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Coraline-Premiere: Jugendensemble der Kulturbrigaden entführt ZuschauerInnen in die Welten kindlicher Phantasie

Coraline ist eine Geschichte für die ganze Familie. Die jungen TheatermacherInnen haben die Story auf ihre ganz eigene Art und Weise für das Theater adaptiert. Foto: Rada Radojcic

Die Jungen Ensemble der Kulturbrigaden bringen ein außergewöhnlich magisches Stück auf die Bühne des Theaters im Depot, das bereits literarisch sehr erfolgreich war und 2009 durch Regisseur Henry Selick den Weg als Stop-Motion-Produktion auf die Kinoleinwand gefunden hat. Die Rede ist von „Coraline -Sei vorsichtig, was Du Dir wünschst“. Unter der Regie von Rada Radojcic haben die jungen DarstellerInnen ihre ganz eigene Version der Umsetzung des phantasievollen Stoffes entwickelt, die sie bei der Premiere am kommenden Samstag der Öffentlichkeit in Dortmund präsentieren werden.

Geschichte für das Theater aufbereitet; Drehbuch selbst geschrieben

Die engagierte und bescheidene Helen sammelte Ideen und schrieb das Drehbuch.

Eigentlich war für Ende des Jahres wieder „Das doppelte Lottchen“ geplant, doch Helen von den Kulturbrigaden hatte eine bessere Idee. Inspiriert durch Buch und Film, kam sie auf den Gedanken, den Stoff als Theaterstück umzusetzen. Gemeinsam mit ihren Freundinnen und Freunden sammelte sie Ideen und probierte sich aus.

Auf diesem Weg hat sie quasi das komplette Drehbuch selbst geschrieben, unter fachkundiger Beratung von Rada Radojcic, die seit über 17 Jahren als Regisseurin, Pädagogin und Sängerin am Theater tätig ist. „Eigentlich haben wir alle zusammen das Drehbuch geschrieben. Ich habe ja viele Ideen von den anderen übernommen“, so die bescheidene Helen. Seit Juni arbeiten sie nun an der Umsetzung.

Auch Radojcic war von der Idee ihrer Schützlinge begeistert und unterstützt die Kids, wo sie nur kann. Für Coraline arbeiten die zwei Jugendensembles der Kulturbrigaden zusammen. Insgesamt 17 DarstellerInnen im Alter von 10 bis 24 Jahren sind an der Umsetzung beteiligt. 

Coraline stellt Bühnenbild und Kostüme vor besondere Herausforderungen

Die Parallelwelt ist viel bunter und lustiger als die reale Welt. Foto: Rada Radojcic

„Ich bin so stolz auf unsere Kids. Teilweise begleite ich sie ja schon seit ihrem sechsten Lebensjahr. Bei den Kulturbrigaden können wir ihnen eine professionelle Ausbildung an unserer Theaterakademie anbieten. Wir schulen  sie unter anderem in Tanz, Schauspiel und Sprecherziehung“, freut sich die Regisseurin. 

Coraline ist eine spezielle Geschichte, die die TheatermacherInnen gerade in Bezug auf Bühnenbild und Kostüme vor besondere Herausforderungen stellt. Angelehnt an Lewis Carrolls’ Alice im Wunderland hat der amerikanische Bestsellerautor Neil Gaiman mit Coraline eine spannende Geschichte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geschaffen. Zur Story:

Coraline zieht mit ihren Eltern in ein neues Haus und ist gelangweilt vom alltäglichen Einerlei, genervt von der Fürsorge aber auch der Missachtung ihrer Eltern, die beide in der Computerbranche arbeiten und so nur wenig Zeit finden, sich mit ihrer Tochter zu beschäftigen. 

In der Parallelwelt ist alles anders und doch irgendwie gleich

Es dauert nicht lange und die kleine Coraline stößt bei Entdeckungstouren durch das neue Haus auf eine Geheimtür. Getrieben von kindlicher Neugier tritt sie hindurch und findet sich in einer knallbunten Parallelwelt wieder, in der alles ganz anders und doch irgendwie gleich ist. Alle Personen der realen Welt tauchen auch in der Anderswelt auf, mit einem großen Unterschied. Anstatt Augen tragen sie angenähte Knöpfe im Gesicht.

Die Anderswelt beinhaltet alles, wovon Coraline im realen Leben nur träumen konnte und so genießt sie die Zeit bei ihren Anderseltern, bis die Andersmutter versucht, Coraline für immer in ihrem fiktiven Zuhause gefangen zu halten. Nun muss Coraline sich ihren Ängsten stellen und der Andersmutter in der Parallelwelt gegenübertreten, um ihre wahren Eltern zu retten.

Nach den Motiven Gaimans haben die Jugendlichen ihre ganz eigene Coraline entworfen. So treten vier unterschiedliche Darstellerinnen als Coraline auf, die jeweils andere Gemütszustände des jungen Mädchens repräsentieren. Es wird eine ängstliche und vorsichtige aber auch eine neugierige und kritische Coraline geben, was in bestimmten Situationen sehr humorvoll ausfallen wird.

Bei der Umsetzung der Knopfaugen war kreativer Erfindergeist gefragt

Ein paar der jungen DarstellerInnen vor dem Bühnenbild. Fotos (2): Sascha Fijneman

Die Eltern von Coraline werden von den älteren Jugendlichen des Ensembles gespielt. Die Dialoge sind komplett von Helen selbst geschrieben und nicht einfach von Gaiman übernommen, sondern auf ihre eigene Art für das Theater aufbereitet worden. Besonders schwierig erwies sich die Aufgabe, die Knopfaugen der BewohnerInnen der Anderswelt maskentechnisch umzusetzen. 

Erste Versuche mit richtigen Knöpfen schlugen fehl, selbst große Knöpfe schränkten die Sicht der ProtagonistInnen zu sehr ein. Ratlosigkeit machte sich breit. Doch Regisseurin Radojcic hatte die zündende Idee. „Ich bin begeistert von youtube-Tutorials. Es ist toll und von unermesslichem Wert, dass Menschen andere an ihren Ideen und Visionen teilhaben lassen“, so Radojcic.

Die Lösung: Sonnenbrillengläser, deren Ränder mit Fimo verstärkt wurden. Dann ein weißer Edding um die Flächen mit einem X zu blenden, schon ist die Illusion perfekt für die Bühne. Das Bühnenbild wurde von der Regisseurin selbst gebaut. Mit kleinen Tricks kann es einfach und schnell von der normalen Welt in die Anderswelt transformiert werden.

Die Aufführung wird von über 50 Soundeinspielungen  und Eigenkompositionen begleitet

Im Depot in der Immermannstraße findet die Premiere statt.

Die musikalische Leitung des Stücks übernimmt Dixon Ra, den die Regisseurin als Multitalent bezeichnet und der über 50 Soundeinspielungen und Eigenkompositionen integrieren wird. Für die Choreographie ist die freiberufliche Tänzerin Birgit Götz zuständig, die viel Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen mit sich bringt.

Coraline feiert am kommenden Samstag, den 13. Oktober, Premiere im Theater im Depot , mit dem die Kulturbrigaden schon über mehrere Jahre hinweg kooperieren. Das Stück wird um 18 Uhr beginnen und circa 80 Minuten dauern. Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 8 Euro. An der Abendkasse kostet die Karte 17 Euro, ermäßigt 10 Euro. Für Kinder bis 14 Jahren beträgt der Eintritt fünf Euro. Das Stück wird für Kinder ab acht Jahren empfohlen.

Die Vorführung ist eine Veranstaltung der Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit, Bildung und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit den Kulturbrigaden. Die Kulturbrigaden sind ein gemeinnütziger Verein und ein Zusammenschluss einzelner KünstlerInnen aus den Bereichen der Darstellenden Künste. Sie setzen sich unter anderem für den künstlerischen Austausch der Theaterlandschaft in NRW und die interkulturelle Vermittlung von Theater ein.

Die Kulturbrigaden verfügen über eigene Räumlichkeiten in der Brückstraße. Für die Teilnahme an der Theaterakademie werden Teilnehmergebühren geltend gemacht, um die Raummieten zu finanzieren. Es gibt aber auch eine Reihe kostenloser Angebote. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, kann dies über den im Anhang befindlichen Link tun.

Weitere Informationen:

Weitere Vorstellungen im Theater im Depot:

  • Sonntag 14. Oktober 2018, 16 Uhr
  • Freitag, 2. November 2018, 20 Uhr
  • Sonntag, 6. November 2018, 16 Uhr
  • Eintritt jeweils 14 Euro im Vorverkauf und 16 Euro an der Abendkasse, ermäßigt 8 Euro im VVK und 10 Euro an der Abendkasse
  • Der Preis für Kinder bis 14 Jahren beträgt 5 Euro.
  • Weitere Vorstellungen sind geplant!
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