
Die Dokumentation „Fassaden“ über Partnerschaftsgewalt und toxische Beziehungen kommt am 12. Februar 2026 bundesweit in die Kinos. Bereits am kommenden Samstag (7. Februar 2026) ist der Film im Roxy Lichtspielhaus zu sehen. Dann ist Regisseurin Alina Cyranek in der Nordstadt zu Gast und nimmt im Anschluss an die Vorführung an einem Filmgespräch teil.
Dokumentation greift vier reale Erfahrungsberichte auf
Die häufig unsichtbare Partnerschaftsgewalt gegenüber Frauen und die verborgenen Machtstrukturen sichtbar machen. Dies ist eines der Ziele von Alina Cyranek, das sie mit ihrem Dokumentarfilm „Fassaden” erreichen möchte.

Das komplexe Thema der häuslichen Gewalt wird von Cyranek sorgsam aufgenommen. In der Dokumentation greift sie vier reale Erfahrungsberichte von Frauen auf, verdichtet alle vier zu einer Geschichte, um die Anonymität ihrer Protagonistinnen zu wahren.
Dies unterstreicht gleichzeitig das systematische Muster, nach dem alle Gewaltbeziehungen ablaufen, so Cyranek.
Regisseurin erschafft hybriden Film aus unterschiedlichen Elementen
Zwar bleibt das Muster gleich, doch sind die Umstände und die Intensität der Gewaltbeziehungen jedes Mal anders. Und so facettenreich und umgreifend toxische und gewaltvolle Beziehungen sind, greift auch die Regisseurin zu unterschiedlichen Darstellungsweisen, um die Machtstrukturen innerhalb sowie außerhalb der Paarbeziehung zu untermalen. Die dabei entstehenden Kontraste werden mit Elementen aus Tanz, klassischem Interview und Animation dargestellt.
Ein Tanzpaar stellt eine nonverbale Ausdrucksform dar, die darüber hinaus das Physische, das Unsagbare, der Paarbeziehungen aufgreift. Experteninterviews sorgen für die nötige Dokumentationsform. Die Animationen letztlich sollen den mentalen Zustand der Frauen widerspiegeln. Die auf Papier physisch gemachten Filmsequenzen wurden unterschiedlich bearbeitet und unter dem Tricktisch zu neuen Szenen gemacht.
Partnerschaftsgewalt ist kein Einzelfall
Die Regisseurin Alina Cyranek möchte Partnerschaftsgewalt aus seinem gesellschaftlichen Tabu heraustreiben. Sie möchte erreichen, dass häusliche Gewalt nicht erst die mediale und gesellschaftliche Präsenz durch ihre Brutalität der Taten findet.

Denn die Kommunikationswissenschaftlerin Christine Meltzer hat herausgefunden, dass Gewalt an Frauen erst dann einen Nachrichtenwert erhält, wenn die Taten besonders brutal ablaufen.
Die jahrelange komplexe Gewaltspirale, auf die dieser Dokumentationsfilm eingeht, wird dabei häufig außer Acht gelassen. Denn es sind keine Einzelfälle, Familienträgodien oder eheliche Streitigkeiten, vor allem ist es keine Privatsache. Sondern systematische patriarchale Gewalt gegenüber Frauen.
Mehr Informationen:
- Die Filmaufführung findet am Samstag, 7. Februar 2026, um 19 Uhr im Roxy Lichtspielhaus an der Münsterstr. 95 statt. Im Anschluss an den 90-minütigen Film lädt Regisseurin Alina Cyranek zum Nachgespräch ein.
- Der Eintritt kostet neun Euro, ermäßigt acht Euro.
- Ergänzend zu der Vorführung am Samstag wird der Dokumentarfilm am 20. Februar und vom 22. bis 28. Februar täglich im Sweet Sixteen Kino in Dortmund gezeigt.
- Weitere Informationen auf der Website sweetsixteen-kino.de.
Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

