Mona Neubaur besucht Dortmunder Hafen zum Austausch über Entwicklungsperspektiven

NRW-Wirtschaftsministerin spricht über Flächensicherung und Logistik

Gruppe beim Rundgang
NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur beim Rundgang über das Betriebsgelände der Deufol West GmbH im Dortmunder Hafen. Foto: DSW21/Lotte Ostermann

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur hat den Dortmunder Hafen besucht und sich über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven informiert. Im Mittelpunkt standen Flächensicherung, nachhaltige Logistik und die Bedeutung des Hafens für die regionale Wirtschaft. Vertreter:innen der Dortmunder Hafen AG und der Deufol West GmbH begleiteten den Termin. Auch der Dortmunder Landtagsabgeordnete Volkan Baran nahm teil. Der Hafen soll als industrieller Knotenpunkt und Baustein klimafreundlicher Lieferketten gestärkt werden.

Industriegebiet Hafen und Anforderungen moderner Logistik

Im Mittelpunkt des Termins stand die Rolle des Dortmunder Hafens als größtes zusammenhängendes Industriegebiet der Stadt sowie die Bedeutung verlässlicher Flächenperspektiven für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere die langfristige Verfügbarkeit von Flächen eine zentrale Voraussetzung für Investitionen und Standortentwicklung ist.

Exemplarisch informierte sich die Ministerin bei der Deufol West GmbH über die Anforderungen moderner Industrie- und Logistikunternehmen. Auf dem 18.500 Quadratmeter großen Betriebsgelände mit Anbindung an Straße, Schiene und Wasserstraße bündelt das Unternehmen seit 1983 Schwergut-Umschlag, Industriegüterverpackung sowie digitalisierte Logistiklösungen für internationale Lieferketten.

Der Standort dient dabei als Beispiel für die Verbindung verschiedener Verkehrsträger im Hafen. Durch diese Infrastruktur können industrielle Prozesse eng mit logistischen Anforderungen verzahnt werden.

Schwerlastlogistik, Verkehrsträger und Binnenhäfen

Durch den Ausbau des Dortmunder Deufol-Standorts zum größten Binnen-Hub des Konzerns seien die Möglichkeiten nochmals erweitert worden, Schwergut ressourcenschonend über den Dortmunder Hafen umzuschlagen.

Gruppenbild der Beteiligten
NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur mit Bettina Brennenstuhl (4. v. l.), Daniel Dreiner (4. v. r.), Holger Dechant (2. v. r.), MdL Volkan Baran (3. v. l.) sowie Mitarbeitenden des Ministeriums und der Deufol West GmbH. Foto: DSW21/Lotte Ostermann

Holger Dechant, Mitglied des Aufsichtsrates des Bundesverbands Schwertransporte und Kranarbeiten (BSK), betonte hierzu: „Die Bedingungen für Großraum- und Schwertransporte weiter zu verbessern, kann nur im Zusammenspiel von Logistik, Verladern und Politik gelingen. Was wir dabei nicht brauchen, ist ein Gegeneinander der verschiedenen Verkehrsträger – Binnenschiff, Güterzug und LKW ergänzen sich auch in Dortmund mit ihren jeweiligen Stärken.“

Die Bedeutung leistungsstarker Binnenhäfen unterstrich auch Ministerin Neubaur: „Gerade bei Großraum- und Schwertransporten bieten Wasserstraße und Schiene große Potenziale, um die Straße zu entlasten. Landesbedeutsame Güterverkehrshäfen wie in Dortmund sind ein wichtiger Baustein für leistungsfähige, verlässliche und gleichzeitig auch klimafreundlichere Lieferketten. Voraussetzung dafür sind gut ausgestattete Standorte und verlässliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen.“

Flächenmangel im Hafen als zentrale Entwicklungsfrage

Im Gespräch mit Vertreter:innen aus Hafenwirtschaft und Logistik wurde deutlich, dass die Funktionsfähigkeit des Standorts maßgeblich von ausreichend verfügbaren und langfristig gesicherten Flächen abhängt. Bettina Brennenstuhl, Vorständin der Dortmunder Hafen AG, erklärte dazu: „Die Unternehmen investieren in den Hafenstandort – dafür benötigen sie Planungssicherheit und ausreichend Fläche.“

Frau bei einer Präsentation
Bettina Brennenstuhl bei der Vorstellung des Dortmunder Hafens. Foto: DSW21/Lotte Ostermann

Die Flächen im landesbedeutsamen Dortmunder Hafen seien jedoch vollständig vermietet oder verpachtet, Erweiterungsmöglichkeiten seien nicht vorhanden. Daher seien künftig freiwerdende Flächen von besonderer Bedeutung, insbesondere im industriellen Kern des Hafens für Beschäftigungssicherung und Wachstum der ansässigen Unternehmen.

Daniel Dreiner, Geschäftsführer der Deufol West GmbH, machte dies konkret: „Seit der Bekanntgabe unserer Portalkran-Investition im Jahr 2024 konnten wir als Deufol – und damit gleichermaßen der Dortmunder Hafen sowie weitere lokale Unternehmen – Marktanfragen im Umfang von rund 100.000 Frachttonnen Stückgut nicht bedienen, da hierfür schlicht der Platz fehlt. Eine aktive und sukzessive Entwicklung von in Zukunft freiwerdenden Flächen ist daher essentiell für die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Dortmund und damit letztlich auch für das regionale Umland.“

Klare Entwicklungsperspektiven für den Hafen im Fokus

Im Austausch mit der Landesministerin wurde die Bedeutung verlässlicher Entwicklungsziele für den Dortmunder Hafenstandort betont.

Bettina Brennenstuhl, Vorständin der Dortmunder Hafen AG, informierte dazu, dass ein Hafenentwicklungskonzept mehr Klarheit schaffen soll. Ziel sei ein gemeinsames Verständnis darüber, wie sich der Dortmunder Hafen als Industrie- und Logistikstandort künftig weiterentwickeln soll.

Während des Besuchs erhielt die Ministerin zudem Einblicke in zentrale Bereiche des Dortmunder Deufol-Standorts, darunter das Außengelände mit dem neuen Portalkran sowie die Deufol Academy als internationales Schulungszentrum des Unternehmens.

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Reaktionen

  1. Schulterschluss beim 1. Hafentag NRW: Häfen fordern mehr Planungssicherheit und politische Priorität (PM)

    Mit dem ersten Hafentag Nordrhein-Westfalen haben die Duisburger Hafen AG (duisport) und die Dortmunder Hafen AG am Donnerstag (2. Juli) im Kongresszentrum der Dortmunder Westfalenhallen die wirtschafts- und industriepolitische Relevanz der Häfen hervorgehoben und zugleich mehr Planungssicherheit eingefordert.

    Rund 150 Teilnehmende diskutierten unter dem Leitmotiv »Häfen stärken NRW – Für eine starke Wirtschaft und eine sichere Zukunft« die Rolle der Häfen für Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Resilienz. „Gemeinsam wollen wir die Häfen sichtbarer machen und ihre gesellschaftliche Bedeutung stärker ins öffentliche Bewusstsein bringen“, sagte Bettina Brennenstuhl, Vorständin der Dortmunder Hafen AG, in ihrer Begrüßung.

    Zum Auftakt der Veranstaltung richteten neben Bettina Brennenstuhl auch Dr. Christoph Ploß (MdB), Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, sowie NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer ihre Botschaften an die Teilnehmenden. Ploß betonte per Videonachricht: „Unsere Häfen brauchen Planungssicherheit“ und sprach sich für ein starkes Signal für Zusammenarbeit und Investitionen aus. Minister Oliver Krischer unterstrich die grundlegende Bedeutung der Hafenstandorte: „Häfen sind Logistikstandorte, ohne die unser Land nicht funktionieren würde.“

    In seiner Keynote warnte Björn Theis, Vice President und Head of Evonik Foresight, vor den Folgen aufgeschobener Reformen und bröckelnder Infrastruktur. „Wer Transformation will, darf nicht auf der langen Bank sitzen bleiben“, sagte Theis und bilanzierte verschiedene Szenarien einer Zukunftsstudie. Diese Perspektive zog sich durch die beiden Diskussionsrunden der Veranstaltung, an der Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung teilnahmen.

    Im ersten Panel wurde anhand praktischer Beispiele deutlich, dass das Binnenschiff für viele Unternehmen als Transportmittel unverzichtbar ist. Zugleich rückte die Frage in den Mittelpunkt, wie sich die Zukunftsfähigkeit der Häfen künftig bemisst: nicht allein an der umgeschlagenen Tonnage, sondern zunehmend an der Art und strategischen Bedeutung der Güter. An die Stelle klassischer Massengüter könnten künftig verstärkt Wind- und Solarenergiekomponenten, Wasserstoff oder Güter aus dem Bereich der Kreislaufwirtschaft treten.

    Markus Bangen, CEO der Duisburger Hafen AG, formulierte mit Blick auf die Infrastrukturpolitik deutlich: „Das Vertrauen der Industrie in die Politik ist beim Thema Wasserstraße angekratzt. Viele Investorinnen und Investoren bezweifeln, dass die Wasserstraße höchste Priorität genießt – doch genau diese Verlässlichkeit ist die Voraussetzung für große Investitionsentscheidungen.“

    Im zweiten Panel stand die Frage im Mittelpunkt, wie die Verkehrs- und Energiewende in Nordrhein-Westfalen gelingen kann. Diskutiert wurden dabei die Voraussetzungen für bezahlbare, verlässliche und klimafreundliche Transporte ebenso wie der Investitionsbedarf in Infrastruktur und Technik. Zugleich ging es um bürokratische Hürden, Restriktionen der Infrastruktur sowie um konkrete Lösungsansätze wie Mikrokorridore und den Schutz bzw. die Ausweitung von Hafenflächen. Deutlich wurde auch hier: Häfen sind nicht nur ein Thema der Verkehrspolitik, sondern ebenso der Industrie- und der Energiepolitik. Sie sichern Arbeitsplätze, stärken die Versorgungssicherheit und schaffen die infrastrukturellen Voraussetzungen für neue Märkte. Und: Sie sind Teil der Lösung, wenn es darum geht, die Klimaziele zu erreichen. Nur ein Beispiel: Ein durchschnittliches Binnenschiff ersetzt 100 bis 150 Lkw. Auf stark befahrenen Wasserstraßen wie dem Rhein können Großmotorgüterschiffe sogar bis zu 400 Lkw überflüssig machen.

    Der Hafentag Nordrhein-Westfalen wurde mit Unterstützung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen ausgerichtet und soll künftig jährlich stattfinden. Die Fortsetzung des Formats ist im kommenden Jahr in Duisburg geplant. Die Veranstalter sehen in dem neuen Forum einen wichtigen Beitrag, um die Kräfte der Hafenwirtschaft zu bündeln, die Sichtbarkeit der Branche zu erhöhen und den Austausch mit Politik und Verwaltung weiter zu intensivieren.

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