
Die Endeckertage gehen in die nächste Runde: Ab dem 26. Januar 2026 können sich Achtklässlerinnen und Achtklässler für das Schnupperformat anmelden. Rund 5.000 Schüler:innen in Dortmund erhalten so die Möglichkeit, dreimal für einen Tag Eindrücke in unterschiedlichen Berufsfeldern zu sammeln.
Digitale Organisation für tausende Entdeckertage
Die Organisation der Entdeckertage ist eine logistische Herausforderung. Rund 5.000 Schüler:innen der achten Klassen, teilweise auch der neunten Klassen, sollen jeweils an drei Tagen unterschiedliche Berufsfelder kennenlernen, was insgesamt etwa 15.000 Ein-Tages-Praktika bedeutet.

Um die Abläufe möglichst einfach und transparent zu gestalten, setzt das Regionale Bildungsbüro im Fachbereich Schule der Stadt Dortmund seit dem vergangenen Jahr auf ein digitales Tool. Es soll die Koordination der Entdeckertage für alle Beteiligten erleichtern. Die Anmeldung und Verwaltung erfolgen zentral über eine Online-Plattform.
Für die „Berufsfelderkundung – die Entdeckertage“ steht ein kostenfreies und intuitives Angebot auf dortmundatwork.de zur Verfügung. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bieten hier ihre Entdeckertage an, Jugendliche wählen eines der Angebote aus. Nach der Teilnahme wird automatisch eine Bescheinigung erstellt, zudem gibt es eine Erinnerungsfunktion. Neu ist eine Feedbackmöglichkeit für Arbeitgeber:innen gegenüber Jugendlichen und Lehrkräften. Die Entdeckertage 2026 sind in feste Blöcke organisiert. Die Termine sind am 21., 22. und 23. April, am 19., 20. und 21. Mai sowie am 16., 17. und 18. Juni 2026. Das vereinfacht die Organisation für Schulen und Unternehmen deutlich.
Flexible Angebote und vielfältige Einblicke
Unternehmen können selbst festlegen, wie viele Angebote sie einstellen möchten. Das eintägige Schnupperformat soll mindesten vier Stunden Programm beinhalten. Nadine Wecke von Dortmund at work erklärt: „Die Unternehmen können sich an einzelne Schülerinnen und Schüler wenden, sie können ihre Entdeckertage aber auch für Gruppen öffnen. Wir empfehlen allerdings immer eine enge Betreuung, um den Fragen der Schülerinnen und Schüler auch gerecht zu werden.“
Die Entdeckertage sollten im Idealfall ein Gewinn für beide Seiten sein. Wecke betont: „Berufsfelderkundungen sind für Unternehmen eine einfache Möglichkeit, Jugendliche frühzeitig für Ausbildung zu begeistern und dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen. Den Jugendlichen bieten sie Chance, einfach und schnell möglichst unterschiedliche Eindrücke aus der Arbeitswelt zu erlangen.“ Voraussetzung dafür sei, dass junge Menschen offen an die Entdeckertage herangehen.
Entsprechend rät Wecke den Schüler:innen: „Geht unvoreingenommen an den Tag. Stellt eure Fragen und sammelt, wo es geht, praktische Erfahrungen. Wir wissen schon von einer ganzen Menge Schülerinnen und Schüler, die über die Entdeckertage ihren Traumberuf gefunden haben. Es lohnt sich also.“
Von Studium bis Handwerk: Entdeckertage in der Praxis
Die Entdeckertage spiegeln die Vielfalt der Berufswelt wider. Vorgestellt werden unter anderem Studiengänge, zudem erhalten die Jugendlichen Einblicke in sensible Arbeitsbereiche, etwa in die Arbeit mit psychisch kranken Menschen. Auch handwerkliche Tätigkeiten gehören zum Angebot, etwa das Lackieren einer Motorhaube. Unternehmen können sich auch jetzt noch für die „Berufsfelderkundung – die Entdeckertage“ auf der Online-Plattform als Anbieter registrieren. Das geht schnell und unkompliziert. Schließlich sind die Entdeckerinnen und Entdecker von heute die Fachkräfte von morgen.

Wie ein solcher Entdeckertag konkret ablaufen kann, zeigt das Beispiel der 14-jährigen Lotta Mämpel vom Heisenberg-Gymnasium. Sie hat im vergangenen Jahr mit der Berufsfelderkundung begonnen. Damals war sie in der achten Klasse: „Ich war für einen Tag im Frauenprojektlabor an der Fachhochschule Dortmund. Wir haben zuerst eine Führung durch die FH bekommen. Das war schon spannend für mich – mal zu sehen, wie so eine Fachhochschule funktioniert.“
„Im Frauenprojektlabor fand ich gut, dass wir so viele praktische Übungen gemacht haben. Wir haben programmiert und gelötet. Natürlich waren das alles einfache Übungen, ich glaube aber schon, dass die gezeigt haben, in welche Richtung ein solches Studium gehen könnte. Einen weiteren Entdeckertag habe ich bei der Lebenshilfe gemacht. Beruflich möchte ich nicht in diese Richtung gehen. Aber so ein Schnuppertag hilft, um Berufe besser zu verstehen und um die Arbeit mehr anzuerkennen.“
Entdeckertage am Heisenberg-Gymnasium
Am Heisenberg-Gymnasium nehmen jedes Jahr mindestens 150 Schüler:innen der achten Klassen an der Berufsfelderkundung teil. Begleitet wird der Prozess unter anderem von Fabian Jakobi, der an der Schule Erdkunde und Sport unterrichtet und als einer von mehreren Koordinatoren der Studien- und Berufsorientierung (StuBo) tätig ist und sich darum kümmert, den Jugendlichen frühzeitig Einblicke in die Arbeitswelt zu ermöglichen.

In der Vergangenheit mussten sich die Schüler:innen ihre Praktikumsplätze mit Unterstützung der Lehrkräfte selbstständig suchen. Das habe laut Jakobi ausschließlich über persönliche Kontaktaufnahme funktioniert und sei für manche Jugendliche eine Hürde gewesen. Über die Einführung des Online-Portals sagt er: „Durch das Online-Portal fällt das weg. Die ganze Organisation ist durch Dortmund at work stark vereinfacht.“
Jakobi zieht ein positives Fazit: „Unsere Schülerinnen und Schüler können jetzt den Platz buchen, der sie interessiert. Hinzu kommt, dass sie über das Portal auf viel mehr Unternehmen zugreifen können, als es früher bei uns möglich war. Im Durchschnitt betrachtet sind die Erfahrungen sehr gut, die unsere Schülerinnen und Schülern sammeln. Das vereinzelte Feedback, das wir von Unternehmen bekommen, zeigt, dass auch sie zufrieden sind. Wir finden den Weg jedenfalls gut und würden uns freuen, wenn noch mehr Unternehmen auf Dortmund at work Entdeckerplätze anbieten.“
Praxisnahe Entdeckertage im Frauenprojektlabor der FH Dortmund
Lara Blessau ist Koordinatorin des Frauenprojektlabors an der FH Dortmund. Sie ist Ingenieurin der Informationstechnik und macht gerade ihren Master. Das Frauenprojektlabor richtet sich eigentlich an Mädchen und junge Frauen, um ihnen einen geschützten Rahmen zu geben, um sich in Naturwissenschaften und Technik auszuprobieren. An den sieben Entdeckertagen im Rahmen der Berufsfelderkundung macht die FH aber eine Ausnahme. Dann dürfen auch Jungs im Frauenprojektlabor mitmachen:

Im Mittelpunkt stehen dabei praktische Aufgaben in kleinen Gruppen. Blessau erläutert: „Uns ist wichtig, dass hier alle Fragen gestellt werden können. An den Entdeckertagen ist unsere Gruppengröße etwa bei zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Mich unterstützen dann einige Studentinnen. Manche sind schon weit im Studium, andere haben gerade angefangen. So entsteht schnell eine Atmosphäre, in der wir vertraut miteinander sprechen und arbeiten können. Uns ist wichtig, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer praktisch arbeiten und erste Erfolge haben.“
„An den Entdeckertagen machen wir Übungen, die sinnbildlich für unsere verschiedenen Studiengänge stehen: Wir löten eine Lichtorgel. Die Lichter reagieren auf Musik – das steht für Elektrotechnik. Für den Bereich Maschinenbau steht die additive Fertigung. Hier designen die Schülerinnen und Schüler Schlüsselanhänger, die wir dann mit dem 3D-Drucker produzieren. Und wir programmieren einen Roboter, der dann Slalom fahren kann – das steht für Informatik und Informationstechnik. Da ist für jede und jeden etwas dabei. Wir haben im vergangenen Jahr mit den Entdeckertagen wirklich sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Schülerinnen und Schüler hatten an allen Tagen Interesse und haben motiviert mitgemacht.“
Hier geht’s zum Internetportal dortmundatwork.de.
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