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Der ISB-Chor: Beim Singen in der Nordstadt wird die gemeinsame soziale Aufgabe kurzzeitig vergessen

Sängerinnenund Sänger des ISB-Chor. Foto: Klaus Hartmann

Sängerinnenund Sänger des ISB-Chor. Foto: Klaus Hartmann

„I am sailing.“ Im Interkulturellen Zentrum am Burgtor erklingt laut der berühmte Song von Rod Stewart. Es ist Donnerstag. Und immer donnerstagabends proben die 15 Sängerinnen – und Sänger des ISB Chors, während Chorleiter Joachim Thiele für die musikalische Begleitung am Klavier sorgt.

Die Chormitglieder arbeiten bei Dortmunder Beschäftigungsinitiativen

Gesungen wird, was Spaß macht. Irische und jüdische Volkslieder. Gospels. Beatles-Songs. Und im Winter auch schon mal klassische Weihnachtslieder wie „Es ist ein Ros’ entsprungen“. Jeder darf Vorschläge machen.

„Wir singen dreistimmig. Bass. Alt. Sopran“, erzählt Bettina Langenau, selbst Sopranistin.  Doch nicht die Dreistimmigkeit ist das Besondere dieses Chors. Es sind die Berufe der Chormitglieder. Fast alle arbeiten überwiegend in der Nordstadt bei einer von insgesamt 19 Beschäftigungsinitiativen, die unter dem Dachverband ISB e.V. zusammengeschlossen sind.

Das eint sie: ihre Tätigkeit mit Menschen, die mit vielfältigen Problemlagen zu kämpfen haben. Die Sängerinnen und Sänger kümmern sich hauptberuflich um Menschen, die von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen sind: Langzeitarbeitslose, Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und andere Gruppen finden hier ein offenes Ohr.

Und in ihrer Freizeit singen sie. Leidenschaftlich. Regelmäßig. Und gerne auch öffentlich, etwa auf dem Weihnachtsmarkt am Borsigplatz oder beim Sommerfest auf dem Union Gewerbehof.

Auf einem Betriebsausflug wurde die Idee zur Chorgründung geboren

„Die Idee zu einem Chor ist bei einem Betriebsausflug unseres Dachverbandes ISB entstanden“, erinnert sich Bettina Langenau, die selbst im Koordinierungsbüro des ISB arbeitet und eine der Mitbegründerinnen des Chors ist. „Von vornherein stand fest. Wir wollen nicht irgendeine Gesangsgruppe sein. Wir wollen ein Chor mit Anspruch werden“, sagt Bettina Langenau.

Dafür war ein guter Chorleiter nötig. Der war mit Joachim Thiele schnell gefunden. Denn der Geschäftsführer der dobeq ist auch Musiker und spielt mehrere Instrumente. Für weitere Qualität im Chor sorgen jährliche Stimmbildungsworkshops.

Die Kosten dafür tragen die Chormitglieder selbst. Ihre Beiträge ermöglichen ihnen die Teilnahme an solchen Workshops oder die Finanzierung neuer Noten. Und auch der ein oder andere Ausflug will finanziert werden. Denn letztendlich soll auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen.

„Wir alle singen mit Leidenschaft und möchten unsere Chorgemeinschaft noch vergrößern. Wer Lust hat zu singen ist bei uns gut aufgehoben und herzlich willkommen.

Wir proben jeden Donnerstag von 17.15 Uhr bis 19 Uhr in der Nordstadt im Interkulturellen Zentrum am Burgtor, Münsterstraße 9-11“, sagt Chorleiter Joachim Thiele.

 

HINWEIS:

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– Der Artikel von Claudia Behlau ist ein Beitrag aus dem Buch “Wir: Echt Nordstadt”.

– Das Buch mit 106 Gruppenportraits ist kostenlos beim Quartiersmanagement Nordstadt, Mallinckrodtstraße 56, 44147 Dortmund, erhältlich. (Mail: info@nordstadt-qm.de)

– Eine große Ausstellung mit Bildern und Texten zu  “Wir: Echt Nordstadt” ist bis Ende September 2015 am Big Tipi im Fredenbaumpark zu sehen.

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