Spendenaktion zur medizinischen Versorgung von Kindern weltweit

„sweetSixteen“ unterstützt die wertvolle Arbeit des Fördervereins „Löwenstarke Kinderhilfe e.V.“

Symbolische Scheckübergabe im sweetSixteen-Kino mit v.li. Stefanie Schneider (sweetSixteeN), Klaus Bullmann, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Löwenstarke Kinderhilfe e.V., Kinobetreiberin Suse Solbach, Rolf Jürgen Neumann, Vorstandsmitglied des Fördervereins und Kinobetreiber Peter Fotheringham. Foto: Sascha Fijneman für Nordstadtblogger.de

Die Bestuhlung des „sweetSixteen“-Kinos in der Nordstadt war in die Jahre gekommen. Warum nicht die Anschaffung neuer Sitzmöbel mit einer Aktion für den guten Zweck verbinden? Das dachten sich die Kinobetreiber:innen Suse Solbach und Peter Fotheringham. Kurzerhand boten sie die alten Sitzmöbel für Filmenthusiast:innen zur Abholung gegen eine Spende an. In kürzester Zeit waren fast alle Stühle vergriffen, wobei es den Abholer:innen überlassen war, wieviel Geld sie spenden wollten. So kam eine Summe von 390 Euro zusammen, die das „sweetSixteen“ auf die runde Summe von 500 Euro aufstockte. Das Geld kommt nun dem „Förderverein Löwenstarke Kinderhilfe e.V.“ zugute, der sich seit mehr als 15 Jahren in Dortmund dafür einsetzt, die medizinische Versorgung von Kindern aus Krisenregionen und Entwicklungsländern zu gewährleisten. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Operationen im orthopädischen Bereich.

„Es ist toll, dass da 2000 Kilometer entfernt Menschen sind, die sich engagieren…“

Bilder wie dieses vom siebenjährigen Zekrya aus Afghanistan haben haben Suse Solbach und Peter Fotheringham tief bewegt. Foto: Förderverein Löwenstarke Kinderhilfe e.V.

Durch einen Presseartikel waren Suse Solbach und Peter Fotheringham auf die Arbeit des Fördervereins aufmerksam geworden.

Zutiefst beeindruckt von dem wertvollen Engagement des komplett ehrenamtlich organisierten Vereins stand für beide sofort fest, dass sie ihn unterstützen möchten.

„In dem Artikel ging es um ein kleines Mädchen aus dem nahen Osten mit einem Handicap am Bein“, berichtet Peter Fotheringham. „Dass da 2000 Kilometer entfernt Menschen sind, die sich engagieren, das fand ich einfach toll.“

Nachdem die Spendenidee gereift war, verfassten Fotheringham und Solbach einen Newsletter und schickten ihn an alle Kinofreunde ihres Verteilers und riefen dazu auf, die alten Kino-Stühle bei Interesse gegen eine Spende abzuholen. Auch alle Mitarbeiter:innen des Kinos waren von der Idee begeistert und warben in ihrem eigenen Umfeld für die Aktion.

Noch sind drei alte Kinostühle gegen Abgabe einer kleinen Spende erhältlich. Foto: Sascha Fijneman für Nordstadtblogger.de

Bereits eine halbe Stunde nachdem der Newsletter versendet worden sei, hätten sich schon die ersten Interessent:innen gemeldet und quasi über Nacht seien fast alle Stühle bereits vergriffen gewesen.

Aktuell stehen noch sechs Stühle im Lager, von denen drei bereits vergeben sind. Wer also Interesse hat, auch einen Stuhl zur Dekoration oder für das echte Feeling im eigenen Heimkino zu erwerben, sollte sich beeilen.

250.000 Euro Spendengelder kamen bisher 20 Kindern zugute

Der „Förderverein Löwenstarke Kinderhilfe e.V.“ hat seit seiner Gründung mehr als 20 Kindern weltweit helfen können und dabei eine Summe von rund 250.000 Euro investiert. Und man würde gerne noch so viel mehr tun, berichten der Vorstandsvorsitzende Klaus Bullmann und Vorstandsmitglied Rolf-Jürgen Neumann, doch leider seien die Mittel sehr knapp.

Bei der Scheckübergabe nutzten Klaus Bullmann und Rolf-Jürgen Neumann die Gelegenheit, die neue Bestuhlung zu testen und sich über den Kinobetrieb informieren zu lassen. Foto: Sascha Fijneman für Nordstadtdblogger.de

Umso mehr freuten sich die beiden, den symbolischen Scheck über 500 Euro von Suse Solbach und Peter Fotheringham im „sweetSixteen“-Kino entgegen nehmen zu können. Wenn auch Sie die Arbeit des Vereins unterstützen möchten, finden Sie die nötigen Daten dazu im Anhang des Artikels. Und natürlich freut sich der Verein auch jederzeit über neue Mitglieder. Der Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft liegt lediglich bei 30 Euro.

„Unser Verein finanziert Operationen, die in den jeweiligen Heimatländern der betroffenen Kinder einfach nicht machbar wären“, erläutert Klaus Bullmann die Vereinsarbeit. Der Verein versuche dort zu helfen, wo es einfach keine anderen Kostenträger für notwendige medizinische Eingriffe gibt. Dies könne unterschiedliche Gründe haben.

In allen Herkunftsländern der jungen Patient:innen sorge jedoch die wirtschaftliche Instabilität dafür, dass es zu Problemen in der medizinischen Versorgung kommt. Dies mache sich dann beispielsweise in der Nicht-Verfügbarkeit wichtiger Medikamente, dem Fehlen notwendiger technischer Geräte für aufwendige Operationen oder auch der Tatsache bemerkbar, dass einfach nicht genügend Fachpersonal und Expert:innen für gewisse Eingriffe zur Verfügung stehen.

Löwenstarkes Engagement: die Geschichte von Zekrya Ahmadi aus Afghanistan

Hier gut zu erkennen: der nach innen gedrehte Klumpfuß.
Hier gut zu erkennen: der nach innen gedrehte Klumpfuß. Foto: Förderverein Löwenstarke Kinderhilfe e.V.

Am besten erklärt sich die Arbeit des Vereins an einem aktuellen Beispiel. Durch die „sweetSixteen“-Zuwendung und weitere Spendengelder kann derzeit die medizinische Versorgung des siebenjährigen Zekrya Ahmadi aus Afghanistan sichergestellt werden.

Seit seiner Geburt leidet er an einer Fehlbildung des Schienbeins: Sein rechtes Bein war elf Zentimeter kürzer als das andere. Zudem hatte sich ein Klumpfuß bei dem Jungen gebildet, wodurch der Fuß nach innen gedreht war und Zekrya so nur noch auf der Fußseite laufen konnte.

Im Klinikum Dortmund wurde er unter anderem von Frau Dr. Katrin Rosery, Oberärztin der Klinik für Orthopädie, erfolgreich operiert. Anfang August kam Zekrya neben elf weiteren afghanischen Kindern mit einem der letzten Flüge aus Kabul nach Deutschland.

Eingriff im Klinikum Dortmund verhindert Beinamputation

Durch den Eingriff im Klinikum Dortmund konnte eine Beinamputation verhindert werden.
Durch den Eingriff im Klinikum Dortmund konnte eine Beinamputation verhindert werden. Foto: Förderverein Löwenstarke Kinderhilfe e.V.

Da Zekrya zudem fast komplett taub ist, wurde er in der HNO-Klinik im Haus medizinisch versorgt, sodass er nun durch ein Hörgerät auf einem Ohr wieder hören kann.

Wegen der schlechten medizinischen Versorgung werden solche Fehlbildungen in Afghanistan nicht behandelt – dort wäre Zekrya nur die Amputation geblieben. Im Klinikum Dortmund wurde er nun behandelt.

In einer ersten OP durchtrennte das Orthopäden-Team zunächst das rechte und damit kürzere Schienbein des Jungen an drei Stellen, um es dann mithilfe eines Fixateurs über eine lange Zeit zu strecken. Im Anschluss wurde der Klumpfuß des Jungen begradigt.

Durch die „sweetSixteen“-Spende ist Zekryas Behandlung bis ins nächste Jahr gesichert

Die weitere Versorgung Zekryas ist durch die sweetSixteen-Spende bis ins nächste Jahr finanziell gesichert.
Die weitere Versorgung Zekryas ist durch die sweetSixteen-Spende bis ins nächste Jahr finanziell gesichert. Foto: Förderverein Löwenstarke Kinderhilfe e.V.

Durch den Fixateur wurde das Bein regelmäßig um ca. einen Millimeter pro Tag verlängert. In der Zwischenzeit bildete sich in den Lücken neuer Knochen, sodass am Ende beide Beine nahezu gleich lang sein werden. Der Rest wird dann mit einer Sohle ausgeglichen und der Junge kann wieder ganz normal laufen.

Die Hilfe des Fördervereins erfolgt in der Kostenübernahme, die in diesem Fall insgesamt ca. 20.000 Euro beträgt, für medizinische Behandlungen von der Orthopädie bis hin zu psychotherapeutischen Maßnahmen. Außerdem hilft der Verein durch die Bereitstellung von gezielten Sachspenden.

Peter Fotheringham und Suse Solbach sind froh und glücklich, einen kleinen Beitrag für die weitere Versorgung des siebenjährigen Zekrya leisten zu können. Und auch Sie würden gerne noch viel mehr tun. Daher könne man sich vorstellen, die Kooperation zwischen Kino und Verein in Zukunft weiter auszubauen, so Fotheringham.

„sweetSixteen“ will den Verein auch zukünftig weiter unterstützen

Alle Beteiligten können sich weitere zukünftige Kooperationen vorstellen. Foto: Sascha Fijneman für Nordstadtblogger.de

„Uns schwebt da zum Beispiel eine themenbezogene Jahresveranstaltung vor. Wir könnten dann das Thema durch Filmpräsentationen aufgreifen und zum Beispiel Mitglieder des Vereins zu Diskussionsrunden oder ähnlichem einladen. Wir wollen in der Hinsicht auf jeden Fall am Ball bleiben und den Verein auch in Zukunft unterstützen“, so Fotheringham abschließend im Namen aller Mitarbeiter:innen des „sweetSixteen“-Kinos.

Wer mal wieder Lust auf gutes Programmkino hat und das „sweetSixteen“ gerne mal wieder besuchen möchte oder einfach mal die Qualität der neuen Bestuhlung testen möchte, kann dies aktuell unter Beachtung der 2G-Regel (geimpft oder genesen) gerne tun. Im Kulturort Depot, in dem das „sweetSixteen“ beheimatet ist, gilt außerdem die Maskenpflicht.

Auch im Eingangsbereich des Kinos müssen Schutzmasken getragen werden, die jedoch am Sitzplatz dann abgenommen werden dürfen.

Die neue Bestuhlung im „sweetSixteen“-Programmkino in der Nordstadt. Foto: Sascha Fijneman für Nordstadtblogger.de
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Weitere Informationen:

Förderverein Löwenstarke Kinderhilfe Dortmund e. V.
Dortmunder Volksbank e.G.
IBAN: DE 70 4416 00146467 7555 00
Verwendungszweck: Spende

oder:
Stadtsparkasse Dortmund
IBAN DE 44 4405 0199 0351 0186 66
Verwendungszweck Spende

Zusätzlich kann auf das Spendenportal der Stadtsparkasse bezogen auf aktuell anstehende Hilfs-Maßnahmen gespendet werden. Besuchen Sie dort unseren Auftritt.

www.loewenstarke-kinderhilfe.de
www.sweetsixteen-kino.de

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