
Die Vorbereitungen für die Internationale Gartenausstellung 2027 (IGA) im Ruhrgebiet gehen in eine entscheidende Phase. In allen fünf Zukunftsgärten – in Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen, im Emscherland und in Lünen – wurde 2025 intensiv geplant, gebaut und teilweise bereits bepflanzt. Im Jahr 2026 stehen nun zentrale Bauabschnitte, neue Wege und erste dauerhafte Nutzungen an, die den Wandel so auch zunehmend für die Öffentlichkeit erlebbar machen.
Nachhaltige Freiräume als Leitidee der IGA 2027
Für die IGA 2027 entwickeln sich ehemalige Industrieflächen, Flussräume und Stadträume schrittweise zu grünen Zukunftsorten. „Die IGA 2027 verbindet dabei nachhaltige Freiraumentwicklung, klimaangepasstes Bauen und gärtnerische Ausstellungen mit sozialer Teilhabe und regionaler Zusammenarbeit“, sagte Hanspeter Faas, Geschäftsführer der IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH, während der IPM Essen.
Für das Jahr 2026 sieht Faas eine besondere Bedeutung. Zentrale Bauabschnitte, neue Wege und Brücken sowie gärtnerische Beiträge sollen den Wandel an den Standorten für die Öffentlichkeit zunehmend erlebbar machen.
„Die Zukunftsgärten werden zeigen, wie Transformation im Ruhrgebiet konkret aussieht – nicht als abstraktes Konzept, sondern als sichtbare, nutzbare Realität für die Menschen“, erklärt Hanspeter Faas weiter. Man entwickele Orte, die „weit über das Ausstellungsjahr hinaus Bestand haben und das Selbstverständnis der Region nachhaltig prägen werden.“
Großes Baustellenfest läutet Vorverkauf ein
Ein wichtiger Termin rückt im Frühjahr näher: der „Tag der IGA“. Genau ein Jahr vor der offiziellen Eröffnung, am 23. April 2026, findet im Zukunftsgarten Duisburg ein großes öffentliches Baustellen-Fest statt. Zeitgleich werden Führungen an den anderen Standorten angeboten und der offizielle Vorverkauf der ersten IGA 2027-Dauerkarten startet. Erwartet wird unter anderem NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst als Ehrengast und erster „Käufer“.

Für IGA-Geschäftsführer Faas ist 2026 auch organisatorisch ein anspruchsvolles Jahr: „2026 wird eben das Jahr sein, in dem viele dieser Ideen vor Ort sichtbar und erlebbar werden. Gleichwohl haben wir eine anspruchsvolle Aufgabe. Denn Gartenschauen sind auch immer im positiven Sinne anstrengend.“
In diesem Zusammenhang appellierte er an Kommunen und Wirtschaft im Ruhrgebiet, ihr Engagement für das Projekt fortzusetzen und noch weiter zu verstärken. Bei einem Pressegespräch auf der IPM in Essen wurde über den Stand der einzelnen Zukunftsgärten berichtet.
Dortmund: Vom Industrieareal zum Landschaftsraum
Für den Zukunftsgarten Dortmund markierte 2025 den Übergang von der Planung in die Umsetzung. Mit dem Start der Arbeiten rund um den Kokereipark und den Deusenberg wurde der Wandel vom ehemaligen Industrieareal zu einem zukunftsweisenden Landschaftsraum sichtbar. Erdarbeiten, der Einhub der Brücke Haldensprung und erste angelegte Beete prägen bereits das Bild.
Im Jahr 2026 folgen weitere zentrale Schritte. Geplant sind der Bau wichtiger Wegeverbindungen, der finale Brückenschlag zwischen Park und Halde im Frühjahr sowie die Aufrichtung der Wolkenskulptur ab dem Spätsommer.
Parallel dazu konkretisieren sich die gärtnerischen Ausstellungen und Blumenhallenschauen. Dortmund zeigt damit früh, wie Industriekultur, Klimaresilienz und Aufenthaltsqualität zusammenfinden.
Duisburg: Der Rhein öffnet sich zur Stadt
Im Zukunftsgarten Duisburg wurden 2025 die Grundlagen für einen der prägendsten Ausstellungsorte der IGA 2027 gelegt. Die Planungen für den „neuen“ RheinPark, die Eingangsbereiche und den Kultushafen wurden konkretisiert, erste bauliche Maßnahmen vorbereitet.

Der Bau des nachts beleuchteten Skywalks ist abgeschlossen, im Umfeld wurden bereits Rosenbeete bepflanzt. Themen wie klimaangepasste Pflanzungen, Verdunstungsflächen und nachhaltige Freiraumgestaltung standen dabei im Fokus.
2026 beginnt die sichtbare Umsetzungsphase mit Wechselflorflächen, Staudenbeiträgen und dem Ausbau der Wegebeziehungen und des Kultushafens.
Fortschritte in Gelsenkirchen, Lünen und im Emscherland
Im Zukunftsgarten Gelsenkirchen prägten 2025 umfangreiche Erdarbeiten und die Sanierung des Kohlebunkers das Geschehen. Das ehemalige Wendebecken am Kanal wurde vollständig umgestaltet und erstmals freigelegt. Für 2026 sind dort Pflanzinseln, gärtnerische Ausstellungen wie die VGL-Themengärten sowie der Pavillon der Wirtschaft geplant, der von den Firmen ZINQ und Goldbeck in zirkulärer Bauart errichtet wird.
In Lünen startete 2025 eine neue Entwicklungsphase mit der Einhebung der Brücke über die Lippe. 2026 folgen unter anderem neue Bewegungs- und Aufenthaltsangebote, die Errichtung der Landmarke „Talrund“ sowie die Anbindung an überregionale Radwege. Ergänzt wird das Parkerlebnis durch digitale Elemente.
Der Zukunftsgarten Emscherland im Kreis Recklinghausen ist in wesentlichen Bereichen bereits fertiggestellt. Hier stehen vor allem die Anbindung an den IGA-Radweg und programmatische Fragen im Fokus.
Mitmachaktionen, Wettbewerbe und öffentliche Termine 2026
Auch auf den weiteren Ebenen der IGA geht es 2026 aktiv voran. Auf der Ebene „Unsere Gärten“ laufen in vielen Revier-Kommunen umfangreiche Bauarbeiten oder sind bereits abgeschlossen, etwa am Seebad Hengstey in Hagen.
Die Mitmach-Ebene „Mein Garten“ bezieht am 27. Februar die Pop Up-IGA in einem Ladenlokal in der Gelsenkirchener Innenstadt (Bahnhofstraße) und wird im Spätsommer mit dieser temporären Event- und Info-Location in Dortmund gastieren.
Gleich zweimal findet 2026 die Offene Gartenpforte Ruhrgebiet statt: am 13. und 14. Juni sowie am 12. und 13. September. Gartenbesitzer:innen, die ihr Kleinod zeigen möchten, können sich bereits jetzt anmelden unter: www.iga2027.ruhr/offene-gartenpforte-ruhrgebiet-2026/.
Vom 1. Mai bis zum 1. August 2026 ist außerdem ein Wettbewerb geplant, bei dem besondere Balkone im Ruhrgebiet nach verschiedenen Kriterien ausgezeichnet werden.
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