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Messe „Jagd und Hund“: „Animal Right Watchers“ sammeln satte 73.000 Unterschriften gegen Trophäenjagden

Die Aktiven demonstrierten vor der Westfalenhalle. Fotos. Marius Schwarze

Die Aktiven demonstrierten vor der Westfalenhalle. Fotos. Marius Schwarze

Von Marius Schwarze

Mitglieder der Tierrechtsorganisation Animal Right Watchers (ARIWA) haben an den Dortmunder Westfalenhallen auf die Gefahren und Probleme der internationalen Tierjagd aufmerksam gemacht. Anlässlich der Messe „Jagd und Hund“ fordern die Aktivist*innen, dass im Rahmen dieser Messe Trophäenjagden verboten werden. 73.000 Unterschriften gegen „Trophäenjagden“ hat die Organisation bereits gesammelt.

Jährlich schießen etwa 18.000 Menschen rund 100.000 Wildtiere – allein in Afrika

Die Situation sei alarmierend, immer mehr Wildtiere vor allem im Kontinent Afrika seien vom Aussterben bedroht. Es sei der größte Artenverlust seit Menschengedenken zu verzeichnen: allein Afrika würden jährlich von 18.000 Trophäenjäger*innen bis zu 100.000 Wildtiere geschossen – wie z.B. Löwen, Nashörner und Giraffen. Um eine Trophäe mit nach Hause zu nehmen. 

Mittlerweile scheinen viele Länder einzulenken und sich gegen das Aussterben bestimmter Tierarten einzusetzen. So wie Südafrika, dort ist die „Gattajagd“ verboten. „Gattajagden“ sind organisierte Jagden, dort werden z.B. Löwen gezüchtet, die sobald sie alt genug sind, gejagt zu werden, in ein eingegrenztes Gebiet freigelassen werden, nur damit Trophäenjäger sie in diesem Gebiet jagen und schießen können. ___STEADY_PAYWALL___

Es sind keine freilaufenden Löwen, im Gegenteil. Sie werden nur für die spätere Trophäenjagd gezüchtet. Ein häufiges Argument sei, dass die Afrikanischen Staaten Geld mit solchen Jagden verdienen.  Dies ist laut Helmut Pruß aber nicht so: „Pro Person verdienen Einheimische etwa 0,3 US Dollar an den Jagden“. Diese Zahl sei noch deutlicher, wenn es mit der Haushaltskasse abgeglichen wird. „Der Zuschlag für den Staatshaushalt liegt bei etwa 0,006 Prozent“, verdeutlicht Pruß, dass in Afrika niemand an solchen Jagden ernsthaft etwas verdient.

ARIWA will grundsätzlich Jagden jeglicher Art verbieten: „Trophäenjagd ist nur die Spitze des Eisbergs“ 

„In Deutschland lehnt die Mehrheit der Menschen Jagden auf bedrohte Tierarten ab“, so Pruß. Es sei deshalb für die ARIWA auch das Ziel, immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass weiterhin gejagt wird, damit sich etwas ändere. Hierbei ginge es der Tierrechtsorganisation nicht nur um die Trophäenjagden, die seien nur die Spitze des Eisbergs. Es ginge vielmehr um ein Verbot von jeglicher Trophäen-Jagd auch im Inland.

„In Großbritannien zum Beispiel ist ein Verbot für Trophäenjagden in der Planung“, so Pruß. Vor einigen Jahren sollte schon einmal ein erster Schritt getan werden in die Richtung, solche Jagden zu verbieten und nicht mehr auf der Messe „Jagd und Hund“ in Dortmund anzubieten. Damals wurde der Antrag aber vom Stadtrat in Dortmund abgelehnt. Als alleiniger Gesellschafter der Westfalenhallen habe die Stadt Dortmund aber das Recht,  das Angebot der Trophäenjagden zu untersagen.

„Herr Westphal kam vor der Ratssitzung auch auf uns zu, und wir haben ihn auf sein Vorhaben, einen Ethikrat zu gründen, angesprochen“, beschreibt Pruß das Gespräch mit OB Thomas Westphal. „Er hat uns gesagt, dass wir als Tierrechtsorganisation auch eine Einladung erhalten, sobald der Ethikrat steht.“ Für ihn und die Tierrechtsorganisation sei das ein sehr positives Zeichen unserer Stadt.

Petition gegen Trophäenjagden zieht immer mehr Aufmerksamkeit auf sich

Die Organisation habe eine Petition gestartet, bei der es eben genau um diese Trophäenjagen geht. Hiermit versuchen die Animal Right Watchers, die Bevölkerung auf die Missstände und auf das Aussterben vieler Arten in der Wildnis aufmerksam zu machen. Und dies schien bisher seine Wirkung gezeigt zu haben: Etwa 73.000 Unterschriften konnte ARIWA bisher sammeln. Die Organisation möchte nicht nur gegen die Trophäenjagden, sondern perspektivisch gegen jegliche Art von Jagden vorgehen.

„In den Artenschutzabkommen in Deutschland gab es immer Unstimmigkeiten, die es von der Gesetzgebung am Ende doch ermöglicht haben, dass Trophäenjäger ihre Trophäen mit zurück nach Deutschland bringen konnten“, beschreibt Helmut Pruß die aktuelle Situation. Hier müsse sich  etwas ändern – und nicht nur das Verbot der Trophäenjagd: „Auch hierzulande hat ein Rothirsch oder ein Fuchs das Recht auf sein Leben.“

 

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