Maßnahmen für die Kindergesundheit zeigen ihre Wirkung – dauerhafte Förderung bleibt nötig

Alle Kinder in Dortmund sollen von Anfang an gesund aufwachsen

Kind mit gesundem Essen aus der Schulkantine
Dortmund setzte 14 Maßnahmen für die Kindergesundheit um, dazu zählten unter anderem auch trägerübergreifende Standards für gesundes Essen. Symbolbild: depositphotos.com / HighwayStarz

Dortmund verfolgt seit 2017 das Ziel, dass alle Kinder gesund aufwachsen sollen – auch unter schwierigen Bedingungen. Ein aktueller Bericht des Gesundheitsamts zeigt nun erste Erfolge. Insgesamt 14 Maßnahmen wurden umgesetzt, die Familien und Kinder im Alltag erreichen. Gleichzeitig wird deutlich: Für eine langfristige Wirkung braucht es verlässliche finanzielle Strukturen.

Entwicklung der Kindergesundheit seit 2017 zeigt erste Erfolge

Dortmund treibt seit 2017 das erste kommunale Kindergesundheitsziel voran: „Alle Kinder in Dortmund wachsen – auch unter schwierigen Lebensbedingungen – gesund auf.“ Grundlage war ein Ratsbeschluss, der die strategische Ausrichtung festlegte. Jetzt legt das Gesundheitsamt den politischen Gremien den Bericht zum „Gesundheitsziel für Dortmunder Kinder (2017-2025)“ vor.

Gemüse auf dem Schneidebrett
Zu den Gesundheitszielen für Dortmunder Kinder gehören neben gesunder Ernährung auch Bewegung und Entspannung sowie Lebenskompetenz. Foto: Stadt Dortmund / Stephan Schütze

Es geht darum, Chancen zu verbessern und Ungleichheit abbauen, bevor sich Nachteile verfestigen. Dabei geht es nicht nur um körperliche Gesundheit, sondern auch um das soziale Miteinander und das Wohlbefinden.

Die Stadt stützte sich dabei auf aktuelle Daten aus der Gesundheitsberichterstattung und definierte daraus fünf Schwerpunkte. Diese reichen von gesunder Ernährung über Bewegung und Entspannung und Lebenskompetenz bis zu seelischer Stärke. Auch Zahngesundheit sowie der Schutz vor Unfällen und Gewalt spielen eine wichtige Rolle. Zu Beginn stand vor allem die Vorbeugung von Übergewicht im Fokus.

Mehrere Dezernate arbeiten für die Kindergesundheit zusammen

Für die Umsetzung bildete die Stadt eine zentrale Planungsgruppe für Prävention und Gesundheitsförderung. Eine zusätzliche Steuerungsrunde verband mehrere Dezernate.

Zwei Arbeitsgruppen entwickelten passende Schritte für frühe Lebensphasen und für die Grundschule.

Eine schriftliche Befragung von Kitas und Grundschulen im Jahr 2018 lieferte wichtige Erkenntnisse. Die Rückmeldungen zeigten vorhandene Angebote, machten Lücken sichtbar und eröffneten neue Möglichkeiten für gezieltes Handeln.

Maßnahmen erreichen Familien und Kinder im Alltag

Insgesamt setzte Dortmund 14 Maßnahmen um. Studien belegen die Wirksamkeit dieser Ansätze unter anderem bei der Vorbeugung von Übergewicht. Dazu zählen beispielsweise Untersuchungen zum Programm „Klasse2000“ und zum EU-Schulobstprogramm.

Die Maßnahmen begleiteten Familien von der Schwangerschaft bis zur Grundschule und erreichten Kinder direkt in ihrem Alltag. Sie stärkten Kompetenzen, förderten gesunde Gewohnheiten und unterstützten Familien frühzeitig.

Dazu zählten unter anderem zusätzliche Beratungsangebote in gynäkologischen Praxen, der Ausbau der Stillförderung sowie Fortbildungen für Tagespflege und Kitas. Hinzu kommen trägerübergreifende Standards für gesunde Ernährung, eine intensivere Teilnahme am EU-Schulobstprogramm sowie mehr Bewegungs- und Mobilitätsangebote an Grundschulen.

Finanzierung bleibt zentrale Herausforderung

Gesundheitsdezernentin Frauke Füsers betont die bisherigen Fortschritte und erklärt: „Dortmund hat in den vergangenen Jahren ein starkes Fundament für gesundes Aufwachsen gelegt. Die geschaffenen Angebote zeigen ihre Wirkungen und Erfolge. Viele Projekte liefen jedoch nur dank verschiedener Förderungen, unter anderem aus dem Pakt ÖGD, aus Frühen Hilfen, vom StadtSportBund Dortmund und von Krankenkassen.“

Frauke Füsers in der Ratssitzung
Frauke Füsers, Dezernentin für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Sport und Freizeit. Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de

Gleichzeitig weist sie auf bestehende Unsicherheiten hin: „Teilweise ist die Förderung jedoch befristet und für eine verlässliche Fortsetzung und zur Sicherung von Qualität und Kontinuität braucht es dauerhafte Mittel. Besonders Stellen in der Gesundheitsförderung und in den Frühen Hilfen benötigen langfristige Perspektiven. So gelingt eine stabile Begleitung von Familien über Jahre hinweg.“

Damit die gestarteten Angebote dauerhaft weiterlaufen können, braucht es ab 2027 die Verstetigung der personellen Ausstattung. Diese Stelle wurde bisher im Rahmen des GKV-Modellprojekts (2022–2026) finanziert und müsste danach dauerhaft gesichert werden. Dazu wird dem Rat der Stadt Dortmund ein gesonderter Evaluationsbericht vorgelegt.

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