
Auch die diesjährige „Jagd & Hund“- Messe sorgte für Kontroversen. Kritik äußerten sowohl Tierschützer:innen, als auch die Dortmunder Grünen und Linken an der Jagdmesse und an dem diesjährigen Stand der rechtsextremen „Deutschen Burschenschaft“. Dem Protest gegen die Jagdmesse des „Bündnisses gegen Jagd“ am vergangenen Samstag (3. Februar 2024) schlossen sich rund 140 Menschen an.
Grüne und Linke zeigen sich empört über diesjährige „Jagd & Hund“-Messe
Bereits im Vorfeld wurde von Seiten der Dortmunder Politik scharfe Kritik an der diesjährigen Jagdmesse laut. „Auf der Jagd&Hund können sich wenige Privilegierte Spaßreisen zum Töten geschützter Tierarten erkaufen, während gleichzeitig die internationale Gemeinschaft versucht, mit viel Geld diese Arten vor dem Aussterben zu bewahren“, erklärt Sonja Lemke, Kreissprecherin von die Linke Dortmund. Immer wieder sei in der Vergangenheit von Tierschützer:innen festgestellt worden, dass einige der angepriesenen Jagdreisen, bei denen zum Spaß auf bedrohte Arten wie Elefanten, Löwen, Bären, Giraffen und Nashörner geschossen werde, gesetzeswidrig seien.

Auch Hannah Rosenbaum, Sprecherin der Dortmunder Grünen zeigt sich empört: „Es ist seit Jahren unverständlich, dass städtische Gebäude als Werbefläche für die Trophäenjagd auf geschützte und bedrohte Tierarten dienen.“
Die Dortmunder Grünen beanstanden, dass die Messegesellschaft Westfalenhallen keine Einschnitte in das diesjährige Programm vorgenommen hat. „Die hundertprozentige Tochter der Stadt Dortmund hält weiterhin an Angeboten zur Trophäenjagd auf vom Aussterben bedrohte Tierarten fest. Auch tierschutzrechtlich fragwürdige Jagdmethoden gehören weiterhin zum Angebot der Messe“, informiert die Partei.
Der Rat habe als Reaktion auf die Kritik an der „Jagd & Hund“-Messe das Einsetzen einer Ethikkommission beschlossen, so Sonja Lemke. Diese habe bereits Ende letzten Jahres ihre Arbeit aufgenommen. „Aber klare Beschlüsse zur Messe fehlen bisher“, stellt sie fest.
Tierschützer:innen zogen in friedlichem Demonstrationszug bis zu den Westfalenhallen
Startpunkt der Demonstration des „Bündnisses gegen Jagd“ am Samstag war die Dortmunder Reindolikirche. Nach einigen Redebeiträgen zogen knapp 150 Personen los in Richtung der Westfalenhallen. Immer wieder wurde scharfe Kritik an der Jagd und der Dortmunder Jagdmesse laut, auch eine Schweigeminute für die getöteten Tiere wurde abgehalten.

Besonders empörten sich die Redner:innen über die „1. Kidz Fiep Weltmeisterschaft”, die auf der Messe „Jagd & Hund“ stattfand. Diese Veranstaltung, die als spielerische und lehrreiche Aktivität angepriesen wird, soll Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren für die Jagd begeistern.
Sie sollen dabei die Laute der Ricke (weibliches Reh) oder des Kitzes (Rehkitz) nachahmen, um die brünstigen Böcke aus der Deckung zu locken. Die Organisator:innen der Demonstration sehen darin eine Verharmlosung von Gewalt und eine Verrohung der Kinder.
„Es gibt keine rationalen Gründe für die Jagd, außer man betrachtet das Töten aus Lust oder das Sammeln von Trophäen als solche. Eine Plattform für Jäger:innen, die dieses destruktive Brauchtum verherrlicht, gehört auf den Müllhaufen der Geschichte”, so die abschließende Botschaft der Veranstalter:innen.
Unverständnis für den diesjährigen Stand der rechtsextremen „Deutschen Burschenschaft“
Sowohl die Tierschützer:innen, als auch die Dortmund Linken und Grünen zeigten sich besonders bestürzt über den diesjährigen Stand der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften „Deutschen Burschenschaft“ in Halle Drei.

„Während in diesen Tagen bundesweit Millionen Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße gehen, hat die rechtsextreme ,Deutsche Burschenschaft‘ einen Werbestand auf der ,Jagd & Hund‘ angekündigt. Diese Gruppierung ist nicht nur mit den Parteien AfD und NPD vernetzt, sondern auch mit der rechtsextremen Jungen Alternative und der Identitären Bewegung sowie mit rechtsterroristischen Kreisen“, erklären die Grünen.
Sonja Lemke von den Linken sieht darin eine konkrete Gefahr: „Es ist davon auszugehen, dass sich mit diesem Vorgehen Rechtsextremist:innen einen Zugang zu Waffen verschaffen wollen. Sowohl dadurch, dass Jäger:innen von extrem rechter Ideologie überzeugt werden, als auch um Rechtsextremen über Jagdscheine Waffen zu besorgen. Wir wissen alle, wie gefährlich das für unsere Demokratie ist!“
Den Dortmunder Westfallenhallen sind die Hände gebunden – trotz rechtsextremem Aussteller
Die Tierschützer:innen des „Bündnisses gegen Jagd“ finden: „Werbung für verfassungsfeindliches Gedankengut hat in städtischen Gebäuden nichts zu suchen.“ Dem schließen sich die Dortmunder Grünen an. Hannah Rosenbaum führt weiter aus: „Dass eine Tochtergesellschaft der Stadt Dortmund nun auch noch Organisationen eine Bühne bietet, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft werden, ist schlicht unerträglich.“

Die Dortmunder Westfalenhallen sehen sich mit einem ähnlichen Fall wie dem des Auftritts des Verschwörungsideologen Daniele Ganser im vergangenen Jahr konfrontiert: Im März 2023 konnte sie den Auftritt Daniele Gansers – trotz antisemitischer Verschwörungserzählungen – nicht absagen, das stellte ein Gerichtsurteil fest. Pressesprecher Robin Uhlenbruch erläutert, weshalb: „Die Zulassung von Ausstellern zur Teilnahme an der ,JAGD & HUND 2024′ beruht auf der Überprüfung des Teilnahmeantrages. Das gilt für die Zulassung aller Teilnehmenden so auch von Verbänden oder Vereinen wie der ,Deutschen Burschenschaft‘.“
Sofern sich die „DB“ im Rahmen geltender Gesetze bewege, sei die Messe Dortmund gemäß der gesetzlich vorgeschriebenen Gleichbehandlung verpflichtet, deren Teilnahme zuzulassen, führt er weiter aus. Konkret bedeute dies, dass die Betreiber:innen die Zusage erst dann verweigern könnten, wenn es sich bei den Bewerber:innen um verbotene Organisationen handele.
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Tradition und Rechtsextremismus: „Deutsche Burschenschaft“ bei „Jagd und Hund“-Messe

Reaktionen
heimdalen
rechtsextremismus ist menschenrechts.-u. daher grundrechtswidrig.extrem ist diese rechteideologie ,weil sie übergeordnete rechte und rechtspflichten ablehnt,bzw. von ihnen abgefallen ist.es kann daher kein legales rechtsextremistisches geben. der abfall von den allgem. menschjenrechten selbst schon…. ist eine straftat als solche.
gleichzeitig erfüllen diese extremisten nicht mehr den voraussetzungssachverhalt für die bundesdeutsche staatsangehörigkeit.das geburtsdeutsche sei kann nur bis zur strafmfähigkeit also 15-16 jahre gelten.danach
ist von den heranwachsenden die geistige mitträgerschaft der grund u- menschenrechte zuerwarten..völlig berechtigt.
das ablehnen dieser ist daher strafrechtsrelevant.das nicht ahnden begünstigung menschenrechtswidriger ideologien.
die jagd ist eine privilegienrechtliche unmöglichkeit aus zeiten menschenrechtsdferner herrschaft.sie ist ein ungleicher bereicherungsakt am gemeinsamen naturerbe.sie ist ebenso eine permanente aufforderung zum töten und aus konstruierter notwendigkeit. sie ist eine zutiefst tierrechtswidrige selbstgefälligkeit…einer antiquierten vergangenen
gesellschaft……..sie ist eine illegitime legalisierte lust am töten und and der herrschaftsmacht der waffe bzw. des waffenbesitzes.meines wissens gibt es innerhalb der grenzen der vernunft keinen haltbaren grund für die jägerei.sie ist weder lustig noch hat sie ethischen wert.auch keinen ästhetischen oder anderweitigen…der sich volkswirtschaftlich u.o. gemeinnützig rechtfertigen ließe.eher sind bestimmte verwerflichkeiten zu konstatieren,die rechtlich nicht tragbar sind.das gesamte jagdrecht stellt in zeiten der bdrohten biodiversität,besonders antiquierte begünstigungsprivilegien gegen die interessen des souveränes selbst dar.
Kommunalwahl 2025: Umstrittene Trophäenjagd-Messeangebote spalten Dortmunder Parteien -Tierschutzorganisationen nehmen Dortmunder Politik in die Verantwortung für Artenschutz (PM Pro Wildlife)
15 Natur-, Tier- und Artenschutzorganisationen haben vor der Dortmunder Kommunalwahl am 14. September alle demokratischen Parteien und den parteilosen OB-Kandidaten um Stellungnahmen zu den umstrittenen Trophäenjagdangeboten auf der Messe JAGD & HUND gebeten. „Der Dortmunder Stadtrat macht sich seit Jahren mitschuldig am Ausverkauf bedrohter Wildtiere“, kritisiert Dr. Mona Schweizer von Pro Wildlife. „Die von den Parteien mehrheitlich vorgetragene Ablehnung von Trophäenjagdreisen-Angeboten muss sich endlich in Verboten niederschlagen – das ist auch eine Frage der Glaubwürdigkeit.“
Weitgehende Einigkeit unter den Parteien, nur CDU schert aus
Von den elf angefragten demokratischen Parteien/Kandidaten gaben sechs Parteien (SPD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die LINKE, Die PARTEI, die Tierschutzpartei) sowie der parteilose OB-Kandidat Martin Cremer Stellungnahmen ab. Während die CDU die Jagdmesse unverändert erhalten möchte und der parteilose Kandidat ein generelles Verbot ablehnt, sich aber zumindest für eine tier- und artenschutzkonforme Messe ausspricht, sprechen sich alle anderen Parteien für ein Vermarktungsverbot von Trophäenjagd-Angeboten bezüglich international geschützter Arten aus.
„Grundsätzlich hat sicher niemand in Dortmund Verständnis für solche Jagdreisen“, stellt die SPD klar. Die CDU hingegen bekennt sich „zu einem attraktiven Messestandort als wichtiger Wirtschaftsfaktor“ und unterstützt die JAGD & HUND „in ihrer bisherigen Ausgestaltung“.
Einigkeit bei EU-geschützten Arten und Bogenjagd
Noch deutlicher wird die Ablehnung bei Abschüssen auf nach EU-Recht besonders geschützte Arten wie Braunbär und Luchs. „Dies verstößt gegen den Geist des Artenschutzes und untergräbt die Bemühungen, diese ohnehin gefährdeten Arten zu schützen“, betont die Tierschutzpartei. Die Grünen ergänzen: „Der Schutzstatus nach FFH-Richtlinie ist verpflichtend. Die Jagd auf diese Tiere darf keinesfalls kommerziell beworben werden.“
Auch die in Deutschland verbotene Bogenjagd und die Vermarktung von Bogenjagden im Ausland auf der JAGD & HUND stößt auf breite Ablehnung. „Die Bogenjagd ist in Deutschland aus Tierschutzgründen verboten und das ist gut so. Das sollte sich auch bei der Ausrichtung einer Messe widerspiegeln,“ findet der parteilose OB-Kandidat Martin Cremer.
Die CDU ließ beide Fragen unbeantwortet.
Ethikkommission soll endlich liefern
Alle befragten Parteien wollen die Ergebnisse der seit 2023 eingesetzten Ethikkommission berücksichtigen. Diese soll die Trophäenjagdangebote ethisch bewerten. Doch nur Grüne, Linke und Tierschutzpartei fordern konkret eine politische Umsetzung der Empfehlungen.
„Die Einrichtung der Ethikkommission war ein Kompromiss, um die Entscheidung aufzuschieben“, kritisiert Die LINKE. Die Ethikkommission wurde von OB Westphal bereits im Wahlkampf 2020 versprochen und schließlich im Sommer 2023 eingesetzt.
Tierschutzbeauftragte soll gestärkt werden
Die Weiterführung der Stelle der Dortmunder Tierschutzbeauftragten über 2026 hinaus befürworten die Befragten weitestgehend, wobei sich SPD, die Grünen, die LINKE und die Tierschutzpartei zusätzlich für eine Stärkung der Position aussprechen. „Die Rolle der Tierschutzbeauftragten ist essenziell für eine moderne, tierfreundliche Stadtpolitik“, so die Grünen, die die Stelle ursprünglich ins Leben gerufen hatten.
Tierschutzorganisationen fordern Vermarktungsstopp
Die Vermarktung von Angeboten zum Abschuss insbesondere bedrohter und international geschützte Tierarten, wie Elefanten, Nashörner, Löwen, Leoparden und Eisbären auf Europas größter Jagdmesse steht seit Jahren in der Kritik. Als alleinige Gesellschafterin der Westfalenhallen steht die Stadt Dortmund und damit der Stadtrat in der Verantwortung.
„Die Antworten zeigen, dass eine Mehrheit der Parteien die verwerflichen Trophäenjagd-Angebote ablehnt. Aber das dürfen in der neuen Legislatur nicht wieder nur Lippenbekenntnisse bleiben. Der Dortmunder Stadtrat muss endlich handeln!“ fordert Dr. Mona Schweizer von Pro Wildlife abschließend.
Hintergrundinfos:>> Antworten der Parteien bezüglich der OB- & Kommunalwahl: https://prowildlife.us5.list-manage.com/track/click?u=2b2aa4d1dbf2e6a7d1177c45f&id=1455fcb84e&e=f88f5563b0
>> Trophäenjagd auf bedrohte Arten: https://prowildlife.us5.list-manage.com/track/click?u=2b2aa4d1dbf2e6a7d1177c45f&id=b3ea4a43aa&e=f88f5563b0
EU statt Elefantenjagd – GRÜNE fordern EU-Beschränkung für Dortmunder Jagdmesse (PM)
Die GRÜNE Ratsfraktion Dortmund hat für die nächste Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften am 2. Oktober 2025 eine Anfrage zur Messe „Jagd & Hund“ eingereicht. Hintergrund ist, dass auf der Messe regelmäßig Jagdreisen außerhalb der EU beworben werden, darunter Trophäenjagden auf bedrohte Tierarten wie Elefanten, Giraffen, Nashörner und Löwen.
Bereits vor fünf Jahren hat Oberbürgermeister Thomas Westphal angekündigt, Lösungen gegen diese Angebote zu finden – bislang ohne Ergebnis. Mit ihrer Anfrage wollen die GRÜNEN nun die bislang enge juristische Perspektive von Verwaltung und Westfalenhallen erweitern. Ein von der Fraktion beauftragtes Rechtsgutachten zeigt, dass es rechtlich möglich wäre, die Messe auf Angebote aus der EU zu beschränken. Damit könnten Jagdreisen in Länder ausgeschlossen werden, in denen Trophäenjagden auf bedrohte und international geschützte Tiere angeboten werden. Zugleich würde die Messe ihrem eigenen Anspruch als „Europas größte Jagdmesse“ gerecht.
„Die Stadt trägt Mitverantwortung für das, was auf ihren Messen präsentiert wird. Trophäenjagden auf bedrohte Tiere dürfen dort keinen Platz haben. Jetzt muss die Verwaltung endlich prüfen, wie sich die rechtlichen Spielräume konsequent nutzen lassen“, betont Dr. Christoph Neumann, Fraktionssprecher der GRÜNEN.
Das Gutachten und die Anfrage der GRÜNEN Fraktion finden Sie auf unserer Website:
https://www.gruene-do.de/rechtliche-moeglichkeiten-zur-beschraenkung-der-messe-jagd-hund-auf-angebote-aus-der-eu/
AGD & HUND 2026: Hochrangige Delegation aus Botswana reist nach Dortmund – weitere Gäste aus afrikanischen Ländern unterstreichen internationale Bedeutung der Messe (PM)
Gemeinsame Pressemitteilung der Messe Dortmund, des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen (LJV NRW), des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und des Internationalen Jagdrats (CIC) Deutschland
Die Messe JAGD & HUND erhält in diesem Jahr hochrangigen internationalen Besuch: Der botswanische Minister für Tourismus und Umwelt, Wynter Boipuso Mmolotsi, hat angekündigt, in Begleitung einer Delegation aus seinem Land nach Dortmund zu reisen. Begleitet wird der Minister auch vom botswanischen Botschafter für Deutschland, John-Thomas Dipowe. Neben Botswana haben auch Simbabwe und Namibia ihre Teilnahme mit entsprechenden Abordnungen bestätigt.
Die Messe Dortmund, der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen (LJV NRW) sowie der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Internationale Jagdrat (CIC) Deutschland begrüßen das Engagement aus den südafrikanischen Ländern. Bereits in den vergangenen Jahren waren wichtige Vertreter unter anderem der botswanischen Regierung in Dortmund präsent und standen Politik und Presse für Gespräche zur Verfügung.
Botswana bekennt sich deutlich zur nachhaltigen Nutzung seiner natürlichen Ressourcen. Neben dem Fototourismus setzt das Land auch auf Jagd und Fischerei, wobei ausländischen Gästen eine wichtige Rolle im Schutz von Lebensräumen sowie bei der Sicherung von Arbeitsplätzen und Lebensmittelsicherheit zukommt. 2024 hatte Botswanas Regierung im Streit um drohende Einschränkungen für Wildtier-Importe durch ihr Angebot, 20.000 Elefanten nach Deutschland zu schicken, international für Aufsehen gesorgt. Auch die neue Regierung hält an der Jagd als Instrument in Botswanas Wildtiermanagement fest und sieht sie als wichtigen Bestandteil der nationalen „Wildlife-Economy“.
Botschafter John-Thomas Dipowe erklärte im Vorfeld der Messe: „Wir wollen unsere Teilnahme zu einer wertvollen Erfahrung machen, indem wir Botswanas unberührte Schönheit, unsere Pflanzen- und Tierwelt zeigen. Und wir danken für die Möglichkeit, bei dieser wichtigen Veranstaltung mitzuwirken.“
Auch aus Simbabwe und Namibia haben hochrangig besetzte Delegationen ihren Besuch angekündigt. Unter anderem planen Vertreterinnen und Vertreter des simbabwischen Umweltministeriums sowie die Botschafterin Simbabwes in Deutschland, Alice Mashingaidze, nach Dortmund zu reisen. Beide Gruppen werden sowohl Regierungsvertreter als auch Vertreter örtlicher NGOs umfassen.
Über die gesamte Dauer der Messe wird es einen gemeinsamen Informationsstand der beteiligten südafrikanischen Regierungen und NGOs geben, den Besucher in Halle 7 finden.
Teilnahme des Ministers an mehreren Veranstaltungen
Minister Wynter Poipuso Mmolotsi wird unter anderem als Redner bei der offiziellen Eröffnung der Messe am Dienstag (27. Januar) um 10 Uhr in Halle 4 erwartet. Zudem wird er an einer Veranstaltung der Messe Dortmund und der Deutschen Delegation im CIC teilnehmen, die sich mit der Bedeutung der Jagd im Südlichen Afrika beschäftigt. Diese findet am Mittwoch (28. Januar) um 18.15 Uhr auf der Bühne in Halle 4 statt.
Gezüchtet, vermarktet, erschossen: Löwen sterben für billige Trophäen – Vor Europas größter Jagdmesse: Neuer Bericht kritisiert Abschüsse gezüchteter Tiere – auch durch deutsche Jäger*innen (PM)
Kurz vor Beginn der JAGD & HUND – Europas größter Jagdmesse – am 27. Januar 2026 in Dortmund, veröffentlicht die Tier- und Artenschutzorganisation Pro Wildlife einen neuen Bericht über die Gatterjagd auf Löwen. Besonders brisant: Deutsche Jäger*innen beteiligen sich an einer tierschutzwidrigen Industrie, die Löwen systematisch ausbeutet. Und genau diese Jagdangebote werden auch auf der Dortmunder Messe beworben.
„Der Abschuss gezüchteter Löwen ist der grausame Endpunkt einer lebenslangen Ausbeutung“, erklärt Dr. Mona Schweizer, Biologin und Trophäenjagd-Expertin von Pro Wildlife. „Diese Tiere werden zunächst als Welpen für Foto- und Kuschelangebote missbraucht und später als billige Trophäen verkauft. Die Vermarktung dieser perfiden Angebote auf der JAGD & HUND sowie die Einfuhr von Jagdtrophäen muss endlich gestoppt werden.“
Trauriges Leben auf Jagd-Farmen
Mehr als 8.000 Löwen vegetieren in Südafrika auf Zuchtfarmen dahin – mehr als doppelt so viele wie dort in freier Natur leben. Die Raubkatzen werden gezielt für die sogenannte Gatterjagd gezüchtet: den Abschuss in umzäunten Gehegen, aus denen es kein Entkommen gibt. Offiziellen Zahlen zufolge stammen seit 2015 durchschnittlich 87 Prozent der nach Deutschland importierten Löwentrophäen von solchen Zuchtlöwen.
Der Bericht beleuchtet die gravierenden Tier- und Artenschutzprobleme der Gatterjagd: Schlechte Haltungsbedingungen, Inzucht mit dramatischen gesundheitlichen Folgen, fehlende Kontrollen und mangelnde Sanktionen. Selbst nationale und internationale Jagdverbände lehnen die Gatterjagd als unethisch ab.
Löwenabschüsse als Schnäppchenangebote
Obwohl die Gatterjagd seit langem massiv in der Kritik steht, sind Vermarktung und Einfuhr in Deutschland noch immer legal. Die Recherchen von Pro Wildlife zeigen das ganze Ausmaß der morbiden Schnäppchenjagd auf bedrohte Tiere: „Im Vergleich zu Abschüssen wilder Löwen, mit Einstiegspreisen von meist 20.000 bis 25.000 Euro, werden Zuchttiere geradezu verramscht. Preise unter 10.000 Euro sind keine Seltenheit. Der Abschuss einer Löwin kostet nur ungefähr die Hälfte. Diesjährige Messe-Aussteller führen Angebote für männliche Löwen ab 10.800 und Löwinnen für 5.800 Euro“, so Schweizer.
Pro Wildlife fordert Einfuhr- & Vermarktungsverbot
Die Jagdmesse „JAGD & HUND” hatte die Vermarktung von Gatterjagdangeboten vor zehn Jahren untersagt, das Verbot jedoch 2024 stillschweigend wieder aufgehoben. Südafrikas Regierung kündigt seit Jahren ein Verbot der Gatterjagd an, setzt es aber nicht um.
Auch die Bundesregierung bleibt bisher untätig. Während andere europäische Länder Importverbote für Trophäen geschützter Arten erlassen haben, werden in Deutschland weiterhin Einfuhrgenehmigungen erteilt – sogar für Tiere aus der von allen Seiten abgelehnten Gatterjagd. „89 Prozent der Deutschen lehnen Trophäenimporte ab. Die Politik muss endlich handeln“, so Schweizer.
„Diese Löwenfarmen sind eine tierquälerische Ausbeutungsindustrie, die auf Massenproduktion setzt, um den Trophäenjäger*innen Löwen zum Schnäppchenpreis bieten zu können. Das ist nicht mit dem deutschen Tierschutzgesetz vereinbar,“ betont die Pro Wildlife Expertin. „Wir fordern ein sofortiges Verbot – sowohl für die Vermarktung dieser Angebote als auch für die Einfuhr von Trophäen.“
JAGD & HUND in Dortmund: Messe bietet politische Bühne für Tierleid und wirtschaftliche Ausbeutung (PM)
Dortmund – Die Jagdmesse JAGD & HUND, die ab dem 27. Januar wieder in Dortmund durchgeführt wird, präsentiert sich erneut als internationales Forum für Jagd und angeblichen „Naturschutz“. „Die Einladung hochrangiger Delegationen aus Botswana, Simbabwe und Namibia – darunter Minister*innen und Botschafter*innen – wird von Veranstaltern und Jagdverbänden als großer Erfolg inszeniert“, kritisiert Angelika Remiszewski, Ratsmitglied der Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei in Dortmund – und zugleich Vorsitzende der Tierschutzpartei. Und sie ergänzt: „Aus Sicht der Tierrechtsbewegung zeigt diese Darstellung jedoch vor allem eines: die politische und wirtschaftliche Legitimation einer Praxis, die auf Tierleid, Tiertötung und kolonial geprägtem Jagdtourismus basiert.“
Jagd als „Entwicklungshilfe“ – ein Mythos
Angelika Remiszewski: „Die Messe vermittelt das Bild, Trophäenjagd sei ethisch vertretbar und ökonomisch notwendig. Doch diese Erzählung blendet zentrale Fakten aus. Die extrem ungleichen Macht- und Wohlstandsverhältnisse zwischen zahlungskräftigen Jägern aus Europa oder Nordamerika und den betroffenen Regionen des globalen Südens werden in Dortmund bewusst verschleiert.“
Die Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei beruft sich auf unabhängige Analysen, die zeigen:
· Nur ein minimaler Anteil der Einnahmen aus der Trophäenjagd erreicht tatsächlich die lokalen Gemeinschaften. In manchen Fällen bleiben durchschnittlich nur rund 3 % der Gesamteinnahmen bei der Bevölkerung vor Ort.
· In Ländern wie Kamerun, Tansania oder Sambia versickern große Teile der Gelder in staatlichen Strukturen oder werden von Jagdfirmen vereinnahmt.
· Selbst wenn einzelne positive Beispiele hervorgehoben werden, bleibt der gesamtwirtschaftliche Nutzen marginal: Die Trophäenjagd trägt nur einen verschwindend geringen Anteil zur nationalen Wirtschaftsleistung bei und verbessert die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung nicht nachhaltig.
Während Großwildjäger hohe Summen für Trophäen und exklusive Aufenthalte zahlen, würden vor allem Jagdindustrie, staatliche Stellen und internationale Jagdverbände wie der Internationale Jagdrat (CIC) profiteren. Die Menschen, die täglich mit den ökologischen und sozialen Folgen dieser Politik leben müssen, gingen weitgehend leer aus.
Ethische Verantwortung statt politischer Inszenierung
Angelika Remiszewski: „Aus tierrechtlicher Perspektive ist es ethisch nicht vertretbar, fühlende Individuen für Jagdtrophäen zu töten. Besonders problematisch wird es, wenn diese Praxis als Beitrag zu sozialer Entwicklung verkauft wird – obwohl die tatsächlichen Vorteile für die lokale Bevölkerung minimal sind.
Statt ernsthafte Alternativen wie ökotouristische Modelle, lokale Mitsprache oder nachhaltige, nicht-tödliche Nutzung von Naturressourcen zu fördern, wird eine industriegestützte Tötungspraxis weiter politisch legitimiert und international vermarktet.“
Dortmund als Bühne für ein irreführendes Narrativ
Die offizielle Inszenierung auf der JAGD & HUND trage dazu bei, die Realität hinter einem wohlklingenden Narrativ von „Partnerschaft“ und „wirtschaftlicher Chance“ zu verbergen, kritisiert die Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei. Damit würden die Interessen von Jagdlobby, Behörden und ausländischen Jägern über ethische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und den Schutz von Wildtieren gestellt.
Neue Gutachten zum Ausschluss von Trophäenjagdangeboten: Tier- und Artenschützer fordern Vermarktungsstopp tier- und artenschutzwidriger Jagdreisen (PM)
Am 27. Januar startet Europas größte Jagdmesse JAGD & HUND in Dortmund. Über 90 Aussteller bieten dort Trophäenjagd auf Elefant, Nashorn, Löwe, Eisbär und viele weiteren Arten an. Dabei zeigen zwei neue Rechtsgutachten, dass ein Ausschluss tier- und artenschutzwidriger Messeangebote möglich ist. 21 Tier- und Artenschutzorganisationen fordern die Stadt auf, Anbieter von Trophäenjagdreisen endlich von der Messe zu verbannen.
„Deutschland verzeichnet weiterhin alarmierend hohe Trophäeneinfuhren. Laut aktueller Auskunft des Bundesumweltministeriums wurden 2025 651 Trophäeneinfuhren allein geschützter Tierarten registriert. Dies erfordert unverzügliches Handeln auch auf kommunalpolitischer Ebene“, fordert Dr. Mona Schweizer von Pro Wildlife.
Gutachten belegen Handlungsmöglichkeiten
Ein von Tier- und Artenschützern in Auftrag gegebenes neues Rechtsgutachten zeigt, dass unter anderem auf Basis des Tierschutzgesetzes, welches Töten ohne vernünftigen Grund unter Strafe stellt, der Ausschluss von Trophäenjagd-Anbietern von der Messe dringend geboten und rechtsicher möglich ist. Die Möglichkeit zum Ausschluss bestimmter Wirtschaftszweige belegt auch ein Gutachten, dass dem Stadtrat im Dezember 2025 vorgelegt wurde. „Die Messe zeichnet sich seit Jahren durch Rückschritt statt Fortschritt aus. Selbst frühere Einschränkungen wie unter anderem das Vermarktungsverbot von Löwen-Gatterjagden wurde – angeblich aus juristischen Bedenken – 2024 wieder zurückgenommen. Mit den neuen Gutachten können sich Messeleitung und Stadt nicht länger hinter vorgeschobenen Argumenten verschanzen und der Verantwortung entziehen“, kritisiert Schweizer.
Vermarktung umstrittener Elefantenjagden
Wie dringend der Handlungsbedarf ist, zeigt auch das Angebot umstrittener Elefantenjagden in Botswana, die von einer wachsenden Zahl von Ausstellern auf der JAGD & HUND vermarktet werden. Seit der Aufhebung des Trophäenjagdverbots 2019 erhöhte Botswana die jährlichen Jagdquoten massiv: allein in den letzten Jahren von 281 (2022) auf 415 Tiere (2026). Ein aktueller Bericht von Wissenschaftlern aus Botswana verdeutlicht die fatalen Konsequenzen für die botswanische Elefantenpopulation. „Die Trophäenjagd löscht gerade die wenigen verbliebenen, bereits durch Wilderei und Lebensraumschwund bedrohten älteren Elefantenbullen aus, die für die Fortpflanzung und die Sozialstruktur und damit das langfristige Überleben der Population so wichtig sind“, erklärt Biologin Schweizer. „Dass die Messe solchen Angeboten eine Plattform bietet, ist aus Artenschutzsicht fatal.“
Messe und Stadt Dortmund in der Verantwortung
Während die gesellschaftliche Ablehnung gegenüber Trophäenjagd in Import- und Exportländern groß ist – zum Beispiel 89 Prozent in Deutschland und 68 Prozent in Südafrika – diskutiert der Dortmunder Stadtrat seit Jahren über die umstrittene Vermarktung von Trophäenjagdangeboten auf der Messe – ohne Ergebnis. Die JAGD & HUND ist eine messeeigene Veranstaltung und die Stadt Dortmund alleinige Gesellschafterin der Messehallen, damit trägt der Stadtrat die politische Verantwortung. „Wer Eigentümerin der Messe ist, entscheidet auch über deren Inhalte“, betont die Pro Wildlife Expertin. „Der Stadtrat muss endlich die Vermarktung von Trophäenjagdangeboten beenden.“
Hintergrundinfos:
>> Juristisches Gutachten zum Ausschluss von Trophäenjagdreiseangeboten von festgesetzten Messen und Ausstellungen: https://prowildlife.us5.list-manage.com/track/click?u=2b2aa4d1dbf2e6a7d1177c45f&id=7953669765&e=f88f5563b0
JAGD & HUND: Verwaltung schweigt weiter – Ethikkommission immer noch ungeklärt (PM)
Auch in diesem Jahr findet in Dortmund wieder die internationale Jagdmesse „JAGD & HUND“ statt. Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN & Volt kritisiert erneut die fehlende Transparenz und die ausbleibenden Antworten der Stadtverwaltung zu zentralen Fragen rund um die Messe.
Bereits im September 2025 hatten die GRÜNEN über den Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften eine Anfrage inklusive Rechtsgutachten an die Verwaltung gestellt. Ziel war es, rechtliche Möglichkeiten zu prüfen, die Messe auf Angebote aus der Europäischen Union zu beschränken und so problematische Jagdpraktiken – etwa Trophäenjagd und Wildtierimporte aus Drittstaaten – einzudämmen. Insbesondere die Großwildjagd auf Elefanten, Giraffen und Nashörner sorgt in Dortmund immer wieder für Aufsehen.
Bis heute liegt dazu keine Antwort der Verwaltung vor.
„Es ist nicht akzeptabel, dass ein fundiertes Rechtsgutachten seit Monaten unbeantwortet bleibt. Der Rat und die Öffentlichkeit haben ein Recht darauf zu erfahren, welche rechtlichen Spielräume die Stadt hat, um diese Messe verantwortungsvoll zu gestalten“, erklärt Fraktionssprecherin Katrin Lögering. „Die weiterhin fehlende Rechtseinschätzung ist ärgerlich, insbesondere weil der Rechtsdezernent Norbert Dahmen (CDU) die Stadt Dortmund im Aufsichtsrat der Westfalenhallen vertritt.“
Zusätzlich herrscht weiterhin Unklarheit über die Umsetzung der vom Rat beschlossenen Ethikkommission, die die Jagdmesse und die sogenannten Jagdtrophäen-Angebote bewerten soll. Trotz des eindeutigen Ratsbeschlusses vor vier Jahren ist bislang nicht transparent, wann mit einem Ergebnis der Kommission zu rechnen ist.
„Der Ratsbeschluss zur Einrichtung einer Ethikkommission darf kein Papiertiger bleiben. Gerade angesichts der anhaltenden Kritik an der Jagdmesse erwarten wir, dass die Verwaltung hier endlich tätig wird“, so Lögering weiter. „Der Beschluss erfolgte seinerzeit mit den Stimmen der CDU, sodass wir auch vom neuen CDU-Oberbürgermeister eine Umsetzung erwarten.“
GRÜNE & Volt fordern die Verwaltung auf, umgehend Stellung zu beziehen, das angeforderte Rechtsgutachten einzuordnen und einen konkreten Fahrplan zu einem Ergebnis der der Ethikkommission vorzulegen.
Hintergrund:
Bereits mehrfach hatten die GRÜNEN auf rechtliche Möglichkeiten hingewiesen, die Messe stärker zu regulieren und problematische Angebote auszuschließen:
https://www.gruene-do.de/rechtliche-moeglichkeiten-zur-beschraenkung-der-messe-jagd-hund-auf-angebote-aus-der-eu/
https://www.gruene-do.de/eu-statt-elefantenjagd-gruene-fordern-eu-beschraenkung-fuer-dortmunder-jagdmesse/
https://www.gruene-do.de/gruene-kitisieren-unzulaessige-angebote-auf-der-jagdhund/
https://www.gruene-do.de/gruene-fordern-moratorium-fuer-jagdreiseangebote-in-den-westfalenhallen/