Zwischen Baustelle und Zukunftsvision: Die IGA 2027 erreicht eine neue Entwicklungsphase

Zukunftsgärten im Ruhrgebiet nehmen 2026 Schritt für Schritt Gestalt an

Blick auf Industrielandschaft mit Grünfläche
Blick über die ehemalige Kokerei Hansa in Richtung des entstehenden Kokereiparks, einem der Zukunftsgärten der IGA 2027. Foto: Sebastian Hopp

Die Vorbereitungen für die Internationale Gartenausstellung 2027 (IGA) im Ruhrgebiet gehen in eine entscheidende Phase. In allen fünf Zukunftsgärten – in Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen, im Emscherland und in Lünen – wurde 2025 intensiv geplant, gebaut und teilweise bereits bepflanzt. Im Jahr 2026 stehen nun zentrale Bauabschnitte, neue Wege und erste dauerhafte Nutzungen an, die den Wandel so auch zunehmend für die Öffentlichkeit erlebbar machen.

Nachhaltige Freiräume als Leitidee der IGA 2027

Für die IGA 2027 entwickeln sich ehemalige Industrieflächen, Flussräume und Stadträume schrittweise zu grünen Zukunftsorten. „Die IGA 2027 verbindet dabei nachhaltige Freiraumentwicklung, klimaangepasstes Bauen und gärtnerische Ausstellungen mit sozialer Teilhabe und regionaler Zusammenarbeit“, sagte Hanspeter Faas, Geschäftsführer der IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH, während der IPM Essen.

Für das Jahr 2026 sieht Faas eine besondere Bedeutung. Zentrale Bauabschnitte, neue Wege und Brücken sowie gärtnerische Beiträge sollen den Wandel an den Standorten für die Öffentlichkeit zunehmend erlebbar machen.

„Die Zukunftsgärten werden zeigen, wie Transformation im Ruhrgebiet konkret aussieht – nicht als abstraktes Konzept, sondern als sichtbare, nutzbare Realität für die Menschen“, erklärt Hanspeter Faas weiter. Man entwickele Orte, die „weit über das Ausstellungsjahr hinaus Bestand haben und das Selbstverständnis der Region nachhaltig prägen werden.“

Großes Baustellenfest läutet Vorverkauf ein

Ein wichtiger Termin rückt im Frühjahr näher: der „Tag der IGA“. Genau ein Jahr vor der offiziellen Eröffnung, am 23. April 2026, findet im Zukunftsgarten Duisburg ein großes öffentliches Baustellen-Fest statt. Zeitgleich werden Führungen an den anderen Standorten angeboten und der offizielle Vorverkauf der ersten IGA 2027-Dauerkarten startet. Erwartet wird unter anderem NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst als Ehrengast und erster „Käufer“.

Hanspeter Faas auf Veranstaltung
Hanspeter Faas, Sprecher der Geschäftsführung der IGA 2027 Ruhrgebiet gGmbH, während des Pressegesprächs auf der Internationalen Pflanzenmesse in Essen. Foto: Karsten Rabas

Für IGA-Geschäftsführer Faas ist 2026 auch organisatorisch ein anspruchsvolles Jahr: „2026 wird eben das Jahr sein, in dem viele dieser Ideen vor Ort sichtbar und erlebbar werden. Gleichwohl haben wir eine anspruchsvolle Aufgabe. Denn Gartenschauen sind auch immer im positiven Sinne anstrengend.“

In diesem Zusammenhang appellierte er an Kommunen und Wirtschaft im Ruhrgebiet, ihr Engagement für das Projekt fortzusetzen und noch weiter zu verstärken. Bei einem Pressegespräch auf der IPM in Essen wurde über den Stand der einzelnen Zukunftsgärten berichtet.

Dortmund: Vom Industrieareal zum Landschaftsraum

Für den Zukunftsgarten Dortmund markierte 2025 den Übergang von der Planung in die Umsetzung. Mit dem Start der Arbeiten rund um den Kokereipark und den Deusenberg wurde der Wandel vom ehemaligen Industrieareal zu einem zukunftsweisenden Landschaftsraum sichtbar. Erdarbeiten, der Einhub der Brücke Haldensprung und erste angelegte Beete prägen bereits das Bild.

Im Jahr 2026 folgen weitere zentrale Schritte. Geplant sind der Bau wichtiger Wegeverbindungen, der finale Brückenschlag zwischen Park und Halde im Frühjahr sowie die Aufrichtung der Wolkenskulptur ab dem Spätsommer.

Parallel dazu konkretisieren sich die gärtnerischen Ausstellungen und Blumenhallenschauen. Dortmund zeigt damit früh, wie Industriekultur, Klimaresilienz und Aufenthaltsqualität zusammenfinden.

Duisburg: Der Rhein öffnet sich zur Stadt

Im Zukunftsgarten Duisburg wurden 2025 die Grundlagen für einen der prägendsten Ausstellungsorte der IGA 2027 gelegt. Die Planungen für den „neuen“ RheinPark, die Eingangsbereiche und den Kultushafen wurden konkretisiert, erste bauliche Maßnahmen vorbereitet.

Visualisierung eines grünen Aufenthalstortes
Entwurf des Eingangspavillons in den Rheinpark Duisburg. Visualisierung: Druschke Architektur

Der Bau des nachts beleuchteten Skywalks ist abgeschlossen, im Umfeld wurden bereits Rosenbeete bepflanzt. Themen wie klimaangepasste Pflanzungen, Verdunstungsflächen und nachhaltige Freiraumgestaltung standen dabei im Fokus.

2026 beginnt die sichtbare Umsetzungsphase mit Wechselflorflächen, Staudenbeiträgen und dem Ausbau der Wegebeziehungen und des Kultushafens.

Fortschritte in Gelsenkirchen, Lünen und im Emscherland

Im Zukunftsgarten Gelsenkirchen prägten 2025 umfangreiche Erdarbeiten und die Sanierung des Kohlebunkers das Geschehen. Das ehemalige Wendebecken am Kanal wurde vollständig umgestaltet und erstmals freigelegt. Für 2026 sind dort Pflanzinseln, gärtnerische Ausstellungen wie die VGL-Themengärten sowie der Pavillon der Wirtschaft geplant, der von den Firmen ZINQ und Goldbeck in zirkulärer Bauart errichtet wird.

In Lünen startete 2025 eine neue Entwicklungsphase mit der Einhebung der Brücke über die Lippe. 2026 folgen unter anderem neue Bewegungs- und Aufenthaltsangebote, die Errichtung der Landmarke „Talrund“ sowie die Anbindung an überregionale Radwege. Ergänzt wird das Parkerlebnis durch digitale Elemente.

Der Zukunftsgarten Emscherland im Kreis Recklinghausen ist in wesentlichen Bereichen bereits fertiggestellt. Hier stehen vor allem die Anbindung an den IGA-Radweg und programmatische Fragen im Fokus.

Mitmachaktionen, Wettbewerbe und öffentliche Termine 2026

Auch auf den weiteren Ebenen der IGA geht es 2026 aktiv voran. Auf der Ebene „Unsere Gärten“ laufen in vielen Revier-Kommunen umfangreiche Bauarbeiten oder sind bereits abgeschlossen, etwa am Seebad Hengstey in Hagen.

Die Mitmach-Ebene „Mein Garten“ bezieht am 27. Februar die Pop Up-IGA in einem Ladenlokal in der Gelsenkirchener Innenstadt (Bahnhofstraße) und wird im Spätsommer mit dieser temporären Event- und Info-Location in Dortmund gastieren.

Gleich zweimal findet 2026 die Offene Gartenpforte Ruhrgebiet statt: am 13. und 14. Juni sowie am 12. und 13. September. Gartenbesitzer:innen, die ihr Kleinod zeigen möchten, können sich bereits jetzt anmelden unter: www.iga2027.ruhr/offene-gartenpforte-ruhrgebiet-2026/.

Vom 1. Mai bis zum 1. August 2026 ist außerdem ein Wettbewerb geplant, bei dem besondere Balkone im Ruhrgebiet nach verschiedenen Kriterien ausgezeichnet werden.

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Reaktionen

  1. Ideen für morgen: IGA 2027 lädt Dortmunder*innen zum Mitgestalten ein (PM)

    Wie soll Dortmunds Zukunft aussehen? Welche Ideen, Projekte und Initiativen können den Zukunftsgarten der Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA) bereichern? Darum soll es am Samstag, 7. März, im Nahverkehrsmuseum Mooskamp gehen. Die Stadt Dortmund und die IGA laden dazu Initiativen, Engagierte und alle Interessierten ein.
    Bei der öffentlichen Veranstaltung möchten die Stadt und die IGA-Gesellschaft über Ideen für morgen ins Gespräch kommen – offen, persönlich und mit Blick auf gemeinsames Handeln.

    Das Nahverkehrsmuseum Mooskamp gehört im IGA-Jahr 2027 zum Ausstellungsgelände, dem Zukunftsgarten Dortmund. Am Samstag, 7. März, von 11 bis 13 Uhr sind alle Dortmunder*innen eingeladen, die sich informieren möchten oder Lust haben, sich mit eigenen Ideen und Projekten an der IGA 2027 zu beteiligen – ganz gleich, ob sie schon konkrete Vorstellungen mitbringen oder erste Gedanken bei der Veranstaltung entwickeln wollen.

    „Die IGA 2027 lebt vom Engagement der Menschen vor Ort. Mit der Beteiligungsebene ,Mein Garten‘ schaffen wir Raum für eigene Ideen, für gemeinsames Lernen und für Projekte, die zeigen, wie vielfältig und zukunftsorientiert unsere Region ist. Ich lade alle Dortmunderinnen und Dortmunder herzlich ein, den Zukunftsgarten aktiv mitzugestalten“, sagt Hanspeter Faas, Hauptgeschäftsführer der IGA 2027 gGmbH.

    „Mein Garten“ als offene Plattform während der IGA

    Zum Auftakt der Veranstaltung stellen die IGA 2027 und die Stadt den Zukunftsgarten Dortmund vor und informieren über den aktuellen Stand der Bauarbeiten. Mehrere Themeninseln laden dann zum Austausch ein: Hier können sich Interessierte über Beteiligungsmöglichkeiten im Bildungs- und Veranstaltungsprogramm der IGA 2027 informieren, Kontakte knüpfen und erste Projektideen entwickeln.

    Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bürger*innen ihre Themen, ihr Wissen und ihr Engagement in die IGA 2027 einbringen können. Die Beteiligungsebene „Mein Garten“ bietet dafür eine offene Plattform – für Austausch, gemeinsames Lernen und bürgerschaftliches Engagement rund um Zukunftsfragen wie Umwelt, Stadtentwicklung, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit.

    Außerdem können die Teilnehmenden bei einer kurzen geführten Tour zu einem Aussichtspunkt im Zukunftsgarten einen Blick auf die Bau- und Pflanzarbeiten für die IGA werfen. Eine Anmeldung ist vorab über den Bereich Veranstaltungen auf der Website der IGA 2027 möglich.

    Alle Dortmunder*innen sind herzlich eingeladen, mitzudenken, mitzudiskutieren und die IGA 2027 in Dortmund aktiv mitzugestalten.

    https://www.meingarten.iga2027.ruhr/mitmachen-im-zukunftsgarten-dortmund-2203

    iga2027.ruhr

    dortmund.de/iga

  2. IGA 2027: Wir blühen vor! Dortmund lädt zum Mitfeiern exakt ein Jahr vor der Gartenschau ein – Vorverkauf der IGA-Dauerkarten startet am 23. April (PM)

    Die Stadt Dortmund lädt zum Mitfeiern am „Tag der IGA“ ein: am Donnerstag, 23. April ab 15 Uhr im Zukunftsgarten Dortmund rund um die Kokerei Hansa. Gleichzeitig starten der Vorverkauf der Dauerkarten. Genau ein Jahr später, am 23. April 2027, wird die Internationale Gartenausstellung offiziell eröffnet.

    Unter dem Motto „Wir blühen vor!“ lädt die Stadt Dortmund am 23. April dazu ein, gemeinsam den Countdown zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 einzuläuten. Seit den Osterferien bewerben Plakate das Event in den umliegenden Stadtteilen – und die Neugier in den Nachbarschaften auf den neuen Park ist groß. Viele der Plätze für den „Tag der IGA“ sind schon vergeben.

    Am Donnerstag, 23. April 2026, verwandelt sich der Zukunftsgarten Dortmund rund um die Kokerei Hansa (Emscherallee 11) von 15 bis 20 Uhr in einen lebendigen Ort voller Einblicke in die IGA-Vorbereitungen und mit Musik und Genuss – der Eintritt ist frei. Spannende Baustellenführungen, zusammen mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, geben exklusive Einblicke in das entstehende Gartenschaugelände.

    Einmal über den „Haldensprung“ laufen

    Dabei bietet sich erstmals die Gelegenheit, die neue Brücke „Haldensprung“ zu betreten. Für musikalische Unterhaltung und ein abwechslungsreiches gastronomisches Angebot ist ebenfalls gesorgt. Ein Höhepunkt im Wortsinn ist eine Gondel, die an diesem Tag mit einem großen Kran in die Luft steigen wird und einen Rundblick von oben auf das Gartenschaugelände ermöglicht.

    Auch der Kartenvorverkauf startet am 23. April

    Außerdem werden die ersten IGA-Dauerkarten für den Zukunftsgarten Dortmund verlost. Denn es startet parallel der Vorverkauf für die IGA-Dauerkarten. Wer bei der Verlosung leer ausgeht oder sich erst gar nicht auf sein Glück verlassen möchte, kann seine Dauerkarte auch im Infopunkt der Kokerei Hansa erwerben.

    Unbedingt vorher anmelden

    Wer schnell ist, kann doppelt profitieren: Die ersten hundert Angemeldeten, die an einer Baustellenführung teilnehmen, erhalten einen Gutschein für ein Freigetränk. Die Anmeldung ist möglich unter dortmund.de/iga2027. So wird der Zukunftsgarten am diesjährigen Tag der IGA schon vor seiner offiziellen Eröffnung im kommenden Jahr zum Erlebnisort für alle.

    Weitere Chancen für eine Gelände-Tour

    Wer keinen Platz mehr bekommt, hat am Tag der Städtebauförderung am Samstag, 9. Mai, eine weitere Gelegenheit, sich den Zukunftsgarten anzusehen. In drei etwa eineinhalbstündigen Rundgängen über das Gelände stellen die Stadtverwaltung sowie die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur die Planungen und die aktuellen Bauprojekte vor. Die Führungen starten um 11, um 13 und um 15 Uhr, jeweils am Infopunkt der Kokerei Hansa an der Emscherallee 11. Mehr Infos unter dortmund.de/tag-der-staedtebaufoerderung.

    Nur eine einzige Führung, aber dafür schon im April, bietet das Forum Stadtbaukultur am Montag, 27. April ab 16:30 Uhr. Nach der Führung beginnt um 18:30 Uhr in der Waschkaue das gewohnte Forum mit Vorträgen und Diskussion – diesmal mit der Überschrift „IGA 2027 – Blümchenschau oder Stadtentwicklung?“. Anmeldung unter dortmund.de/forumstadtbaukultur.

    Alle Führungen verlaufen – wie am Tag der IGA – auch durch Baustellenbereiche. Sie sind also nicht barrierefrei, festes Schuhwerk ist Voraussetzung.

    Und das ist die IGA 2027

    Dortmund wird 2027 einer der Hauptstandorte der IGA im Ruhrgebiet sein. Vom 23. April bis Oktober 2027 gibt es im „Zukunftsgarten“ in Huckarde und Mengede viele Ausstellungen aus der Gartenbranche. Zusätzlich finden auf dem Gartenschaugelände zahlreiche Veranstaltungen zu Kunst und Kultur, Sport, Internationalität, Forschung und Bildung statt.

    Die Stadt möchte darüber hinaus eigene Akzente setzen, um aus der Gartenschau ein Erlebnis für ganz Dortmund zu machen. Ziel ist, die Stadt bei der IGA 2027 den Dortmunder*innen und den Gästen als grüne, moderne und lebenswerte Stadt zu präsentieren. So werden auch die anderen Parks und Gärten in Szene gesetzt.

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