
Immer mehr Kleidung landet ausrangiert in Haushalten – gleichzeitig verschwinden private Altkleidercontainer aus dem Stadtbild. Die Stadt Dortmund und die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) reagieren darauf mit einem erweiterten Service. Zusätzlich zu den Abgabestellen auf den sechs Recyclinghöfen wird ein Abholservice angeboten.
Mehr Altkleider und weniger Sammelmöglichkeiten
Der Markt für Kleidung hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Neue Kollektionen und eine große Anzahl günstiger Produkte fluten erschienen in immer kürzeren Abständen. Die Folge ist ein wachsender Berg an Altkleidern. Gleichzeitig sinkt die Qualität der Materialien. Das macht die Verwertung der Alttextilien für private Anbieter unattraktiver.
Vor dieser Herausforderung stehen Kommunen bundesweit: Laut Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ist es ihre Aufgabe, für die ordnungsgemäße Verwertung oder Beseitigung von Abfällen aus privaten Haushalten zu sorgen. Altkleider gehören dazu.
In Dortmund übernimmt zum einen die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) diese Aufgabe. Bürgerinnen und Bürger können ihre ausrangierte Kleidung kostenlos an den sechs Recyclinghöfen abgeben. Auf der anderen Seite gibt es Altkleidercontainer privater Firmen oder Organisationen. Deren Zahl sinkt jedoch seit einiger Zeit.
Mehr Alttextilien und strengere Vorgaben – bei weniger Anbietern
Ein Grund für den Rückgang privater Sammler:innen ist die häufig geringe Qualität der eingeworfenen Kleidung. Material und Zustand vieler Textilien erschweren eine nachhaltige Weiterverwertung. Der Anteil nicht mehr nutzbarer Alttextilien nimmt zu, während immer weniger Kleidungsstücke recycelt werden können.
Zugleich sind die wirtschaftlichen Spielräume geschrumpft. Sinkende Gewinnmargen machen die Sammlung und Verwertung für private Anbieter zunehmend unattraktiv. Entsprechend geht die Zahl der Alttextiliensammler und -verwerter zurück.
Parallel dazu steigen sowohl die Mengen an Altkleidern als auch die rechtlichen Anforderungen. Der Umgang mit Alttextilien zählt europaweit inzwischen zu den komplexesten Bereichen der Abfallwirtschaft. Im kommenden Jahr wird eine Anpassung des Alttextilienrechts erwartet. Dann sollen die Hersteller stärker in die Pflicht genommen werden, ähnlich wie bei der Entsorgung von Batterien und Elektrogeräten.
Neuer Abholservice soll Entsorgung erleichtern
Um Bürger:innen auch in dieser Übergangsphase eine verlässliche Entsorgung ihre Altkleider zu ermöglichen, weiten EDG und Stadt Dortmund das bisherige Sammelkonzept aus. Ab Mitte Februar plant die EDG, einen Abholservice für Alttextilien anzubieten.
Über die Abfall-App der EDG oder telefonisch unter der Nummer (0231) 9111111 können Verbraucher dann die Abholung ausrangierter, aber noch verwendbarer Kleidung von zuhause buchen. Besonders Menschen, die größere Mengen Kleidung entsorgen möchten oder kein eigenes Auto haben profitieren. Der Abholservice ist grundsätzlich kostenlos.
Unabhängig davon bleibt die Abgabe von brauchbaren Altkleidern an allen EDG-Recyclinghöfen weiterhin kostenfrei möglich. Zum Jahresende soll dann ausgewertet werden, wie gut der Abholservice ankommt und wo es weiteren Verbesserungsbedarf gibt.

