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Kochbuchmuseum soll zukünftig an die VHS „andocken“ – vorläufige Bleibe ist die Berswordthalle am Alten Stadthaus

In Stahlschränken werden die historischen Exponate des Kochbuchmuseums solange aufbewahrt, bis eine dauerhafte Lösung in den neuen Räumlichkeiten der VHS gefunden sein wird. Fotos: Joachim vom Brocke.

Von Joachim vom Brocke

Eine vorläufige neue Heimat hat das Deutsche Kochbuchmuseum gefunden: In der Berswordthalle, in direkter Nachbarschaft zum Tierschutzverein. Jahrelang war das Kochbuchmuseum im Westfalenpark untergebracht, wo es am 2. Oktober 1988 eröffnet wurde. Im Januar 2011 wurde das Kochbuchmuseum geschlossen; Mitte Februar mussten die aktiven ehrenamtlichen MitarbeiterInnen mit dem riesigen Buchbestand ausziehen, da der Park die Räume anderweitig vergeben hatte.

Hartnäckigkeit und Engagement der Aktiven für den Erhalt des Museums haben sich gelohnt

Leckere bunte Kekse gab es zur Eröffnung.

Vor allem der Hartnäckigkeit der Aktiven um Annie Sarfeld, Vorsitzende des Vereins proKULTUR, ist es zu verdanken, dass vorübergehend zumindest eine Anlaufstelle des Museums bleibt und die wertvollen und zum Teil uralten Kochbücher nicht bis zur endgültigen Lösung irgendwo im Archiv verschwinden.

Die liegt in einer neuen Konzeption, mit der das Deutsche Kochbuchmuseum in der City von Dortmund wieder eröffnet hat – räumlich und inhaltlich angedockt an die VHS Dortmund.

Wenn die neuen Räume für die VHS fertig sind, gibt es für das Museum eine dauerhafte Lösung.

 

Gros des Bibliothekbestandes vorübergehend in der Berswordthalle – 500 Titel sollen digitalisiert werden

Schlüsselübergabe von Kulturdezernent Jörg Stüdemann an Sibylle Ophoven.

Die historische Bibliothek ist in der Berswordthalle zurzeit der einzig sichtbare Teil des Deutschen Kochbuchmuseums. Das Gros des Bibliothekbestandes – rund 10.000 alte Bücher – werden in mehreren Stahlschränken der Berswordthalle aufbewahrt; einen weiteren Teil von etwa 4000 Büchern verwahrt indes die Stadt- und Landesbibliothek.

Kulturdezernent Jörg Stüdemann dankte den „heroischen Damen von proKULTUR für die Hartnäckigkeit, mit der sie ihr Ziel verfolgt haben“. Am Konzept, künftig das Kochbuchmuseum an die VHS anzudocken, werde auf jeden Fall festgehalten, so der Kulturdezernent.

Stüdemann („ein tolles Projekt mit großem bürgerschaftlichen Einsatz“) versprach dem Team vom Kochbuchmuseum drei Flaschen Sekt aus dem Dezernat.

Seit zwei Jahrzehnten bemühen sich die Damen um der Pflege des Deutschen Kochbuchmuseums: „Wir sind alle von Beginn an zusammen“, verdeutlichte eine Mitarbeiterin das tolle Engagement. Ein Stocken wird es im neuen Domizil nicht geben. Dr. Gisela Framke, stellvertretende Direktorin des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, kündigte eine Digitalisierung von 500 Titeln an, die nach und nach vorgenommen werden soll und dann später im Internet abrufbar sein wird.

Suche nach Rezept vom Polnischen Karpfen und Hilfsbereitschaft für (angehende) WissenschafterInnen

Über alles wacht Henriette Davidis.

Über alles wacht eine historische Aufnahme der Dortmunderin Henriette Davidis (1801 bis 1876), die als berühmteste Kochbuchautorin Deutschlands gilt und deren Werke damals zur Grundausstattung vieler deutscher Haushalte gehörte. Einen Großteil der Bücher von Henriette Davidis hütet das Kochbuchmuseum.

Kulturdezernent Jörg Stüdemann schlug bei der Eröffnung in einem alten Buch nach: „Das Rezept vom Polnischen Karpfen habe ich mal nachgekocht“, und staunte noch heute über die die vielen Gemüse- und Kräuterzutaten, einschließlich Bier und Rotwein.

Gerne genutzt wurde das Deutsche Kochbuchmuseum zum Beispiel von Kulturwissenschaftlern und Köchen. Auch so manche Studierende recherchierten für ihre Bachelor- oder Masterarbeiten – stets unterstützt von den tatkräftigen ehrenamtlichen Damen.

Das soll künftig auch in der Berswordthalle so sein. Ab Mittwoch, 14. März, ist die Historische Bibliothek immer mittwochs von 10 bis 14 Uhr geöffnet; weitere Termine nach Vereinbarung. Die MitarbeiterInnen helfen weiterhin bei Rezeptsuche und Menüauswahl oder bei der Recherche für wissenschaftliche Arbeiten.

Weitere Informationen:

  • Im Mittelpunkt stehen die Werke der Kochbuchautorin Henriette Davidis. Seit der Erstauflage im Jahr 1845 sind bis in die heutige Zeit unzählige Bearbeitungen ihres „Praktischen Kochbuchs“ in Gebrauch geblieben.
  • Kleinere Präsentationen im großen Schaufenster sind künftig vorgesehen.
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