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Gewerbeverein Borsigplatz e.V.: Kaufleute wollen die Nahversorgung im Quartier erhalten und festigen

Gewerbeverein Borsigplatz e.V. Fotograf Klaus Hartmann

Der Gewerbeverein Borsigplatz e.V. engagiert sich. Fotg: Klaus Hartmann

Marlies Nordhoff erinnert sich mit glänzenden Augen: „Das war früher hier eine reiche Gegend. Hier war ja schließlich Hoesch zu Hause. Es gab edle Boutiquen, einen Schneidermeister, ein Schuhgeschäft, Schmuckläden, Haushaltswarengeschäfte und alles, was man zum täglichen Leben benötigt.“

Das größte Sorgenkind ist der fehlende Nahversorger im Quartier

Doch das ist lange her. Hoesch gibt es nicht mehr. Auch die Bevölkerungsstruktur hat sich geändert. Und so bestimmen heute rund um den stark befahrenen Borsigplatz, immerhin der Geburtsstätte von Borussia Dortmund, eher Imbissbuden das Bild. Viele bekannte Ketten haben ihre Filialen rund um den bekanntesten Dortmunder Kreisverkehr geschlossen.

Wer heute in der Nähe des Borsigplatzes wohnt und so profane Dinge wie Waschmittel oder Toilettenpapier benötigt, der muss sich ins Auto setzen oder sehr weite Fußwege in Kauf nehmen. Das ist gerade für die älteren Bewohner nicht immer so einfach. Aber ein Supermarkt ist weit und breit nicht in Sicht.

Nicht nur der Gewerbeverein wünscht sich deshalb wieder einen Nahversorger. „Am besten einen mit Lieferservice und vielen Parkplätzen“, sagt Marlies Nordhoff.

30 Kaufleute bilden den Gewerbeverein am Borsigplatz

Marlies Nordhoff ist die Geschäftsführerin des Gewerbevereins Borsigplatz, der 2002 wiederbelebt wurde. 30 Kaufleute stehen an ihrer Seite. „Viele davon leiten direkt in der Nachbarschaft ein inhabergeführtes Geschäft, zum Teil schon in der 2. Generation,“ erzählt Marlies Nordhoff. Denn glücklicherweise haben nicht alle Geschäfte die Segel gestrichen. Noch immer gibt es eine Post. Auch ein türkischer Gemüseladen, eine Sparkassenfiliale oder eine Fahrschule sind hier ansässig.

Alle Kaufleute haben das gleiche Ziel: Sie wollen den Borsigplatz als Nahversorgungsstandort erhalten und festigen, sie wollen den Borsigplatz und natürlich auch die direkt angrenzenden Straßen als Handelsort und Wohnquartier aufwerten und mit Leben füllen. Dabei sollen einerseits die bestehende Betriebe gestärkt sowie Leerstände und Sortimentslücken gefüllt werden.

„Wir wollen Defizite nicht nur aufzeigen, sondern auch beseitigen.“ 

Viele Gespräche mit der Politik, mit der Wirtschaftsförderung oder großen Handelsketten sind das eine und werden von außen natürlich kaum wahrgenommen. Ganz anders sieht es mit  Veranstaltungen für die Bürgerschaft aus. Bei regelmäßigen Treffen bereiten die Geschäftsleute  gemeinsame und zum Teil recht arbeitsintensive Aktionen vor.

Straßenfeste etwa, Weihnachtsmärkte oder Osteraktionen. Diese sollen die bestehenden Geschäfte bekannter machen und im Idealfall auch für neue Kundschaft sorgen. „Wir wollen Defizite nicht nur aufzeigen, sondern auch beseitigen. Aber wir wollen den Menschen am Borsigplatz auch viele positive Begegnungen ermöglichen“, sagt Marlies Nordhoff.

Alle Geschäftsleute, die ihr im Gewerbeverein zur Seite stehen, sind sich einig, sagt Marlies Nordhoff: „Es lohnt sich, für den Borsigplatz zu kämpfen. Und das tun wir gemeinsam jeden Tag. Gerne.“

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HINWEIS:

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– Der Artikel von Claudia Behlau ist ein Beitrag aus dem Buch “Wir: Echt Nordstadt”.

– Das Buch mit 106 Gruppenportraits ist kostenlos beim Quartiersmanagement Nordstadt, Mallinckrodtstraße 56, 44147 Dortmund, erhältlich. (Mail: info@nordstadt-qm.de)

– Eine große Ausstellung mit Bildern und Texten zu  “Wir: Echt Nordstadt” ist bis Ende September 2015 am Big Tipi im Fredenbaumpark zu sehen.

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