Europäischer Tag des Notrufs: So ist die 112 in Dortmund rund um die Uhr im Einsatz

Feuerwehr zeigt Abläufe, Aufgaben und Herausforderungen der Leitstelle

Disponent in der Einsatzleitstelle
Zum Europäischen Tag des Notrufs rückt die Feuerwehr Dortmund die wichtige Arbeit hinter der 112 in den Fokus. Foto: Feuerwehr Dortmund

Ob schwerer Unfall, Brand oder medizinischer Notfall: In Dortmund ist die 112 die zentrale Anlaufstelle für schnelle Hilfe. Zum Europäischen Tag des Notrufs (11. Februar), gibt die Feuerwehr Dortmund Einblicke in die Arbeit hinter der bekannten Notrufnummer und zeigt wie viel Organisation, Erfahrung und Technik  dahinterstecken.

Der Notruf 112: Einheitliche Nummer mit langer Geschichte

Der europaweit einheitliche Notruf 112 wurde 1991 eingeführt, um in allen EU-Mitgliedstaaten eine gemeinsame Notrufnummer bereitzustellen. In Deutschland existiert die 112 jedoch schon deutlich länger: Bereits 1969 wurde sie nach einem tödlichen Verkehrsunfall als einheitliche und kostenfreie Notrufnummer etabliert.

Seitdem sorgt eine flächendeckende Infrastruktur mit zentralen Leitstellen dafür, dass im Ernstfall schnell Hilfe kommt. Seit 2009 macht die Europäische Union jedes Jahr am 11. Februar mit einem offiziellen Aktionstag auf die Bedeutung des Notrufs aufmerksam.

Eine der zentralen Leitstellen befindet sich in Dortmund auf der Feuerwache 1 in der Innenstadt. Dort nehmen 18 speziell geschulte Mitarbeitende der Feuerwehr an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Notrufe entgegen.

Gut geschultes Team koordiniert schnelle Hilfe am Telefon

Allein im Jahr 2025 wurde die 112 in Dortmund insgesamt 169.385-mal gewählt. Daraus resultierten 110.142 Einsätze für Feuerwehr und Rettungsdienst. Rund 90 Prozent dieser Einsätze entfielen auf medizinische Notfälle. Zusätzlich wurden über die Krankentransportnummer 19222 insgesamt 44.321 Fahrten koordiniert.

Die Die Disponentinnen und Disponenten  in der Leitstelle sind speziell ausgebildet, um Notrufe strukturiert und schnell zu bearbeiten. Sie erfassen die Situation der Anrufenden gezielt, stellen die notwendigen Fragen und alarmieren die passende Hilfe so früh wie möglich. In der Regel dauert ein Notrufgespräch weniger als zwei Minuten – genug Zeit, um alle wichtigen Informationen zu sammeln und gleichzeitig keine wertvolle Zeit zu verlieren.

Die häufigsten Gründe für einen Anruf bei der 112 sind lebensbedrohliche medizinische Notfälle. Darüber hinaus gehören Brände, Verkehrsunfälle sowie technische Hilfeleistungen, etwa wenn Menschen hilflos hinter verschlossenen Türen liegen, zum Alltag der Leitstelle.

Falsche Notrufe binden Einsatzkräfte und haben Konsequenzen

Immer wieder kommt es auch zu missbräuchlichen Notrufen. Böswillige Anrufe „Scherzanrufe“ sind kein Kavaliersdelikt. Sie binden Einsatzkräfte, die an anderer Stelle dringend benötigt werden, und können strafrechtlich verfolgt und geahndet werden.

Auch bei unterdrückter Rufnummer ist es der Leitstelle möglich, die Telefonnummer zu erkennen und gegebenenfalls zurückzurufen.

Die meisten Notrufe gehen durchschnittlich zwischen 16 und 18 Uhr ein. Der einsatzreichste Tag im Jahr 2025 war der 1. Januar mit insgesamt 471 Notfalleinsätzen. Im Jahresdurchschnitt liegt die Zahl bei etwa 301 Notfalleinsätzen pro Tag. Statistisch gesehen bedeutet das alle vier Minuten einen Einsatz infolge eines Notrufs.

Steigende Einsatzzahlen und veränderte Anforderungen

Insgesamt ist die Zahl der Einsätze in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Gegenüber 2024 verzeichnete die Feuerwehr Dortmund rund 1.200 Einsätze mehr. Im Vergleich zu 2015 sind es sogar fast 20.000 zusätzliche Einsätze. Das verdeutlicht die wachsenden Anforderungen an Rettungsdienst und Feuerwehr.

Wer die 112 wählt, wird zunächst immer nach dem Ort des Geschehens gefragt. Diese Angabe ist entscheidend, denn selbst bei einem abgebrochenen Gespräch kann Hilfe zur genannten Adresse geschickt werden.

Starre Merkschemata wie die früher bekannten fünf „W-Fragen“ werden heute nicht mehr verwendet. Stattdessen führen die Disponent:innen das Gespräch individuell und stellen genau die Fragen, die für den jeweiligen Notfall erforderlich sind.

Einblicke zum Aktionstag in der DASA

Anlässlich des Europäischen Tags des Notrufs ist die Feuerwehr Dortmund am 11. Februar und am 13. Februar, jeweils von 9 bis 13 Uhr in der DASA (Friedrich-Henkel-Weg 1–25) zu Gast.

Dort erhalten Besuchende Einblicke in die Arbeit der Einsatzleitstelle, in die Aufgaben von Feuerwehr und Rettungsdienst und können außerdem lernen, welche lebensrettenden Maßnahmen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand wichtig sind.

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