Die heimische Wirtschaft stagniert und die Unternehmen verharren im Stimmungstrief

Vorstellung vom Jahresbericht 2025 der IHK zu Dortmund:

Stellten den IHK-Jahresbericht 2025 vor (v.l.): Der stellv. Hauptgeschäftsführer Wulf-Christian Ehrich, Präsident Roland Klein, Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber und Ehrenpräsident Heinz-Herbert Dustmann. Foto: IHK zu Dortmund/Oliver Schaper

Wenn sich Wirtschaftsverbände zur Lage äußern, wird im Blick auf die amtierende Regierung, gleich welche Couleur, meistens viel gefordert und wenig gelobt: Es könnte immer besser sein als es ist! In einer Pressekonferenz der IHK zu Dortmund wurde jüngst der Bericht für das Jahr 2025 vorgestellt, in dem aber durchaus auch von positiven Entwicklungen die Rede ist.

Trotz Stimmungstief: Unternehmensgründungen nehmen zu

Im Bezirk der IHK zu Dortmund (Dortmund, Hamm und Kreis Unna) leben rund 1,2 Millionen Menschen, von denen etwa die Hälfte in 60.394 Unternehmen einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Das erwirtschaftete BIP zu Marktpreisen liegt in Summe bei 46.666 Mio. EURO (im Jahr 2022). Ein starkes Ergebnis, aber wie ist die Stimmung? Eine zu Beginn des Jahres 2025 durchgeführte Umfrage unter 130 Unternehmen kam zu einem pessimistischen Ergebnis. „Schlechte wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, schwache Inlandsnachfrage, gestiegene Arbeitskosten, hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie der Fachkräftemangel belasten die Betriebe zunehmend“, heißt es im Ruhrlagebericht zum Jahresbeginn 2025 der IHK.

Stefan Schreiber, Heinz-Herbert Dustmann und Roland Klein. Foto: IHK zu Dortmund/Oliver Schaper

Der ehemalige IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann, der sein Amt im März an seinen Nachfolger Roland Klein übergeben hatte, ordnet die Ergebnisse ein: „Bundesweit schrillen die Alarmglocken der Wirtschaft. Die deutsche Wirtschaft stagniert und dieser Zustand trifft auch für unsere Unternehmen im IHK-Bezirk zu. Wir verharren im Stimmungstief!“ ___STEADY_PAYWALL___

Trotz fehlender Planbarkeit, überbordender Bürokratie und unklaren Rahmenbedingungen sieht IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber dennoch keinen Grund, die Hoffnung aufzugeben: „Die Innovationskraft und die Leistungsfähigkeit unserer Unternehmen ist so stark, dass ein spürbares Signal zum Aufbruch fast schon reichen würde. Nur eins hat die Wirtschaft nicht mehr: Zeit zum Warten.“

Es gibt aber auch erfreuliche Entwicklungen, denn in NRW nimmt die Zahl der Unternehmensgründungen seit 2020 wieder zu und erreicht bereits fast wieder das Niveau von 2019, der Zeit vor der Corona-Pandemie. Die IHK NRW hat in Zusammenarbeit mit dem Essener Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) untersucht, welchen Anteil migrantische Gründungen daran haben, denn Gründer:innen mit Einwanderungsgeschichte werden immer mehr. Inzwischen stellen sie 27 Prozent aller Selbstständigen im Land, bereichern die Wirtschaft, schaffen Arbeitsplätze, bringen neue Perspektiven ein und beleben die Städte.

Wirksame Unterstützung durch Beratungs- und Bildungsangebote

Mit diversen Beratungs- und Bildungsangeboten hat die IHK auch im vergangenen Jahr auf aktuelle Entwicklungen reagiert. So beispielsweise im November mit einer Veranstaltung unter dem Titel „Wirtschaft und Verteidigung – Orientierung, Herausforderungen und Chancen für Unternehmen“. Die ernste Lage, in der sich Deutschland befindet, gab den Impuls dafür. Ziel war es, Wege der Zusammenarbeit zwischen Militär und Wirtschaft im Hinblick auf die sicherheits- und verteidigungspolitische Lage zu identifizieren und die Zusammenarbeit zu fördern.

Stefan Schreiber, Heinz-Herbert Dustmann, Roland Klein und Wulf-Christian Ehrich. Foto: IHK zu Dortmund/Oliver Schaper

Vieles verändert sich derzeit und befindet sich im Umbruch. Den bundesweit erschwerten Bedingungen der Wirtschaft muss auch – oder sogar vor allem – regional Rechnung getragen werden.

„Mit mutiger Innenstadtentwicklung, konsequentem Bürokratieabbau, schnelleren Genehmigungsverfahren und einer aktiven Ansiedlungspolitik müssen Kommunen in der Lage sein, gezielt gegenzusteuern“, fordert Stefan Schreiber, IHK-Hauptgeschäftsführer.

Dabei geht es vor allem um die Transformation der Wirtschaft mit den Schwerpunkten Kreislaufwirtschaft, Energiewende und Wasserstoff. Gleichwohl, meint Schreiber, müssen Klimaschutz und die Anliegen der Wirtschaft gleichviel berücksichtigt werden.

 Neues bei der Kammer: „Innoclub“ und „IHK-Energie-Scouts“

Start-ups leisten zu den anstehenden Transformationsprozessen einen wichtigen Beitrag. Mit dem neu gegründeten „Innoclub“ bietet die IHK eine besondere Plattform für Austausch und Kooperationen.  Bislang sind schon 15 Unternehmenspartner, 19 Start-ups und zwölf institutionelle Partner Teil des Netzwerks, das von der IHK gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Dortmund, der Technischen Universität Dortmund, der Fachhochschule Dortmund sowie der International School of Management (ISM) geschaffen wurde.

Eröffnung des „Clubhouse“ innoclub im TechnologieZentrumDortmund TZ Dortmund am 24. Januar 2025. Foto: Stephan Schuetze

„Diese Allianz aus Wirtschaft und Wissenschaft hat den Grundstein gelegt – mit einem klaren Ziel: Innovationen schneller in die Umsetzung zu bringen und die richtigen Partner an einen Tisch zu holen“, heißt es im Jahresbericht der IHK.

Im Bereich der Ausbildung von Fachkräften konnten mit dem neuen Verfahren zur Feststellung und Bescheinigung der individuellen beruflichen Handlungsfähigkeit die ersten Berufserfahrenen auch ohne reguläre Ausbildung ihre vollgültige Anerkennung als Facharbeiter:innen erlangen. Die IHK zu Dortmund hat aktiv an der Erstellung von Validierungsstandards für Lagerberufe und Berufe im Einzelhandel mitgewirkt.

In einem besonderen Projekt der Nachwuchsförderung werden Auszubildende zu „IHK-Energie-Scouts“, die sich als Multiplikatoren für Effizienz- und Biodiversitätsprojekte in den Unternehmen engagieren. „Ihre Initiativen“, so die IHK, „zeigen messbare Erfolge und machen Nachhaltigkeit im Unternehmensalltag greifbar.“

„Nicht zu übersehender Handlungsbedarf“ bei der Verkehrsinfrastruktur

Besorgt äußern sich immer mehr Unternehmen hinsichtlich der Verkehrsinfrastruktur. Hier besteht auch in der Region Dortmund ein nicht zu übersehender Handlungsbedarf. Bauprojekte wie das der „Rahmedetalbrücke“ belasten die Wirtschaft.

Bauprojekte wie das der „Rahmedetalbrücke“ sind überfällig und herausfordernd zugleich.  Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Andererseits profitiert die Wirtschaft von erfolgreich abgeschlossenen Projekten: „Der Bau der A 445 von Werl bis Hamm ist bundesweit eines der Neubauprojekte mit dem höchsten volkswirtschaftlichen Nutzen. Der Neubau ersetzt die aktuell chronisch verstopfte B 63.

Auf dieser Achse soll auch der Güterbahnhof Hamm als größte Bahnreservefläche des Landes an die A 2 angeschlossen werden und überregional Güter auf die Schiene verlagern helfen.“

Klimaneutralität und Nachhaltigkeit im Gebäudesektor

Eine anderes Feld besonderer Herausforderungen tut sich auf, wenn es darum geht, dem Klimawandel und dessen Folgen wirksam zu begegnen. Dem war die Fachveranstaltung „Nachhaltige und intelligente Gebäude“ im September 2025 in Dortmund gewidmet. Man beschäftigte sich damit, wie der Gebäudesektor wirtschaftlich und zugleich klimaneutral transformiert werden kann.

„Diskutiert wurden insbesondere verlässliche politische Rahmenbedingungen, Förderinstrumente wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude sowie serielle Sanierung als Hebel zur Kosten- und Zeitersparnis“, berichtet die IHK.

Zum Jahresbericht gehörte auch der Dank an Heinz-Herbert Dunstmann für seine langjährige, verdienstvolle Arbeit als Präsident der IHK zu Dortmund. Unter seiner Führung wurden wesentliche Vorhaben umgesetzt und wirksame Akzente gesetzt, die das Wirtschaftsleben in der Region Dortmund nachhaltig geprägt haben.


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Reaktionen

  1. „POP-UP Aus- und Weiterbildung: Starte deine Zukunft jetzt!“ – Roadshow für Aus- und Weiterbildung der IHKs im Ruhrgebiet startet in Dortmund (PM)

    Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund lädt im Namen der IHKs im Ruhrgebiet vom 8. bis zum 13. Juli 2026 zu einer besonderen Roadshow rund um die Themen Ausbildung, Weiterbildung und berufliche Perspektiven ein: Im Mittelpunkt steht ein moderner, interaktiver Pop-up-Container, der als mobiler Treffpunkt für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Berufseinsteiger sowie Unternehmen dient und von Dortmund über Hagen, Bochum, Gelsenkirchen und Essen bis nach Duisburg weiterzieht.

    Auftakt mit prominenten Talkgästen

    Die Roadshow startet am 8. Juni 2026 um 13 Uhr mit einer feierlichen Eröffnung am Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. „Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, den Ball für diese wichtige Aktion von Dortmund aus ins Rollen zu bringen“, betont Roland Klein, Präsident der IHK zu Dortmund, in seiner Eröffnungsansprache. Highlight ist der Halbzeit-Talk frei nach dem Ausspruch von BVB-Legende Adi Preißler unter dem Motto: „Grau is alle Theorie – entscheidend is auf‘m (Ausbildungs-)Platz“.

    Darin geben Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, Dr. Anja Jungermann, Bereichsleiterin Regionales Bildungsbüro Stadt Dortmund, Tilbert Donnerstag, Ausbilder Bilfinger Dortmund, Ben Borowski und Jason Kwiatkowski, Ausbildungsbotschafter Bilfinger Dortmund, und Wulf-Christian Ehrich, stellv. Hauptgeschäftsführer IHK zu Dortmund, spannende Einblicke in mögliche Berufswege.

    Im Anschluss haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, direkt mit dem stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund, Wulf-Christian Ehrich, und mit weiteren Expertinnen und Experten der IHK ins Gespräch zu kommen.

    Information, Beratung und Mitmachen

    Während der gesamten Woche bietet der Pop-up-Container ein abwechslungsreiches Programm:
    – Individuelle Beratung zu Ausbildungs- und Weiterbildungswegen
    – Informationen zu Zukunftsberufen und Qualifizierungsmöglichkeiten
    – Interaktive Mitmach-Stationen und praxisnahe Einblicke
    – Austausch mit Unternehmen und Bildungsträgern aus der Region

    Ziel ist es, Orientierung zu geben, Chancen aufzuzeigen und Menschen für berufliche Bildung zu begeistern. Am 12. und 13. Juni 2026 zieht die Roadshow weiter zum Signal Iduna Park. Dort ist sie Teil der Veranstaltungen „Herocon“ sowie „Erlebniswelt Ausbildung“ und erreicht damit ein besonders breites Publikum: Die „Herocon“ bringt Experten, Vordenker und Praktiker aus dem Handwerk zusammen, um praxisnahe Lösungen für Digitalisierung, Fachkräftegewinnung und bessere Aufträge zu bieten. Bei der „Erlebniswelt Ausbildung“ werden mehr als 75 Ausbildungsbetriebe vor Ort sein. In dieser sportlichen Kulisse wird das Thema berufliche Zukunft mit Eventcharakter erlebbar gemacht.

    Gemeinsam Fachkräfte von morgen sichern

    Mit der Roadshow setzen die IHKs im Ruhrgebiet ein starkes Zeichen für die Bedeutung der dualen Ausbildung und lebenslangen Weiterbildung. „Wir möchten Menschen direkt erreichen, Hemmschwellen abbauen und zeigen, wie vielfältig und attraktiv berufliche Bildung ist“, so Maike Fritzsching, Geschäftsführerin Berufliche Bildung und Fachkräftesicherung der IHK zu Dortmund. Ziel ist es, Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen und gleichzeitig jungen Menschen sowie Beschäftigten Karriereperspektiven mit dualer Ausbildung aufzuzeigen.

    Weitere Stationen im Ruhrgebiet

    Nach dem Auftakt in Dortmund geht die Roadshow auf Tour durch das Ruhrgebiet. Die nächsten Stationen sind:
    ab 15. Juni 2026: Hagen
    ab 22. Juni 2026: Bochum
    ab 29. Juni 2026: Gelsenkirchen
    ab 6. Juli: Essen
    ab 13. Juli: Duisburg

    Die genauen Termine und Standorte der einzelnen Städte werden regional bekannt gegeben. Das mobile Format schafft Raum für persönliche Gespräche, praxisnahe Informationen und neue Kontakte – direkt vor Ort, sichtbar im Stadtbild und offen für alle Interessierten.

    Jetzt vorbeikommen und Zukunft starten

    Ob Unternehmen, Auszubildende oder Weiterbildungsinteressierte: Die Roadshow bietet vielfältige Möglichkeiten, sich zu informieren, zu vernetzen und aktiv die eigene Zukunft zu gestalten. Die Teilnahme an der Roadshow ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen zum Programm und zu den einzelnen Stationen sind auf der Website der IHKs erhältlich.

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