraktiven ÖPNV“, erklärt Heinz Rech.

Demozug geht über Kreuzung
Der ver.di-Demozug läuft über die Kreuzung Immermannstraße/Münsterstraße. Foto: Fenja Horstmann für Nordstadtblogger.de

Der Verhandlungsführer von ver.di in NRW warnt: „Wenn wir die Arbeitsbedingungen nicht gemeinsam und grundlegend verbessern, wird sich der Personalmangel weiter verschärfen.“ Es brauche Investitionen in einen funktionierenden ÖPNV, um sich zukunftssicher aufzustellen. Vor der nächsten Verhandlungsrunde am 2. und 3. März erhöht ver.di mit dem Streik den Druck.

Im Mittelpunkt stehen Entlastungen für die Beschäftigten. Ver.di fordert insbesondere die Reduzierung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich von 39 auf 37 Stunden und verlässliche Ruhezeiten mit einer Mindestdauer von 11 Stunden zwischen den Schichten. Außerdem fordern sie 40 Prozent höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit.

Schichtarbeit im Fahrdienst nach Studie besonders belastend für Arbeitnehmer

Zum Hintergrund: Ver.di und die Klimaallianz Deutschland haben Ende 2025 mit einer umfassenden Studie belegt, dass die Belastungen durch die Schichtarbeit im Fahrdienst auch im Vergleich zu anderen Branchen besonders hoch sind.

Für beide Großveranstaltungen setzt die DSW21 zusätzliche Fahrzeuge ein.
Der Streik betrifft auch das BVB-Heimspiel. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

„Die Belastung der Beschäftigten im Nahverkehr ist seit Jahren zu hoch. Sie brauchen dringend Entlastung“, erklärt Kirsten Rupieper, Gewerkschaftssekretärin im ver.di Bezirk Westfalen. „Die Arbeitgeber kennen unsere Forderung seit November 2025, jetzt sollten sie ein gutes Angebot vorlegen, um weitere Streiks zu vermeiden.“

Vom Warnstreik betroffen sind auch das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr), die Deutsche Leichtathletik-Hallenmeisterschaft in der Helmut-Körnig-Halle am Freitag und Samstag sowie der „Arena Rave“ in der Westfalenhalle am Samstag. Der Betrieb von S-Bahnen und Regionalzügen der Deutschen Bahn ist hingegen nicht betroffen.


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Reaktionen

  1. ver.di-Warnstreik legt Nahverkehr von DSW21 in Dortmund am 27. und 28. Februar still – Ausnahmen bei drei Airport-Linien – Betroffen sind auch BVB-Heimspiel und Deutsche Hallenmeisterschaften (PM)

    Im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst wurde DSW21 darüber informiert, dass die Gewerkschaft ver.di für Freitag (27. Februar) und Samstag (28. Februar) ganztägige Warnstreiks plant. Für die Fahrgäste des ÖPNV in Dortmund bedeutet das, dass sämtliche Stadtbahn- und Buslinien sowie die H-Bahn von DSW21 an beiden Tagen nicht fahren werden. Dies gilt vom Betriebsbeginn am Freitag (ca. 3.30 Uhr) bis Betriebsende (ca. 1.30 Uhr am Sonntag).

    Betroffen sind auch die NachtExpress-Linien von DSW21, die gegenwärtig um 0.15 Uhr oder 0.45 Uhr vom zentralen Ausgangspunkt „Reinoldikirche“ sternförmig in alle Stadtteile starten. In gleicher Weise werden die von DSW21 in den Nachbarstädten Castrop-Rauxel (480, 481, 482 und NE 11) und Schwerte (430, 435 und NE 25) betriebenen Buslinien betroffen sein. Auch die Fahrten von DSW21 auf der gemeinsam mit der Vestischen betriebene ExpressBuslinie X13 (Dortmund – Waltrop – Datteln) fallen aus. Die von der Vestischen angebotenen Fahrten finden dagegen vereinzelt statt.

    Fahrgäste sollten sich an den Tagen des Streiks in der Elektronischen Fahrplanauskunft (EFA) auf http://www.bus-und-bahn.de oder in der DSW21-App informieren. Die KundenCenter „Petrikirche“, „Hörde Bahnhof“ und „Castrop Betriebshof“ bleiben ganztägig geschlossen.

    Airport-Linien fahren regulär

    Vom Streik nicht betroffen sind die miteinander verknüpften Flughafen-Sonderlinien AirportExpress, AirportShuttle und 490. Diese drei Linien werden grundsätzlich über den Dortmunder Airport koordiniert und fahren eigenständig und autark zum übrigen DSW21-Linienbetrieb.

    Veranstaltungen sind betroffen

    Vom Warnstreik betroffen sind auch das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr), die Deutsche Leichtathletik-Hallenmeisterschaft in der Helmut-Körnig-Halle am Freitag und Samstag sowie der „Arena Rave“ in der Westfalenhalle am Samstag.

    Der Fernverkehr der Bahn und der Regionalverkehr (S-Bahnen, RE und RB) ist nicht betroffen.

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