Grüne Bühne für Dortmund: Kulturszene setzt Zeichen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Ein Leitfaden soll helfen, Veranstaltungen nachhaltig zu gestalten

Green Culture Woche 2024
Das Netzwerk der Green Culture Initiative umfasst aktuell Vertreter:innen aus 20 Kulturbetrieben und die Stadt. (Archivbild) Patrick Essex

Die Initiative „Green Culture Dortmund“ stellt am Mittwoch, 25. März, ab 16 Uhr im Kinosaal des Dortmunder U einen neuen Leitfaden für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement vor und präsentiert Ergebnisse einer Publikumsbefragung zur Mobilität.

„Niemand muss auf Live-Events verzichten“

„Green Culture Dortmund“ ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kulturschaffenden aus städtischen Institutionen und aus der Freien Szene. Sie machen Nachhaltigkeit und Klimaschutz zum Thema – auf der Bühne, aber auch dahinter.

Publikumsbefragung beim Nachtflohmarkt im depot. Nicola van der Wal (balou) und Kathleen Ansorg (HMKV) / v.l. Daniela Berglehn | Nordstadtblogger

„Kultur-Veranstaltungen sind Momente der Begegnung, häufig schöne gemeinsame Stunden“, wissen Kathleen Ansorg (Hartware MedienKunstVerein) und Mona Rieken (Transformationsmanagerin für nachhaltige Kultur), „aber sie gehen oft auch mit Emissionen und einem großen Ressourcenverbrauch einher.“

Stromverbrauch, Catering, Abfall – um da den Überblick zu behalten, haben Kathleen Ansorg, Mona Rieken und ihre Mitstreiter:innen einen Leitfaden entwickelt, mit dem bereits bei der Planung geprüft werden kann, ob und inwiefern sich ein Event auch nachhaltig gestalten lässt.

Mona Rieken: „Niemand muss auf Live-Events verzichten, aber wir können den CO2-Footprint einer Veranstaltung reduzieren. Dafür muss oft nicht einmal viel Geld investiert werden: Es braucht nur die Entscheidung, Nachhaltigkeit in die Planung einzubinden!“ ___STEADY_PAYWALL___

50 Prozent der Emissionen eines Events verursacht die Mobilität

Ein wichtiger Faktor für die Bilanz einer Veranstaltung ist das Thema Mobilität – also die An- und Abreise der Künstler:innen, aber auch des Publikums. Sie macht oft mehr als 50 Prozent der Emissionen eines Events aus. Green Culture Dortmund hat daher im letzten Jahr eine Umfrage bei Besucher:innen von Konzerten, Ausstellungen oder auch auf dem Nachtflohmarkt im Kulturort depot gemacht.

Gemeinsam mit der Stadt wirbt auch Green Culture für kurze und nachhaltige Wege zur Kultur. Daniela Berglehn | Nordstadtblogger

Wer reist mit dem ÖPNV an? Wer kommt mit dem Auto und warum? „Im Konzerthaus haben wir zum Beispiel festgestellt, dass viele Besucher:innen nach einem Konzert keinen Bus mehr bekommen würden“, berichtet Harriet Oelers vom Konzerthaus Dortmund. Nun fangen viele Konzerte einfach etwas eher an.

Vom domicil-Publikum wurden fehlenden Abstellmöglichkeiten für Fahrräder beklagt, wieder andere Menschen hatten Angst allein nachts mit Bus und Bahn zu reisen. „Ein komplexes Thema, das wir nicht allein lösen können“, sagt Nicola van der Wal, balou e.V. „aber wir müssen darüber sprechen, um es gemeinsam anzugehen und Lösungen zu finden.“

Für Schwung sorgt dabei auch Poetry-Slammerin Anna Lisa Azur – sie wird die zentralen Erkenntnisse der Befragung und ihre Ideen am 25. März kreativ auf die Bühne im Kinosaal des U bringen.

Die Veranstaltung soll zum Austausch anregen: Vertreter:innen verschiedener Dortmunder Kulturinstitutionen sowie des Umweltamts diskutieren gemeinsam, welchen Beitrag Kultur vor Ort zum Klimaschutz leisten kann. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Entsiegeln am U, Träumen im Kunstverein, Kerzenschein in der Pauluskirche

Aber nicht nur der Kulturbetrieb ist gefragt – auch Künstler:innen selbst bereiten dem Thema Nachhaltigkeit eine Bühne. Die kommende Ausstellung des Museum Ostwall widmet sich einem brisanten Thema: „Müll. Die globalen Wege des Abfalls“. Sie wird am 26. März auf Ebene 6 des Dortmunder U eröffnet. Im Vorfeld beschäftigt sich die Performance der Künstlerin Folke Köberling mit der Entsiegelung von Flächen rund ums U und damit Möglichkeiten nachhaltiger Stadtentwicklung. Mitmachen erlaubt.

Auch 2026 ist die Pauluskirche wieder zur Earth Hour dabei: Diskussion und Konzerte bei Kerzenschein stehen auf dem Programm. Foto: Friedrich Laker

Direkt zur Earth Hour am 28. März wird dann in der Pauluskirche diskutiert und musiziert: „Krisen der Welt im Turbogang – Was bewirkt da zivilgesellschaftliches Engagement für Klimaschutz und Demokratie?“ fragen Engagierte aus Klimabündnis, Demokratiecafé, SÖZ sowie der Lokalpolitik.

Außerdem gibt es ein Mitsing-Event mit Eddy Siebert und Hans Blücher sowie ab 20:35 Uhr das Kerzenschein-Konzert mit der Nic Koray Band.

Wer keine Reise-Emissionen verursachen will, kann während der Earth Hour mit dem britische Künstlerkollektiv Bompas & Parr träumen. „Dreaming Together“ ist eine Einladung an alle Menschen, sich einem Experiment anzuschließen und eine Utopie auf die Probe zu stellen: Können wir uns in unserem Unterbewusstsein miteinander verbinden und gemeinsam träumen? Mit einem Livestream einer Traum- und Einschlafmeditation wagt der Dortmunder Kunstverein dieses Experiment. Ein Link wird auf der Webseite des Kunstvereins zu Beginn der Earth Hour aktiviert – gemeinsames Abschalten ist hier absolut erwünscht.

Anmeldung für die Veranstaltung „Leitfaden“ am 25. März ab 16 Uhr im Dortmunder U bitte unter: info@green-culture-dortmund.de.
Weitere Infos zu den Veranstaltungen und – ab 26. März auch zum Leitfaden – auf der Website: green-culture-dortmund.de


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Reaktionen

  1. Licht aus für den Schutz des Klimas – Dortmund macht mit bei der WWF Earth Hour 2026 Aufruf: Dortmunder*innen sollen sich beteiligen (PM)

    Am Samstag, 28. März, gehen um 20:30 Uhr für eine Stunde die Lichter aus – auch in Dortmund. Die WWF Earth Hour ist die weltweit größte Aktion für mehr Klimaschutz.

    Jedes Jahr schalten Menschen, Städte und Unternehmen auf allen Kontinenten für eine Stunde das Licht aus – als gemeinsames Zeichen fürs Klima und eine lebenswerte Zukunft. Am Samstag, 28. März, von 20:30 bis 21:30 Uhr, gibt es die Earth Hour zum 20. Mal. Unter dem Motto „Wir machen’s aus!“ setzen alle Teilnehmenden wieder weltweit ein starkes Signal dafür, die Klimakrise nicht aus dem Blick zu verlieren.

    Licht aus an Dortmunder Gebäuden

    Die Stadt Dortmund ist 2026 bei der WWF Earth Hour wieder mit dabei. Gebäude und Sehenswürdigkeiten in tausenden Städten versinken 60 Minuten lang im Dunkeln – als globales Zeichen für den Klimaschutz. Hier in Dortmund wird zur WWF Earth Hour die Beleuchtung der Reinoldi-, Propstei- und Petrikirche sowie des Friedensplatzes ausgeschaltet. Dies wird ermöglicht durch das Sponsoring der DEW21.

    Kulturelles Rahmenprogramm zur Earth Hour

    Erneut wird der Dortmunder Beitrag zur Earth Hour mit dem Engagement der nachhaltigen Kulturszene lebendig durch die Zusammenarbeit mit der Initiative „Green Culture Dortmund“ und deren Aktionen. Neben einem Rahmenprogramm im Vorfeld der Earth Hour ist eine Veranstaltung bei Kerzenschein in der Pauluskirche geplant.

    Alle Dortmunder*innen sind zum Mitmachen eingeladen

    Ebenfalls sind alle Dortmunder*innen gebeten, sich an dieser weltweiten Aktion zu beteiligen. Die Earth Hour soll motivieren, umweltfreundlicher zu leben und zu handeln. Natürlich nicht nur für eine Stunde im Jahr, sondern jeden einzelnen Tag. Dafür empfiehlt die Klimaagentur Bürger*innen die Teilnahme an Klix³. Das Projekt KliX³ ist das erste Reallabor mit einer bundesweiten Langzeitstudie zur CO2-Bilanz privater Haushalte.

    Ein neuer, wassersparender Duschkopf oder eine andere, torffreie Blumenerde – mitunter sind es kleine Veränderungen, die große Unterschiede machen können. Die Teilnehmenden des Projekts KliX³ ermitteln ihren eigenen CO2-Fußabdruck mit dem Rechner des Umweltbundesamtes und erhalten so eine direkte Rückmeldung, welche Auswirkungen ihr persönlicher Lebensstil auf die Umwelt bzw. das Klima hat. Mit einer Toolbox können sie ihren persönlichen Klimaplan erstellen. Dabei hilft auch der Leitfaden „Wege zum klimaneutralen Leben“.

  2. Earth Hour als Zeichen für den Umweltschutz: Emschergenossenschaft und Lippeverband schalten markante Beleuchtung ihrer Kläranlagen aus (PM)

    Dortmund. Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband setzen im Rahmen der diesjährigen „Earth Hour“ am Samstag, 28. März, ein Zeichen für den Umweltschutz. An der Kläranlage der Emschergenossenschaft in Dortmund-Deusen bleibt die markante Außenbeleuchtung der eierförmigen Faulbehälter nicht nur für eine Stunde, sondern sogar das ganze Wochenende über ausgeschaltet – ebenso auch an der Kläranlage des Lippeverbandes in Dortmund-Scharnhorst. Die beiden Wasserwirtschaftsverbände machen aus der „Earth Hour“ also ein ganzes „Earth Weekend“.

    Hintergrund: die „Earth Hour“

    Weltweit schalten am Samstag, 28. März, zahlreiche Städte und Einrichtungen für eine Stunde ihre Gebäudebeleuchtungen aus, um sich für ein besseres Umweltbewusstsein und Energiesparen einzusetzen. Während die „Earth Hour“ jedoch nur von 20.30 bis 21.30 Uhr dauert, bleiben die Lichter an den beiden Anlagen der Emschergenossenschaft und des Lippeverbandes das gesamte Wochenende aus. Aus der „Earth Hour“ wird somit gleich ein ganzes „Earth Weekend“.

    Emschergenossenschaft und Lippeverband

    Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) sind öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, die als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip leben. Die Aufgaben der 1899 gegründeten Emschergenossenschaft sind unter anderem die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet und baute unter anderem den Lippe-Zufluss Seseke naturnah um. Gemeinsam haben Emschergenossenschaft und Lippeverband rund 1.800 Beschäftigte und sind Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken (rund 782 Kilometer Wasserläufe, rund 1533 Kilometer Abwasserkanäle, 546 Pumpwerke und 59 Kläranlagen). http://www.eglv.de

  3. „Earth Hour“ in der Pauluskirche: Konzert bei Kerzenschein und Mitsing-Aktion

    Die weltweite Aktion „Earth Hour“ wird am Samstag, 28. März, auch in der Dortmunder Pauluskirche mit einem vielseitigen Programm begangen. Neben Impulsen zur Initiative des World Wide Fund for Nature (WWF), bei der für eine Stunde die Außenbeleuchtung vieler öffentlicher Gebäude in tausenden Städten ausgeschaltet wird, steht ein Kerzenschein-Konzert mit der Nic Koray Band im Mittelpunkt. Die Veranstaltung bildet zugleich den Abschluss der GREEN-CULTURE-Initiative Dortmunder Kultureinrichtungen.

    Im Fokus steht ein politisches Podium zur Frage, welche Wirkung zivilgesellschaftliches Engagement in Krisenzeiten entfalten kann. Mitwirkende aus Klimabündnis, Demokratiecafé, Söz sowie der Lokalpolitik diskutieren darüber. Ergänzt wird das Programm durch ein Mitsing-Event mit Dortmunder Musiker:innen sowie ein Konzert bei Kerzenschein. Für Speisen und Getränke ist gesorgt, der Eintritt ist frei.

    Die Türen öffnen um 18 Uhr, Beginn ist um 18.30 Uhr mit einer Begrüßung. Um 19.30 Uhr folgt das Mitsing-Event mit Eddy Siebert. Dabei steht das gemeinsame Singen als verbindendes Element im Mittelpunkt: „Wir schalten die elektrischen Lichter aus, um die Ressourcen unserer Erde zu schonen.“ Gleichzeitig solle Raum für „innere Lichter“ entstehen und ein Zeichen für Hoffnung und Mitgefühl gesetzt werden.

    Um 20 Uhr präsentieren Hans Blücher und Eddy Siebert den „Earth Hour“-Song. Der Dortmunder Singer-Songwriter wird dabei von Mitgliedern der Band Boomtown Shakedown begleitet. Die Hymne entstand im vergangenen Jahr als Gemeinschaftsprojekt des Musiksyndikat Ruhr mit 50 Sänger:innen in der Pauluskirche und wurde vom WWF als bundesweites Vorzeigeprojekt gewürdigt. Zudem stellen sie den Song „Music for Future“ vor, der zu mehr Nachhaltigkeit und gemeinsamem Handeln aufruft.

    Nach einer kurzen Umbaupause mit veganem Fingerfood und Getränken beginnt um 20.35 Uhr das Kerzenschein-Konzert der Nic Koray Band. Die Singer-Songwriterin ist für ihre einfühlsamen, meist englischsprachigen Songs bekannt, in denen sie ihre Sehnsucht nach einem friedlichen Zusammenleben auf der Erde ausdrückt. Mit ihrer fünfköpfigen Band gestaltet sie ein Konzert in der besonderen Atmosphäre eines ausschließlich von Kerzen erleuchteten Kirchenraums.

    Gegen 21.35 Uhr endet die Veranstaltung mit einer Schlussmoderation und Hinweisen auf weitere Aktionen. Um 21.40 Uhr folgt ein gemeinsamer Abschluss-Song mit der Nic Koray Band und dem Publikum.

    Weitere Informationen zum Netzwerk GREEN CULTURE DORTMUND und zur Aktionswoche vom 24. bis 28. März sind online abrufbar.

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