
Für die Jahreszeit überraschend und entgegen dem Landestrend ist die Arbeitslosigkeit im August in Dortmund nicht weiter gestiegen, sondern leicht um 60 Personen zurückgegangen. Auch der Zugang in Arbeitslosigkeit aus Erwerbstätigkeit hat sich in Dortmund im Vergleich sowohl zum Vor- als auch zum Vorjahresmonat prozentual besser entwickelt als im Land.
„Es ist noch viel zu früh, von einer Trendwendericht zu sprechen“
„Angesichts der anhaltend schwächelnden Wirtschaft sind nicht weiter steigende Arbeitslosenzahlen in Dortmund schon ein bemerkenswertes Zeichen. Zwar ist es noch viel zu früh, von einer Trendwende zu sprechen. Etwas Hoffnung gibt allerdings auch das IAB-Arbeitsmarktbarometer, das für den deutschen Arbeitsmarkt erneut zulegt und im August 2025 wieder im positiven Bereich liegt“, kommentiert Arbeitsagenturchefin Heike Bettermann die Situation auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

„Unter Druck steht weiterhin die Industrie, und es zeigt sich, dass der Dienstleistungssektor stabilisierend auf den Arbeitsmarkt wirken kann. Klar ist aber auch, dass wir gerade die Jüngeren in unserer Stadt noch besser im Blick haben müssen. Es zeigt sich immer wieder, dass eine gute Qualifikation der beste Garant für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben, wie auch für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen vor Ort ist“, so Bettermann.
„Daher ist es wichtig, Jugendlichen, die im familiären Umfeld wenig Unterstützung erfahren, mit individueller Beratung und entsprechenden Förderangeboten noch besser zur Seite zu stehen“, kommentiert Arbeitsagenturchefin Heike Bettermann die Situation auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt“, so die Agentur-Chefin.
Unterstützung lokaler Firmen bei der Suche nach geeigneten Arbeitskräften
„Wegen der andauernden Sommerpause zeigt sich der Arbeitsmarkt im August typischerweise weniger dynamisch. Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Betreuung des Jobcenters Dortmund ist in diesem Monat um 83 Personen gestiegen, wobei junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren überdurchschnittlich betroffen sind“, berichtet Marcus Weichert, Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund.

„Die Gründe liegen zum Großteil im saisonbedingten, zurückhaltenden Verhalten der Unternehmen bei Neueinstellungen und der vermehrten Beendigung beruflicher Maßnahmen im Sommer“, so Weichert. „Mit Blick auf das Ende der Sommerpause am Arbeitsmarkt müssen wir weiterhin in passgenaue Weiterbildungsangebote und Umschulungen investieren, um individuelle Beschäftigungslücken zu schließen und dem Fachkräftemangel in Dortmund aktiv entgegenzuwirken.“
„Nach wie vor bleibt die Unterstützung lokaler Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Arbeitskräften ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit“, erklärt Marcus Weichert, Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund“, so der Jobcenter-Chef.
Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im August 2025
Im August wurden 40.417 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 9.648 Personen bei der Arbeitsagentur und 30.769 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 60 Personen gesunken.

Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen verharrt bei 12,2 Prozent (August 2024: 11,8 Prozent). Die anteilige Arbeitslosenquote für die Agentur liegt weiter bei 2,9 Prozent, für das Jobcenter steigt die Quote leicht auf 9,3 Prozent. Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung.
In der Stadt Dortmund wurden im August 6.228 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.647 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 198 Personen weniger als im Vormonat. 6.319 Personen meldeten sich im August bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.427 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 101 Personen mehr als im Vormonat.
Unterbeschäftigung geht geringfügig zurück – Jugendarbeitslosigkeit über zehn Prozent
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil es sich dabei um Menschen handelt, denen ein reguläres Beschäftigungs-verhältnis fehlt. Insgesamt werden in diesem Monat 48.985 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 307 Personen weniger.

Im August waren 3.745 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 107 Personen bzw. 2,9 Prozent mehr als im Vormonat und 215 Personen bzw. 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Jugendarbeitslosenquote steigt im August um 0,3 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent.
703 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund im August gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 389 Stellenmeldungen weniger und im Vergleich zum Vorjahr 73 Stellen mehr. Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 4.093 offene Stellen. Das sind 53 mehr als im Vormonat, aber 467 weniger als im August des Vorjahres. Die meisten der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen entfallen auf die Berufsgruppen Verkauf, Lagerwirtschaft/Post/Zustellung sowie Büro und Sekretariat.
Alle Zahlen und Fakten gibt es hier als PDF zum Download:
Arbeitsmarktreport_August_2025
Ausbildungsmarkt 2024/2025: Endspurt auf dem
Ausbildungsmarkt – „last-minute“ geht noch viel
Der Dortmunder Ausbildungsmarkt bietet Jugendlichen und Unternehmen derzeit noch gute Chancen. Während für viele junge Menschen zum ersten August bereits ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat, sehen sich andere noch ohne berufliche Perspektive nach der Schule. Aber auch nach dem zweiten offiziellen Ausbildungsstarttermin am ersten September ist es noch nicht zu spät, um mit einer Berufsausbildung zu beginnen. Aktuell stehen in Dortmund 707 offene Ausbildungsstellen 745 jungen Ausbildungssuchenden gegenüber.

„Rein rechnerisch betrachtet passt es nahezu, doch die Praxis zeigt ein anderes Bild, hier sprechen wir von einem sogenannten Mismatch. In vielen Fällen haben die jungen Menschen andere Berufswünsche als die Ausbildungsbetriebe anbieten. Zudem besteht oft eine Diskrepanz zwischen den Qualifikationen der Bewerberinnen und Bewerber und den Anforderungen der Unternehmen“, so “ Heike Bettermann zur aktuellen Lage auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt.
„Ich appelliere daher an beide Seiten: Seien Sie flexibel. Ich wünsche mir von Unternehmen, dass sie jungen Menschen auch dann eine Chance geben, wenn das Profil nicht zu 100 Prozent passt. Qualifikationen lassen sich entwickeln und wir als BA stehen beratend und unterstützend zur Seite – auch mit Blick auf Fördermöglichkeiten. Jungen Menschen möchte ich sagen: Geben Sie nicht auf, es gibt noch freie Ausbildungsplätze auch für dieses Jahr. Melden Sie sich bei uns – unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater unterstützen Sie“, so Bettermann.
Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen seit Beginn des Berichtsjahres liegt Ende August bei 3.653. Dies ist ein marginaler Rückgang von 20 Stellen oder 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig gab es mit 3.467 jungen Menschen mehr Interesse an betrieblichen Ausbildungsangeboten – ein Anstieg um 130 Jugendliche oder 3,9 Prozent zum Vorjahr.