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50 Jahre Stadtbahnbau in Dortmund: Broschüre liefert interessante Einblicke in Vergangenheit und Zukunft

Vor 50 Jahren begannen die Arbeiten am Hauptbahnhof. Heute verläuft der gesamte Schienenverkehr in der Innenstadt unterirdisch, wodurch sich die Verkehrslage verbesserte und Raum für neue Nutzungskonzepte geschaffen wurde.

Vor 50 Jahren begann am 22. Oktober 1969 das Stadtbahnzeitalter in Dortmund. Nachdem der damalige Rat die notwendigen Beschlüsse gefasst hatte, erfolgte der erste Rammschlag unmittelbar am Hauptbahnhof. Zum Jubiläum hat das Tiefbauamt eine Broschüre herausgebracht. In kurzen Abschnitten wird dargestellt, wie die Vision Stadtbahnbau Realität wurde und welche Impulse der Bau der Stadt und dem Strukturwandel gegeben hat. Ein Blick zurück – aber auch in die Zukunft.

Gestern, heute, morgen – 50 Jahre Stadtbahnbau in Dortmund

Barrierefreiheit und der weitere Ausbau des Wegenetzes stehen in Zukunft im Vordergrund.

Heute bringt die Stadtbahn die Menschen in Dortmund schnell und sicher auf kurzen Wegen zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Sport und zu Veranstaltungen. Oder zu Erholungs- und Freizeiteinrichtungen wie dem Phoenixsee oder dem Dortmunder U. Die Stadtbahn ist zu einem positiven Standort- und Wirtschaftsfaktor geworden und die Stadt Dortmund profitiert davon.

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Doch wie fing das alles an? Welche Schritte waren notwendig, um ein solch umfassendes Wegenetz zu schaffen, welche Hürden mussten überwunden werden und wie wurde der Ausbau der Stadtbahn mit städtebaulichen Maßnahmen in Einklang gebracht? Die Broschüre liefert Einblicke in diese Geschichten und verrät gleichzeitig, was für die Zukunft geplant ist.

Im Laufe der letzten 50 Jahre wuchs das Stadtbahnnetz auf bis heute rund 75 Kilometer Länge – davon 20,5 Kilometer unterirdisch. Zuständig für den Bau war und ist das, extra für den Stadtbahnbau eingerichtete, Stadtbahnbauamt – das 2013 in das Tiefbauamt integriert wurde.

75 Kilometer Wegenetz, 124 Haltepunkte, 8 Linien, 10-Minuten-Takt

So sah es 1969 auf der Kampstraße aus, als es noch keine U-Bahn gab. Foto: Stadt Dortmund

Insgesamt 124 Haltepunkte – 26 unterirdische Bahnhöfe und 98 oberirdische Haltestellen – umfasst das durch DSW21 betriebene Stadtbahnnetz heute. 105 Haltestellen und Bahnhöfe – also rund 85 Prozent – sind bereits barrierefrei ausgebaut.

Acht Linien verbinden tagsüber im Zehn-Minuten-Takt die Stadtbezirke schnell und staufrei mit der Innenstadt sowie untereinander. Dabei dienen die Bahnhöfe Reinoldikirche, Kampstraße und Stadtgarten als Verknüpfungspunkte. Ein einmaliges Umsteigen reicht, um zu jedem Punkt des Liniennetzes zu gelangen.

Unter dem Motto „Eine Stadt fährt in die Zukunft“ begannen vor 50 Jahren die Arbeiten. Die damals Zuständigen trafen damit eine weitsichtige Entscheidung. Denn die Stadtbahn ist die Grundlage des attraktiven, schnellen und leistungsfähigen aber dabei klimafreundlichen ÖPNV in Dortmund. Sie war auch die Grundlage für eine städtebauliche Neuordnung der Innenstadt.

Mit der unterirdischen Verlagerung wurde Platz für Grünanlagen, Veranstaltungsorte und Kunst geschaffen

Früher teilten sich Straßenbahnen, Busse, Autos den Platz zum Beispiel auf den Zufahrtsstraßen Märkische Straße oder Hohe Straße oder dem Wallring. Linksabbieger bremsten die Straßenbahn aus, der Fußverkehr war nachrangig und konnte nur an Ampeln die Straße queren. 

20,5 Kilometer Wegenetz verlaufen unterirdisch.

Nachdem die Stadtbahn Platz an der Oberfläche geschaffen hatte, änderte sich das Gesicht der Stadt sicht- und spürbar: es entstanden Plätze die zum Verweilen einladen wie beispielsweise der Stadtgarten. Und an der Kleppingstraße heißt es „Flanieren“ oder die vielfältigen Angebote der Außengastronomie genießen. 

Straßen und Plätze konnten neu gestaltet und verknüpft werden und es gibt heute Platz für Grün, Spielbereiche oder Kunst – aber auch Großveranstaltungen. Die Umgestaltung der Innenstadt auf der Basis des vom Rat beschlossenen City-Konzeptes wäre ohne den Stadtbahnbau undenkbar.

Dortmund ist eine der dynamischsten Städte der neuen Wirtschaft in Deutschland und hat den Strukturwandel der letzten Jahrzehnte von der Stahl-, Kohle- und Bierstadt zu einem modernen Dienstleistungs- und Technologiestandort gut gemeistert. 

„Eine Stadt fährt in die Zukunft“ – auch künftig gibt es viel zu tun

Glück auf! Tunnelpatin gibt Startschuss für Umbau und Erweiterung der Stadtbahnanlage Hauptbahnhof

Glück auf! Umbau und Erweiterung der Stadtbahnanlage Hauptbahnhof. Foto: Klaus Hartmann

Denn auch heute ist der Bau der Stadtbahn in Dortmund noch nicht abgeschlossen. 2014 begann zum Beispiel auf den Tag genau nach 45 Jahren das Projekt „U-Plus“: der Umbau und die Erweiterung der Stadtbahnanlage Hauptbahnhof.

Die Stadtbahnanlage ist schon in die Jahre gekommen und erfüllt die Ansprüche an eine moderne Stadtbahnanlage nicht mehr. Auch die Haltestellen entlang der B1 bieten genug Arbeit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tiefbauamtes sowie die beteiligten Unternehmen. Die Haltestellen müssen barrierefrei werden. Die Stadt bleibt also weiter in Bewegung.

 

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Weitere Informationen:
  • Broschüre 50 Jahre Stadtbahnbau
  • Terminhinweis: Am Montag, 9.Dezember 2019, findet von 14 bis 18 Uhr die Veranstaltung „Schaufenster Baustelle“ statt. Interessierte können an der Stadtbahnbaustelle Hauptbahnhof einen Blick hinter die Arbeitsschutzwand werfen und sich über den aktuellen Stand der Arbeiten informieren.

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Ein Gedanke zu “50 Jahre Stadtbahnbau in Dortmund: Broschüre liefert interessante Einblicke in Vergangenheit und Zukunft

  1. Tiefbauamt der Stadt Dortmund (Pressemitteilung) Beitrags Autor

    Stadtbahnanlage Hauptbahnhof: Werfen Sie einen Blick hinter die Arbeitsschutzwand

    Das Tiefbauamt der Stadt Dortmund lädt am Stadtbahnbau Interessierte am Montag, 9. Dezember, in der Zeit von 14 bis 18 Uhr ein, einmal einen Blick hinter die Arbeitsschutzwand der Stadtbahnanlage Hauptbahnhof zu werfen. Eingang: West-Seite, mittlere Tür, Verteilerebene, am Rollup!

    „Wir sind mitten in den Ausbauarbeiten der Wände und Decken sowie der Rohbauarbeiten für die neue Zugangsanlage und die Betriebsräume. Ein kompletter Durchgang ist aufgrund der vielen Gerüste auf der Fahrebene nicht möglich, aber Sie können in Höhe der Verteilerebene hinter der Arbeitsschutzwand Richtung Norden gehen und sich zumindest einmal einen kleinen Eindruck über den Stand der Arbeiten verschaffen“, so die Tiefbauamtsleiterin, Sylvia Uehlendahl.

    Die Arbeiten an der westlichen Seite der Anlage lassen diesen Durchgang vom Mittelbereich der Verteilerebene aus in Richtung Norden zu. Zu sehen ist der neue Aufzug sowie die fast fertiggestellte Decken- und Wandverkleidung in diesem Bereich und man kann einen – eingeschränkten – Blick auf die Bahnsteigebene werfen.

    Die Bauleitung steht vor Ort für Fragen zur Verfügung.

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