Der Kokslöschturm Süd-Mitte auf Kokerei Hansa wird wegen Schäden kontrolliert zurückgebaut

Standsicherheit nicht mehr gegeben – Stiftung reagiert mit Teilrückbau

Blick auf den Kokslöschturm
Der Kokslöschturm ist, anders als die Gebäude und Industrieanlagen aus Beton, Backstein und Stahl, aus Fichtenholz konstruiert. Archivfoto: Werner J. Hannappel

Auf dem Gelände der Kokerei Hansa wird der Kokslöschturm Süd-Mitte teilweise zurückgebaut. Der hölzerne Turm steht zwar unter Denkmalschutz, weist jedoch so starke Schäden auf, dass seine Standsicherheit nicht mehr nachgewiesen werden kann. Eine Sanierung oder Sicherung ist aufgrund des baulichen Zustands sowie der extrem beengten Lage zwischen bestehenden Anlagen technisch und wirtschaftlich nicht umsetzbar. Die Arbeiten sollen bis Ende Januar abgeschlossen sein.

Langfristiges Sicherheitsrisiko trotz Denkmalschutz

Blick auf den Kokslöschturm
Der hölzerne Kokslöschturm muss wegen starker Schäden teilweise zurückgebaut werden. Foto: Industriedenkmalstiftung

Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur verfolgt den Auftrag, bedeutende Industriedenkmäler zu übernehmen, zu erhalten, vor Gefahren zu schützen und sie, wenn möglich, dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu gehören neben Instandsetzung und Pflege auch die Gefahrenabwehr sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit der historischen Substanz.

Der Löschturm stellt langfristig ein Sicherheitsrisiko für Besucherwege und angrenzende Gebäude wie den Kohlenturm, die Sieberei und das Salzlager dar. Insofern handelt es sich um eine vorbeugende Maßnahme zur Gefahrenabwehr.

Der Teilrückbau erfolgt auf Grundlage mehrerer Gutachten und in enger Abstimmung mit den zuständigen Denkmalbehörden. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Januar.

Kontrollierter Rückbau mit Kran und Industriekletterern

Der Teilrückbau erfolgt kontrolliert von oben nach unten mithilfe eines Autokrans und von Industriekletterern. Die entfernten Bauteile werden aufgrund der eingeschränkten Zugänglichkeit in den Hohlraum des Betonsockels verbracht. Der Turm wird nur so weit zurückgebaut, dass keine Gefährdung mehr für Menschen, Wege und Bausubstanz besteht.

Die untere Kubatur des Löschturms bleibt erhalten. Damit bleibt der Standort weiterhin räumlich und historisch ablesbar. Auch künftig können so Besucher:innen über die Funktion der Löschtürme und die Herausforderungen im Umgang mit komplexen Industriedenkmälern informiert werden.

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