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Die IG Metall ist bereit für die nächste Eskalationsstufe: Im Tarifkonflikt bei Metall und Elektro drohen ganztägige Streiks

Warnstreik der IG Metall. Demonstration zum Sitz des Unternehmensverband der Metallindustrie

Demonstration zum Sitz des Unternehmensverbandes der Metallindustrie. Fotos Klaus Hartmann

Im Tarifstreit mit den Arbeitgebern zeigte sich die IG Metall in Dortmund kämpferisch. Gut über tausend Beschäftigte aus 23 Unternehmen in Dortmund und Lünen zogen vom Gewerkschaftshaus am Ostwall zum Sitz des Unternehmensverbandes der Metallindustrie in der Prinz-Friedrich-Karl-Straße.

Warnstreik der IG Metall. Demonstration zum Sitz des Unternehmensverband der Metallindustrie

Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie geben sich kämpferisch.

Eine Lohnerhöhung von fünf Prozent fordern die Metallerinnen und Metaller.

Die Arbeitgeberseite boten zuerst 0,9 Prozent und eine einmalige Zahlung von 0,3 Prozent.  Dies war für die Kolleginnen und Kollegen der Metall- und Elektroindustrie ein Schlag ins Gesicht.

Mittlerweile haben die Arbeitgeber nachgelegt: Sie bieten nun 2,1 Prozent für 24 Monate in zwei Stufen . „Dieses Angebot ist erbärmlich“, ruft Knut Giesler, Verhandlungsführer der Gewerkschaft den Demonstrierenden zu.

Die Konjunkturdaten seien gut, „zuletzt haben 70 Prozent der Unternehmen in der Metall und Elektroindustrie die Lage als stabil, gut oder sehr gut angegeben“, weiß Ulrike Kletezka, 2. Bevollmächtigte der IG Metall.

Giesler: „Ich kann dieses Gerede von einer Scheinkonjunktur nicht mehr hören“

Warnstreik der IG Metall. Demonstration zum Sitz des Unternehmensverband der Metallindustrie. Verhandlungsführer IG Metall Knut Giesler

Der Verhandlungsführer IG Metall Knut Giesler.

Jedoch sprächen die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie immer nur von einer Scheinkonjunktur – bedingt durch die niedrigen Öl-und Gaspreise.

„Ich kann dieses Gerede von einer Scheinkonjunktur nicht mehr hören“, betont der Verhandlungsführer der NRW- IG Metall, Knut Giesler Giesler: „Auch vor dem Sinken der Energiepreise war die Lage gut.“

„Diese Konjunktur ist keine Scheinkonjunktur, sondern eine gute Konjunktur, und ihr sollt daran beteiligt werden“, ruft er unter Applaus den Streikenden zu.

Die Verhandlungen im Tarifkonflikt liegen zur Zeit auf Eis. „Wir warten auf einen Anruf der Arbeitgeber, wer bis Pfingsten eine Lösung haben will, muss sich beeilen,“ so Giesler weiter.

Aus den zeitlich begrenzten Warnstreiks könnten dann 24-Stunden-Streiks werden

Warnstreik der IG Metall. Demonstration zum Sitz des Unternehmensverband der Metallindustrie

Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Lohn.

Sollte der Anruf nicht kommen, so droht im Kampf um höhere Löhne eine weitere Eskalation des Streits. Aus den zeitlich begrenzten Warnstreiks könnten dann 24-Stunden-Streiks werden.

„Darauf sind wir vorbereitet, die Planungen laufen im vollen Gange“, droht Giesler den Arbeitnehmern.

Eine Minute nach dem Ende der Friedenspflicht am Freitag letzter Woche, ging die Nachtschicht von ThyssenKrupp Rothe Erde in den Ausstand. Jetzt folgte die zweite zeitliche befristete Arbeitsniederlegung.

An dem Arbeitskampf am Dienstag haben sich laut Angabe der IG-Metall in Nordrhein-Westfalen rund 35.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beteiligt.

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