Hauptpreis beim APPLAUS 2025: domicil Dortmund erneut bundesweit ausgezeichnet

Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten

Außenansicht des domicil
Das domicil wurde 1969 gegründet und zählt heute zu den renommiertesten Jazz- und Livemusikspielstätten Europas. Foto: domicil Dortmund

Das domicil Dortmund hat bei der Verleihung des APPLAUS-Awards 2025 in der Münchner Muffathalle den Hauptpreis in der Kategorie „Bestes Livemusikprogramm“ erhalten. Die Livemusik-Spielstätte wird damit bereits zum elften Mal mit dem wichtigsten Bundespreis für unabhängige Musikbühnen ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgte am Dienstag, 18. November 2025.

Der APPLAUS gehört zu den höchstdotierten Kulturpreisen des Bundes

Bundesweit wurden 88 Musikclubs und Konzertreihen ausgezeichnet. Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer würdigte die Preisträgerinnen und Preisträger als zentrale Kraft der Musiklandschaft und betonte, „Musikclubs sind ein wichtiger Teil der kulturellen Infrastruktur unseres Landes und das kreative Rückgrat der deutschen Populärmusikkultur“.

Der APPLAUS gehört zu den höchstdotierten Kulturpreisen des Bundes und steht für herausragende Musikprogramme sowie kulturelle Wirkkraft. Der Hauptpreis ist mit 40.000 Euro dotiert.

Das domicil setzt seit Jahrzehnten Maßstäbe in der nationalen und internationalen Jazz- und Livemusikszene. Mit mehreren hundert Veranstaltungen im Jahr, genreübergreifenden Reihen, Nachwuchsförderung und Programmen für die Community hat sich das Haus als bedeutende Bühne für zeitgenössische Musik etabliert.

Zum elften Mal mit dem APPLAUS geehrt – und in diesem Jahr sogar mit dem Hauptpreis

Geschäftsführer Waldo Riedl zeigte sich erfreut über die erneute Auszeichnung: „Wir sind überglücklich, zum elften Mal mit dem APPLAUS geehrt zu werden – und in diesem Jahr sogar mit dem Hauptpreis. Diese Auszeichnung bestätigt nicht nur unser künstlerisches Profil, sondern würdigt den Einsatz unseres gesamten Teams, aller beteiligten Künstlerinnen und Künstler und unserer engagierten Community.“

Siegerehrung
Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer (li.) mit Timo Wollmann, Sandra Scholtz, Waldo Riedl und Laudatorin Angelika Nescier. Foto: Bernhard Schinn

Der APPLAUS („Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten“) wird seit 2013 von der Initiative Musik vergeben und vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Für 2025 wurden insgesamt 1,7 Millionen Euro an Preisgeldern ausgeschüttet.

Das domicil wurde 1969 gegründet und zählt zu den renommiertesten Jazz- und Livemusikspielstätten Europas. Der Club bietet ein breites Programm zwischen Jazz, improvisierter Musik, Global Sounds, Elektro und Pop-Experimenten.

Zum kulturellen Auftrag gehören Nachwuchsarbeit, Bildungsangebote, Kooperationen mit Hochschulen und internationale Austauschprojekte. Seit 2021 ist das Haus Teil des bundesweiten Netzwerkes „Clubs of Culture“.

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  1. Jazz, internationale Gäste, Sessions, Familienprogramm und neue Räume für Begegnung (PM)

    Der April im domicil Dortmund bietet ein vielseitiges Programm zwischen Jazz, improvisierter Musik, internationalen Konzertproduktionen, Sessions, Diskussion, Familienformaten und Clubkultur. Von renommierten internationalen Künstler*innen wie Judith Hill, Goldings Bernstein Stewart und The Slow Show bis hin zu lokalen Szenenetzwerken, Nachwuchsformaten und experimentellen Konzertreihen spannt sich ein Programm, das die stilistische Offenheit des domicil in besonderer Weise widerspiegelt.

    Den Auftakt macht am Mittwoch, 1. April, die Reihe Folkwang Jazz, die regelmäßig aktuelle Bands und Projekte aus dem Jazz-Studiengang der Folkwang Universität der Künste in Essen präsentiert. Tags darauf folgt mit „My Shining Hour: Frank Scheele & Maria Bovensmann“ ein generationenübergreifender Duo-Abend zwischen Jazz und klassischer Klangsprache.

    Neben Konzerten prägen auch feste Reihen das Monatsprogramm: Die Monday Night Session lädt an jedem Montag als offener Treffpunkt der regionalen Jazzszene zur Jam-Session ein. Mit dem Musik-Stammtisch, dem Jazzforum, der Urban Music Session: Try not to Jazz! sowie einer neuen Flinta Session* bietet das domicil darüber hinaus Formate für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Musizieren.

    Internationale Konzert-Highlights im April

    Ein besonderer Höhepunkt des Monats ist der Auftritt von Judith Hill am Dienstag, 7. April. Die Grammy-prämierte Sängerin, Songwriterin und Multiinstrumentalistin bringt mit ihrem aktuellen Album Letters From A Black Widow ein intensives und persönliches Programm nach Dortmund. Soul, Funk, R&B und Gospel verbinden sich darin mit einer kraftvollen künstlerischen Handschrift.

    Am Samstag, 11. April, ist mit Goldings Bernstein Stewart eines der international renommiertesten Orgeltrios des zeitgenössischen Jazz im domicil zu erleben. Larry Goldings, Peter Bernstein und Bill Stewart stehen seit Jahrzehnten gemeinsam auf der Bühne und gelten als prägende Stimmen ihres Genres.

    Mit The Slow Show gastiert am Dienstag, 21. April, zudem eine international erfolgreiche Band im domicil. Im Rahmen ihrer „White Water Anniversary Live Tour“ kehrt die Gruppe zu ihrem Debütalbum zurück und präsentiert die Songs zehn Jahre nach dessen Erscheinen in neuem Live-Kontext.

    Weitere internationale und genreübergreifende Akzente setzen im April unter anderem das Akkordeonale 2026 – Internationale Akkordeon-Festival am 9. April, das Duo Johanna Borchert & Miles Perkin am 10. April, das Kossi Mawun Trio am 22. April, Svante Söderqvist – The Rocket am 23. April sowie Torsten Goods am 25. April.

    Lokale Szene, Experimente und neue Perspektiven

    Auch die regionale und überregionale freie Szene ist im April stark vertreten. Die Reihe Umland Expo bringt am 8. April mit ach kuhzunft / Brief tales for two meets Entretemps experimentelle, interdisziplinäre Musik zwischen Improvisation, Alter Musik und Klangkunst auf die Bühne.

    Mit The Dorf steht am 16. April eines der wichtigsten kollektiven Musikprojekte des Ruhrgebiets auf dem Programm. Seit vielen Jahren ist das große Ensemble eng mit dem domicil verbunden und prägt mit seinen grenzüberschreitenden Werkstattkonzerten die kreative Szene der Region.

    Am 24. April erweitert ein LesArt Special mit Lutz van der Horst und seinem Debütroman Konfetti-Blues das Programm um einen literarisch-komödiantischen Abend. Zum Monatsende folgt am 26. April ein Benefizkonzert zum 70. Geburtstag von Michael „Petzi“ Peters-Thöne, dessen Erlöse dem Gast-Haus e. V. zugutekommen.

    Erste Flinta* Session im domicil

    Ein besonderer neuer Akzent im April ist die erste Flinta Session im domicil* am Mittwoch, 29. April. Mit diesem neuen Format möchte das domicil einen Safer Space für all diejenigen Musikerinnen* schaffen, die sich eine Bühne außerhalb der überwiegend cis-männlich dominierten Jazz- und Sessionszene wünschen.

    Die Session wird jeweils von einer Flinta-led Openerband* eröffnet und öffnet sich anschließend für alle Flinta* Personen, die gemeinsam über Jazzstandards und verwandte musikalische Formen jammen möchten. Dabei richtet sich das Format ausdrücklich auch an unerfahrene Musikerinnen* und lädt dazu ein, ohne Schwellenangst vorbeizukommen, Raum einzunehmen, gemeinsam zu musizieren und neue Begegnungen zu schaffen. Im Publikum sind selbstverständlich auch Cis-Männer willkommen.

    Zum Auftakt spielt die Essener Trompeterin Luzie Micha mit ihrem Quintett Ruji. Die neue Reihe setzt damit ein deutliches Zeichen für mehr Sichtbarkeit, Teilhabe und Diversität in der regionalen Jazz- und Improvisationsszene.

    Familienprogramm und Nachtleben

    Für junges Publikum und Familien bietet das domicil am Sonntag, 12. April, ein weiteres Konzert der Reihe SOUNDZZ. Unter dem Titel Biriba Brasil dreht sich an diesem Nachmittag alles um Capoeira, brasilianische Musik und gemeinsames Erleben.

    Auch das Nachtprogramm ist im April vertreten: Die 40+ Party am 4. April bringt auf zwei Floors Pop, Rock, House, Funk, Soul und Global Sounds ins Haus. Mit Saturday Soul w/ Poulho am 11. April ist außerdem ein urbanes Late-Night-Format mit internationalen Soul-, Jazz-, Hip-Hop- und House-Einflüssen zu erleben.

    Mit dieser Mischung aus internationalen Gästen, lokaler Szene, Nachwuchsförderung, Diskursformaten, offenen Sessions und neuen inklusiven Räumen zeigt das domicil Dortmund auch im April 2026 seine besondere Rolle als Ort für kreative Musik, kulturelle Begegnung und musikalische Vielfalt mitten in der Stadt.

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