
Die vielgescholtene Innenstadt kann drei Neueröffnung vorweisen. Möglich macht es der Anmietungsfonds des Citymanagements. Ein gemeinnütziger Verein, ein Second-Hand-Kaufhaus und eine Änderungsschneiderei konnten aufgrund reduzierter Miete leerstehende Ladenlokale beziehen und werden zumindest in den nächsten zwei Jahren ihren Beitrag zur Belebung der City leisten.
„Wir fördern Nutzungen, die zu Quartier und Immobilie passen.“
Die Cityentwicklung gelingt nur im engen Schulterschluss zwischen Verwaltung und privaten Akteur:innen – so sieht es zumindest das Citymanangement unter der Leitung von Tilmann Insinger: „Wir fördern Nutzungen, die zu Quartier und Immobilie passen, eine langfristige Perspektive haben und die City beleben.“ ___STEADY_PAYWALL___

Ein sogenannter Anmietungsfonds bietet Anreize und davon profitieren drei neue Einrichtungen. Sie freuen sich über eine reduzierte Miete und zahlen für die kommenden zwei Jahre nur 20 Prozent der früheren Miete für ihre Ladenlokale.
Auf der anderen Seite erhalten die Eigentümer:innen der Immobilie 70 Prozent der Altmiete. Die Differenz übernimmt die Stadt mithilfe der Förderung aus dem Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“ des Landes Nordrhein-Westfalen.
Erstmals unterstützte der Anmietungs-Fonds auch eine gemeinnützige Organisation. Der Migrantinnenverein Dortmund eröffnete sein neues Ladenlokal am Gnadenort 3-5 und will u.a. mit Workshops, Beratung und Bildungsangeboten sein Publikum in die Innenstadt locken.
Interessent:innen mit leeren Ladenlokalen oder neuen Ideen gesucht
Am Freistuhl 3 gibt es seit Anfang November Secondhand-Waren vom Antik-Möbel bis zur Hi-Fi-Anlage. Betreiber des neuen Geschäfts „Kaufso“ ist das Unternehmen Help2007, das Haushaltsauflösungen anbietet und in Dortmund-Derne bereits ein Sozialkaufhaus unterhält. In der City soll der Schwerpunkt vor allem auf höherwertigen Artikeln aus zweiter Hand liegen.

Und auch Erkan Temizkanoglu profitiert von der Idee des Fonds. Er bietet nun seit Mitte November am Westenhellweg 114 in seiner Schneiderei Änderungs- und Reparaturarbeiten für Stoffe und Bekleidung an.
„Weitere Interessent:innen mit leeren Ladenlokalen oder neuen Nutzungsideen sind jederzeit willkommen“, erklärt Tilmann Insinger. Für die ersten Monate des kommenden Jahres sind bereits weitere geförderte Eröffnungen geplant.
Informationen zum Anmietungs-Fonds gibt es auf der Website der Stadt – Anträge und Beratungen gibt es aber auch direkt vor Ort. Wer das Team treffen möchte, kann dies donnerstags zwischen 13 und 17 Uhr oder freitags zwischen 8 und 13 Uhr im PROJEKTOR, Kleppingstraße 28.
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Reaktionen
Anmietungs-Fonds des Citymanagements fördert neues Angebot: Japanische Popkultur hat jetzt ein Zuhause in der City (PM)
Mit „Tokyo Heartbeats“ hat ein Geschäft für japanische Mode, Kunst und Popkultur im Brückviertel eröffnet. Auch Events und künstlerische Aktionen stehen auf dem Programm. Ermöglicht hat die Eröffnung der städtische Anmietungs-Fonds.
In den lange Zeit leerstehenden Räumen eines ehemaligen Wettbüros hat sich Laura Biela einen Traum erfüllt. Denn die Inhaberin des am Samstag (31. Januar) eröffneten Geschäfts vertreibt schon lange Anime-Fanart, Illustrationen und Prints, Merchandise, japanische Mode („J-Fashion“), Schmuck und handgefertigte Unikate. Bislang allerdings handelte sie ohne festes Ladengeschäft, auf Conventions und Messen und in ihrem Online-Shop „Lace de Parfait“.
Jetzt hat das Angebot der gelernten Mediengestalterin eine feste Anlaufstelle an der Reinoldistraße 23. Auf rund 60 Quadratmetern präsentiert sie dort nicht nur das Sortiment ihres Shops, sondern vermietet auch Regalflächen an wechselnde lokale Künstler*innen. Am Samstag bildete sich schon früh morgens – Stunden vor dem Eröffnungstermin – die erste Schlage junger Kundinnen und Kunden. Am Ende des Tages waren es rund 1.000 Gäste, schreibt Laura Biela auf Instagram.
„Tokyo Heartbeats ist aus dem Wunsch entstanden, einen Ort zu schaffen, an dem Kreative sichtbar sind, ohne finanzielle Hürden oder Konkurrenzdruck“, erklärt Biela. „Der Laden soll sich anfühlen wie ein kleiner Convention-Besuch mitten in der Stadt – offen, kreativ und gemeinschaftlich. Ein Ort für Entdeckungen und Schätze, die man anderswo nicht findet.“
Angebot kann regionale Strahlkraft entfalten
Geöffnet hat das Geschäft dienstags bis samstags von 10.30 bis 19 Uhr. Veranstaltungen und Workshops sollen ebenso zum Angebot gehören – wovon die Attraktivität der City für junge Menschen weiter profitieren dürfte.
„Das Konzept von Tokyo Heartbeats passt perfekt ins Brückviertel“, sagt Citymanager Tilmann Insinger. „Es setzt auf visuelle Stärke, auf Fashion und Kultur und auf eine junge Zielgruppe, die sich stark mit dem Angebot identifiziert. Die Szene etwa der Cosplayer und Anime-Fans ist in Dortmund durch Conventions regelmäßig stark vertreten. Nun bekommt sie ein dauerhaftes Zuhause im Herzen der Innenstadt. Das Angebot kann regionale Strahlkraft entfalten und ist ein echtes Plus auch für den angrenzenden Platz am Apfelbrunnen und die Reinoldistraße. Ich freue mich sehr, dass wir diesen langjährigen Leerstand mit seiner großen Schaufensterfläche in guter Zusammenarbeit mit dem Eigentümer beheben konnten.“
Citymanagement vermittelte das richtige Lokal für das Konzept
Das Fördermodell des Anmietungs-Fonds funktioniert so: Ein Eigentümer vermietet sein leerstehendes Ladenlokal für 70 Prozent der letzten Miete an die Stadt. Die wiederum vermietet für nur 20 Prozent der Altmiete weiter an neue Nutzerinnen und Nutzer. Die Differenz stemmt die Stadt mit Förderung aus dem Landesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“. Die Zusammenführung der Nutzungsideen mit den Ladenlokalen übernimmt das Citymanagement. Mietverträge kommen erst zustande, wenn eine geeignete Kombination gebildet wurde.
„Die Vermittlung über das Citymanagement hat uns sehr geholfen, das Ladenlokal wieder mit Leben zu füllen“, berichtet Adam Shaker, Geschäftsführer der Immobilienverwaltung Burgwall GmbH & Co. KG. „Das Konzept von Tokyo Heartbeats hat uns schnell überzeugt – wir sind zuversichtlich, dass dieses Angebot sich etablieren und über die zweijährige Förderung hinaus Bestand haben kann. Die Umbaukostenförderung aus dem Anmietungs-Fonds hat zudem unsere Investitionen begrenzt. So kann unser anfänglicher Mietverzicht langfristig zum Gewinn führen.“
Anträge sind weiterhin möglich
Wer Ideen für eigene, die City belebende Angebote hat oder ein leerstehendes Ladenlokal, kann sich jederzeit beim Citymanagement melden. Das Team berät zu den Anträgen auf Förderung durch den Anmietungs-Fonds und sucht für Räume und Nutzungsideen nach den passenden Gegenstücken. Neue Förderungen können wegen der aktuellen Haushaltssperre voraussichtlich wieder ab April vereinbart werden. Beratungen und Anträge sind aber auch derzeit möglich.
Alle Informationen zum Anmietungs-Fonds gibt es unter dortmund.de/citymanagement.