Betrieb gestoppt: Defekte Leitungen und Schmutzwasser legen „Grünen Salon“ lahm

Untersuchungen seit Mai 2025 – Ursache erst bei vierter Prüfung entdeckt

Der „Grüne Salon“ musste wegen baulicher Mängel kurzfristig geschlossen werden. (Archivbild) Archivfoto: Alex Völkel für die nordstadtblogger.de

Die plötzliche Schließung des „Grünen Salons“ sorgt für Irritationen. Wie das Café auf seiner Facebook-Seite mitteilt, muss der Betrieb ab sofort eingestellt werden. Vermieterin ist die Stadt Dortmund, die die sofortige Schließung angeordnet hat. Grund seien „drängende, umfangreiche bauliche Mängel“. Man habe keinen Plan erhalten, ob und wann eine Wiedereröffnung möglich sei. Bis 22 Uhr sei das Team noch vor Ort gewesen, um Gäste zu bewirten und Reservierungen zu informieren.

Ein Weiterbetrieb mit Speisenzubereitung war nicht mehr möglich

Auf Anfrage erklärt die Stadt Dortmund die Hintergründe. In dem Gebäude gebe es einen massiven Wasser- und Feuchtigkeitsschaden durch Schmutzwasser. Ursache seien defekte Abwasserleitungen.

Der Online-Post des „Grünen Salons“ überraschte.

„ Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass die Feuchtigkeitsschäden – von den WC-Bereichen über die Küche bis in den Gastraum – ein Ausmaß erreicht haben, das einen Weiterbetrieb mit Speisenzubereitung nicht mehr zulässt. Daher ging es jetzt so schnell“, betont Stadtsprecher Christian Schön.

Die nun notwendigen Instandsetzungsarbeiten seien nur mit größeren Eingriffen in die Bausubstanz möglich und würden mehrere Monate in Anspruch nehmen. Der gesamte Boden müsse ausgetauscht werden. Diese Arbeiten ließen sich nicht mit einer Fortführung des Betriebs vereinbaren.

Die Suche nach der Ursache für die Feuchtigkeit hatte im Mai 2025 begonnen. Mehrere Untersuchungen folgten. „Erst bei der vierten, der jüngsten Untersuchung wurden die Spezialisten fündig und entdeckten die defekten Abwasserleitungen, die dem Boden großen Schaden zugefügt haben. Wie groß das Ausmaß tatsächlich ist, lässt sich erst nach Öffnung der Bauteile feststellen“, so Schön.

Die Stadt prüft, ob eine mobile Alternative möglich ist

Ein alternatives städtisches Ladenlokal in der Nähe steht nach Angaben der Stadt nicht zur Verfügung. Derzeit werde geprüft, ob den Betreiberinnen des „Grünen Salons“ für die Übergangszeit ein mobiles Angebot ermöglicht werden kann.

Der umgestürzte Baum am Nordmarkt begrub den „Grünen Salon“ unter sich. Das Café bleibt vorerst geschlossen bis ein Statiker die möglichen Schäden am Dach begutachtet hat.
Vor vier Jahren legte ein Schaden von „oben“ den Betrieb des Grünen Salons über Monate lahm. Jetzt kam das Ungemach von unten. Foto: Feuerwehr Dortmund

Mit Improvisationen und mobilen Lösungen kennen sich die Betreiberinnen bereits aus. Der „Grüne Salon“ musste bereits ,mehrere Monate schließen, als ein umgestürzter Baum die Dachkonstruktion beschädigt hatte.

Neben dem „Grünen Salon“ betreiben die Rethmann-Schwestern auch das Weinlokal „Stachelschwein“ an der Bornstraße sowie dem „Umschlagplatz“ an der Speicherstraße.


Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

Unterstütze uns auf Steady

 Mehr dazu auf Nordstadtblogger:

Sieben Jahre Zwischennutzung: Umschlagplatz feiert Geburtstag und bangt um die Zukunft

Genießer:innen sollen im „Stachelschwein“ in der Nordstadt auf ihre Kosten kommen

Reaktionen

  1. Absage Poetry Slam 05.03.2026 (PM AWO Integrationsagentur)

    Liebe Interessierte, liebe Freund*innen des gesprochenen Wortes,

    leider müssen wir aufgrund der unerwarteten Schließung des Grünen Salon kurzfristig die Veranstaltung „Demokratieslam – jede Stimme zählt“ am Donnerstag, 05.03.2026 absagen!

    Wir bedauern dies sehr und suchen bereits nach Alternativen. Über einen Ersatztermin werden wir zeitnah informieren und freuen uns, Sie und Euch dann mit den Poet*innen begrüßen zu dürfen.

    Herzliche Grüße,

    das Team der AWO Integrationsagentur
    ikuz@awo-dortmund.de
    https://www.awo-dortmund.de

  2. Sabine

    Der Wasserschaden besteht schon seit einem Jahr. Jetzt plötzlich ist von heute auf morgen die Gefahr so groß, dass sofort geschlossen werden muss?

    Die Stadt Dortmund als Vermieterin scheint keine zuverlässige Geschäftspartnerin zu sein. Das Geschäftsgebaren wirkt erratisch.

    Die Gastronomin hat mein volles Mitleid und ich hoffe, die Stadt Dortmund muss Schadensersatz ohne Ende zahlen.

    Meine persönliche Prognose: der „Grüner Salon“ macht frühestens nach den Sommerferien wieder auf.

  3. Sabine

    Der Grüne Salon soll nun bis zum 31. August geschlossen bleiben. Damit entgeht der Gastronomin praktisch der komplette Sommerumsatz.

    Wäre die Stadt Dortmund mit der Fehlersuche und ihrer Entscheidung zur Sanierung schneller gewesen, hätte man die Schließung auch in die Winterzeit legen können, in der der Umsatz deutlich geringer ist. Zudem halte ich die Schätzung von 6 Monaten für sehr lang, wahrscheinlich hätten auch vier Monate gereicht.

    November, Dezember, Januar und Februar: das wäre ideal gewesen für diese Sanierung, aber durch das zögerliche Verhalten der Stadt Dortmund werden es nun die sechs umsatzstärksten Monate im Jahr! Schlechter geht es nicht!

    Ach so: wie es ausschaut, will die Gastronomin nun Schadensersatz von der Stadt Dortmund fordern. Zurecht!

  4. Lost Place Found Wine: Gründerzeithaus lädt zum Weinabend ein (PM)

    Fünf Stockwerke Vorderhaus, drei Etagen Hinterhaus, ein Innenhof – und am 20. März 2026 ein Abend, der sich gewaschen hat. In der Bornstraße 111 in der Dortmunder Nordstadt öffnet das altehrwürdige Gründerzeithaus „Born111“ seine Türen für „Lost Place Found Wine“: eine Weinverkostung, die Leerstand in Lebensgefühl verwandelt.

    Das Konzept ist so einfach wie überzeugend: Ab 18 Uhr bringen das Weinhaus H. Hilgering, die Weinhandlung Cabernet & Co. und die Weinwirtschaft Stachelschwein ihre besten Flaschen in einen Raum, der selbst Geschichte atmet. Wer mit von der Partie sein möchte, zahlt 39 Euro und bekommt dafür ein Glas in die Hand und drei Stunden Zeit, um sich durch die Auswahl zu trinken. Für den Hunger zwischendurch hat das Stachelschwein Tapas, Pintxos und Käseplatten im Gepäck.

    Die Aperitivo Bar bleibt auch nach der Verkostung geöffnet. Cocktails, Alkoholfreies und Bier werden dort separat abgerechnet und sind nicht im Ticketpreis enthalten. Die Karten sind erhältlich bei: Stachelschwein – Die Weinwirtschaft im Alten Schloss (Bornstraße 134, 44145 Dortmund), Cabernet & Co. (Essener Str. 13, 44139 Dortmund) und Weinhaus H. Hilgering (Westenhellweg 114, 44137 Dortmund).

    Dazu gibt es Musik, die zum Setting passt: Das Duo Tutto Bene mit Saxophonist Milan und DJ Ezkil sorgen für warmen Klang: Italo Disco, Funk, Soul und House. Ab 21 Uhr übernimmt DJ Peter Weinberg und dreht den Abend auf: sein 4 x 4 Floor-Beats-Programm reicht von Disco-Klassikern über Minimal bis zu House und UK-Garage. Tanzen erlaubt.

    Die Kulisse könnte kaum passender sein. Das Gebäude, Baujahr 1910, steht seit Jahren leer – und genau das macht es zur idealen Bühne. Bis zur geplanten Sanierung im Herbst 2026 durch die Julius Ewald Schmitt GmbH & Co. KG nutzen Kunst, Kultur und Musik das Haus auf Zeit. Wer zwischen den Verkostungen Lust hat, kann Gebäudeteile erkunden und die Architektur-Ausstellung besichtigen. Ein Rundgang durch die Geschichte inklusive.

    Die wichtigsten Infos auf einen Blick
    Wann: Freitag, 20. März 2026, ab 18 Uhr
    Wo: Born111, Bornstraße 111, 44145 Dortmund (Nordstadt)
    Eintritt: 39 € (3 Stunden Weinprobe inkl. Buffet)
    Hinweis: Getränke an der Aperitivo Bar sind nicht im Ticketpreis enthalten.
    Tickets erhältlich bei:
    Stachelschwein – Die Weinwirtschaft im Alten Schloss, Bornstraße 134, 44145 Dortmund
    Cabernet & Co., Essener Str. 13, 44139 Dortmund
    Weinhaus H. Hilgering, Westenhellweg 114, 44137 Dortmund

Reaktion schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert