
Mit einem deutlichen Kurswechsel in der Wirtschaftsflächenpolitik stellt sich der neue Dortmunder Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) gegen einen zentralen Ratsbeschluss aus dem vergangenen Juli. Damals hatte der Rat den Prüfprozess für die Ausweisung neuer Wirtschaftsflächen gestoppt. Für Kalouti ist diese Entscheidung ein gravierender Einschnitt in die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. „Wir werden das Thema Wirtschaftsflächen neu behandeln müssen, wohl wissend, dass es einen Ratsbeschluss dazu gibt. Ich halte ihn für selbstmörderisch, sich von jeder wirtschaftlichen Entwicklung abzukoppeln“, sagte der Oberbürgermeister.
„Wir müssen das Thema wieder aufmachen und an die Flächen ran“
Der Beschluss der Ratsmehrheit bedeutet faktisch, dass neue Flächen erst dann wieder in den Blick genommen werden sollen, wenn die letzten verbliebenen Altflächen vermarktet sind. Aus Sicht der Wirtschaft komme das einem Denk- und Planungsstopp gleich, da neue Gewerbegebiete einen langen Vorlauf benötigen. Kalouti machte deutlich, dass er diesen Kurs nicht mittragen will. „Wir müssen das Thema wieder aufmachen und an die Flächen ran“, so der Oberbürgermeister im Gespräch mit Nordstadtblogger.

Das Ziel sei, vor allem ansässigen Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. „Wir hatten den ersten Fall, dass ein Unternehmen nach 50 Jahren nach Holzwickede abgewandert ist, weil es keine Flächen in Dortmund gefunden hat.“ Das wolle der Oberbürgermeister mit neuen Flächen verhindern.
Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung sieht Kalouti die Notwendigkeit, wieder aktiver zu werden – auch über die Stadtgrenzen hinaus. Mit Blick auf internationale Ansiedlungen gehe es darum, Dortmund wieder als wettbewerbsfähigen Standort zu positionieren. Entscheidend sei die Frage, was die Stadt Unternehmen konkret anbieten könne. „Das ist das A und O“, machte Kalouti deutlich und verwies auf die Potenziale Dortmunds als Wissenschaftsstandort, etwa in Zukunftsfeldern wie Künstlicher Intelligenz.
Kalouti will den Groppenbruch als Gewerbe- und Industriegebiet
Besonders deutlich wird der Konflikt am Beispiel des Groppenbruchs. Während das Thema in den vergangenen Jahren politisch hoch umstritten war, will Kalouti das Gebiet offensiv neu bewerten.
Der Oberbürgermeister weiß gleichzeitig um den Widerstand gegen neue Gewerbeflächen. Beim Groppenbruch kündigte er Gespräche mit Kritiker:innen an. „Natürlich werden wir auf die Menschen zugehen, die das als Naherholungsgebiet erhalten wollen. Aber das ist schon immer als Gewerbe- und Industriegebiet vorgesehen.“ Das Areal sei vollständig durchgeplant und eigne sich für eine intensivere Nutzung.

Befürchtungen vor einer Rückkehr klassischer Schwerindustrie wies Kalouti zurück. „Vielleicht besteht die Angst, dass wir wieder ein altes Stahlwerk bauen, aber so was wird es nicht geben.“
Gleichzeitig verwies er auf den hohen Grünflächenanteil der Stadt. „67 Prozent sind Grünflächen. Das ist enorm. Das ist eine sehr grüne Stadt. Aber wir brauchen eine Lebensgrundlage, um unsere Leute zu ernähren.“ Der Konflikt sei auch eine Frage der Mentalität: „Not in my backyard“, nicht in meinem Hinterhof.
Auch bei anderen Flächen setzt Kalouti auf Konfrontation mit bisherigen politischen Linien. Die Diskussion um die Brechtener Niederung habe er nicht verstanden. Grundsätzlich gelte für ihn: „Die Flächen, die schon mal identifiziert wurden, würde ich nutzen.“ Damit stellt er sich klar gegen die bisherige Zurückhaltung der Ratsmehrheit.
IHK fordert klare Prioritäten bei Flächenpolitik, City und Standortqualität
Rückendeckung erhält der Oberbürgermeister von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund. Bei einem Antrittsbesuch im Rathaus tauschte sich Kalouti mit IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann und Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber über Wirtschaftsflächen, Innenstadt und stationären Einzelhandel aus. Dustmann betonte die Bedeutung klarer politischer Prioritäten.

„Dortmund steht wie kaum eine andere Stadt für gelungenen Strukturwandel. Nun geht es darum, die nächsten Entwicklungsschritte gemeinsam zu gestalten – mit klaren Prioritäten bei Flächenpolitik, Innenstadt und Standortqualität“, lobten die Wirtschaftsvertreter.
Die IHK-Spitze machte deutlich, dass die Verfügbarkeit geeigneter Flächen zu den wichtigsten Standortfaktoren für Unternehmen gehört. Innovationsstarke Betriebe, produzierendes Gewerbe sowie Logistik- und Dienstleistungsunternehmen seien auf verlässliche Perspektiven bei Ansiedlung und Erweiterung angewiesen.
Kalouti unterstrich dabei erneut seine Position. „Die Entwicklung von Wirtschaftsflächen ist eine bestimmende Aufgabe für unsere Stadt. Unternehmen brauchen verlässliche Perspektiven, wenn sie investieren, wachsen oder sich neu ansiedeln wollen.“ Damit macht der Oberbürgermeister deutlich: Die Wirtschaftsflächenpolitik wird zu einem zentralen Konfliktfeld zwischen neuer Stadtspitze und Ratsmehrheit.
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Reaktionen
Berk Eraslan
Klassischer Kalouti: ohne entsprechende Ratsmehrheiten irgendwelche unabgesprochenen Pläne herausposaunen. Dieser Mann versteht offensichtlich nicht wie Politik funktioniert, sehr bedauerlich!
Hans-Georg Schwinn
Mir ist nicht klar, wie der Oberbürgermeister auf den Wert von 67 % Grünfläche kommt. Eine grobe Internetrecherche liefert mir Werte zwischen 45 % und 63 %. Das Portal der Statistikämter für regionale Daten (https://www.regionalstatistik.de/genesis/online) weist für Dezember 2024 folgende Werte für Dortmund aus: 45,3% Siedlungsfläche, 14,8% Verkehrsfläche und 39,9% Vegetation (Wald, Landwirtschaft, Wasser). Von einem Oberbürgermeister erwarte ich mir etwas mehr Sachverstand.
Klimabündnis warnt vor neuen Gewerbeflächen auf der grünen Wiese – statt Freiflächen zu opfern, braucht Dortmund eine neue Wirtschaftsstrategie (PM)
Das Dortmunder Klimabündnis zeigt sich fassungslos über die wirtschaftspolitischen Pläne des neuen Oberbürgermeisters Kalouti und warnt vor einem Rückfall in eine längst überholte Grüne-Wiese-Politik. Besonders die Forderung, im Groppenbruch ein Gewerbegebiet zu errichten, stößt bei den Klima- und Umweltakteuren auf scharfe Kritik.
Klimabündnis kritisiert Kurs des Oberbürgermeisters
Oberbürgermeister Kalouti hat angekündigt, wieder neue Wirtschaftsflächen im Freiraum auszuweisen. Den derzeit gültigen Ratsbeschluss bezeichnet er in einem Interview mit den Nordstadtbloggern als „selbstmörderisch“. Nach seiner Darstellung koppelt sich Dortmund damit von jeder wirtschaftlichen Entwicklung ab und gefährdet die „Lebensgrundlage, um unsere Leute zu ernähren“. Das Klimabündnis Dortmund bewertet diese Aussagen als völlig falsches Signal in Zeiten der Klimakrise und Flächenknappheit.
Groppenbruch seit 2012 vom Tisch
Für Kopfschütteln bei den Klimaschützern sorgt Kaloutis Vorstoß, im Groppenbruch erneut ein Gewerbegebiet zu planen. Hartmut Koch vom Klimabündnis verweist auf ein Gutachten von Dr. Jansen aus dem Jahr 2022, wonach sich die betroffene Fläche vollständig in Fremdeigentum befindet, zahlreiche Restriktionen aufweist und die Erschließung als wirtschaftlich nicht darstellbar eingestuft wird. „Bagger im Groppenbruch sind eine Zeit- und Kostenfalle – mögliche Klagen der Eigentümer nicht einmal eingerechnet“, so Koch.
Flächenreserven mobilisieren
Neben ehemals genutzten Gewerbeflächen, wie dem ehemaligen HSP-Gelände und der Caterpillar-Fläche, müssen endlich die zahlreichen nicht genutzten Flächenpotenziale in vorhandenen Gewerbegebieten aktiviert werden. Wirtschaftsförderung und Stadtplanung müssen umdenken und eine Strategie für Flächenreserven im Bestand entwickeln. Dazu gehören eine stärkere vertikale Nutzung, Überbauung von Parkplätzen und die Aktivierung untergenutzter Hallen und Lagerflächen im Bestand.
Fokus auf zukunftsfähige Branchen statt Flächenverbrauch
„Die Wirtschaftsförderung braucht eine klare Ausrichtung auf eine zukunftsfähige Wirtschaft“, so Hartmut Koch weiter. „Es bringt nichts, auf die Ansiedlung eines internationalen Großunternehmens zu warten. Stattdessen muss Dortmund gezielt Start-ups aus dem Uni-Umfeld sowie innovative Handwerksbetriebe im Solar- und Energiebereich oder der Kreislaufwirtschaft unterstützen, die meist gar nicht so viel Fläche brauchen. Hier liegen die Arbeitsplätze der Zukunft – das muss der Oberbürgermeister noch lernen“.
Offener Brief: Widersprüchliche Aussagen zur Gewerbeflächenstrategie – Müssen die Brechtener Bürger*innen wieder auf die Straße? (PM SPD-OV Eving)
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, in den vergangenen Wochen haben Sie in verschiedenen Medien widersprüchliche Aussagen zur künftigen Gewerbeflächenentwicklung in unserer Stadt getätigt. Diese Äußerungen sorgen für erhebliche Irritationen, insbesondere im Hinblick auf bestehende, demokratisch legitimierte Ratsbeschlüsse sowie auf die Situation im Stadtteil Brechten. Gegenüber den Nordstadtbloggern erklärten Sie in einem Beitrag vom 19.12.205: „Wir werden das Thema Wirtschaftsflächenentwicklung neu behandeln müssen, wohl wissend, dass es einen Ratsbeschluss dazu gibt.“
In den Ruhr Nachrichten vom 12.12.2025 werden Sie wie folgt zitiert: „Wir müssen an die Flächen ran, der bisherige Ratsbeschluss ist grundfalsch.“ Der genannte Ratsbeschluss fand am 03.07.2025 eine deutliche Mehrheit im Rat und ist somit Ausdruck einer demokratischen Willensbildung, die Sie mit diesen Aussagen in Frage stellen. Ihre Aussagen erwecken den Eindruck, dass dieser Beschluss relativiert oder zur Disposition gestellt werden solle.
Ebenfalls gegenüber den Nordstadtbloggern äußerten Sie, Sie hätten die Diskussion um die Brechtener Niederung „nicht verstanden“, und führten weiter aus: „Die Flächen, die schon mal identifiziert wurden, würde ich nutzen.“ Demgegenüber sagten Sie am 12.12.2025 in den Ruhr Nachrichten: „Ein Gewerbegebiet in der Brechtener Niederung wird es mit mir nicht geben.“
Diese inhaltlich gegensätzlichen Aussagen lassen eine klare Linie vermissen und führen bei den Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere im Stadtteil Brechten, zur Verunsicherung. Dort hatte es in den Jahren 2024 und 2025 massive Proteste gegen die Pläne der Wirtschaftsförderung gegeben, landwirtschaftlich genutzte Flächen der Brechtener Niederung in ein großflächiges Gewerbegebiet umzuwidmen. Die betroffenen Flächen grenzen unmittelbar an den historischen Dorfkern an und sind sowohl aus klimatischer Sicht als auch für den Erhalt der historischen westfälischen Kulturlandschaft von erheblicher Bedeutung. Mit Ihren widersprüchlichen öffentlichen Äußerungen bringen Sie erneut Unruhe in den Stadtteil Brechten, während ein konsistentes, nachvollziehbares und verlässliches Konzept zur Gewerbeflächenentwicklung Ihrerseits bislang nicht erkennbar ist.
Dies weckt Zweifel an der Zuverlässigkeit und Planungssicherheit in Ihrer Funktion als neuer Oberbürgermeister. Alternativen zu einer Entwicklung von landwirtschaftlichen Flächen und Landschaftsschutzgebieten zu Gewerbeflächen wurden in der Vergangenheit immer wieder benannt – auch aus dem Stadtbezirk Eving, wo an der Dammstraße sowie an der Fürst-Hardenberg-Allee bestehende Gewerbeflächen deutlich unter Wert genutzt werden und vorrangig entwickelt werden könnten. Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass das Bürgerbündnis Natürlich Brechten Sie schriftlich um Aufklärung zu Ihren Äußerungen gebeten hat.
Die Menschen im Stadtbezirk Eving haben ein legitimes Interesse daran zu erfahren, wie Sie konkret zu einer möglichen Entwicklung der Brechtener Niederung und anderer Flächen im Stadtbezirk Eving als Gewerbegebiet steht. Deshalb bitten wir um Beantwortung unserer Fragen, um weitere Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und sich für den Erhalt der Brechtener Niederung als Kulturlandschaft und Landschaftsschutzgebiet zu bekennen:
1. Welche Pläne verfolgen Sie in Ihrer Funktion als Oberbürgermeister in Bezug auf eine Neuausrichtung der am 03.07.2025 vom Rat beschlossenen Wirtschaftsflächenstrategie?
2. Welche Flächen im Stadtbezirk Eving spielen in Ihren Plänen eine Rolle als zukünftige Wirtschaftsfläche?
3. Planen Sie einen Dialog mit dem Bürgerbündnis Natürlich Brechten und den Bürger*innen in Brechten?
4. Auf welche Weise werden Sie die Idee weiterverfolgen, die existierenden Gewerbeflächen an der Dammstraße und rund um die Lindenhorster Straße und der Fürst-Hardenberg-Allee einer höherwertigen gewerblichen Nutzung zuzuführen?
5. Wie begründet die Stadt Dortmund, dass die Umwandlung von landwirtschaftlichen Flächen in Gewerbeflächen leichter und schneller umgesetzt werden könne als existierende Gewerbeflächen (z.B. Betriebsgelände von Automobillogistikern oder Gebraucht-/ Schrottwagenhändlern) einer neuen, höherwertigeren gewerblichen Nutzung zuzuführen?
6. Welche Bedeutung messen Sie dem hohen Grünflächenanteil der Stadt Dortmund als Alleinstellungsmerkmal für Lebensqualität und als wesentlichem Standortfaktor im Wettbewerb mit anderen deutschen Metropolen bei?
Wir hoffen, dass Ihre Äußerungen lediglich ein Fauxpas waren, der Ihrer Unerfahrenheit im neuen Amt geschuldet ist. Sollte sich jedoch herausstellen, dass die Brechtener Niederung in Ihrer
Wirtschaftsflächenstrategie wirklich eine Rolle spielen sollte und Sie das Landschaftsschutzgebiet in ein Gewerbe- oder Industriegebiet umwandeln wollen, dann kann ich Ihnen bereits heute versprechen, dass der Stadtteil Brechten hier erneut dagegen aufstehen und protestieren wird.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Martin Schmitz
Vorsitzender SPD-Ortsverein Eving
OB Alexander Kalouti: Keine Wirtschaftsflächenentwicklung in der Brechtener Niederung (PM)
In der vergangenen Woche wurde vom SPD-Ortsverein Eving ein offener Brief verschickt, der eine mögliche Wirtschaftsflächenentwicklung in der Brechtener Niederung thematisierte. In der Vergangenheit hatte es dazu bereits mehrere Gespräche und Debatten gegeben.
„Die Brechtener Niederung fassen wir nicht an, egal was andere behaupten mögen“, stellt Oberbürgermeister Alexander Kalouti nun deutlich klar: „Hier wird es in meiner Amtszeit keine weiteren Pläne für eine Wirtschaftsflächenentwicklung geben.“
Aber er betont ebenso deutlich: „Wir müssen unsere Stadt dringend wirtschaftlich weiter stärken. Dazu gehört auf jeden Fall die Entwicklung von Flächen im gesamten Stadtgebiet.“ Nur so könne man Ansiedlungen möglich machen und den Wegzug erfolgreicher, expandierender Unternehmen aus Dortmund verhindern.
„Wir sind auf eine stabile Wirtschaft angewiesen und natürlich auch auf die damit verbundenen Gewerbesteuern. Unsere Wirtschaftsförderung und weitere Dezernate und Fachbereiche haben sich auf meinen Wunsch erneut zusammengesetzt und werden nun intensiv Flächen in Dortmund analysieren, die für eine Entwicklung in Frage kommen. Denn da brauchen wir zeitnahe Lösungen“, so der Oberbürgermeister.
Herr Kalouti, was passiert auf HSP? GRÜNE & Volt fordern Aufklärung über Gespräche zur Entwicklung des Geländes (PM)
In den letzten Monaten ist es ruhig geworden um die weitere Entwicklung der Fläche auf dem ehemaligen Areal von Hoesch Spundwand und Profile (HSP) an der Rheinischen Straße. Bereits 2023 scheiterte bekanntlich das Projekt „Smart Rhino“, bei dem unter anderem die vier bisherigen Standorte der Fachhochschule Dortmund zusammengeführt werden sollten. Und auch eine alternative Nutzung mit dem Bau von bis zu 1.400 Wohnungen ist durch Restriktionen im Grundbucheintrag schwierig. Gespräche und Verhandlungen mit dem Eigentümer auch hinsichtlich des Kaufpreises führten bisher nicht zu konkreten Ergebnissen.
In einem Antrag für die Sitzung des Finanzausschusses in der kommenden Woche bittet die Fraktion GRÜNE & Volt nun um einen aktuellen Sachstandsbericht zur Entwicklung der HSP-Fläche, die sowohl in der Diskussion um die wirtschaftliche Entwicklung als auch in Bezug auf den Wohnungsbau ein zentraler Baustein für die Zukunft sein könnte.
„Die Entwicklung des Geländes ist wahrscheinlich aktuell die größte städtebauliche Herausforderung in Dortmund. Es bietet ausreichend Platz für die Schaffung eines nachhaltigen Quartiers mit Wohnen, Gewerbe, Grün, Freizeitmöglichkeiten, Raum für Innovation und neuen Arbeitsplätzen. Nach dem Platzen der bisherigen Planungen wird es schwierig sein, den Knoten insbesondere auch vor dem Hintergrund der überhöhten Preisvorstellungen des Eigentümers durchzuschlagen. Wichtig ist, ob und wie daran gearbeitet wird“, bewertet Leander Schreyer, Mitglied von GRÜNE & Volt im Finanzausschuss die Situation.
Konkret will die Fraktion GRÜNE & Volt nun in ihrer Anfrage wissen, ob es seit Amtsantritt des Oberbürgermeisters im November 2025 Gespräche mit dem Eigentümer hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Fläche gegeben hat, auf wessen Initiative die Gespräche stattgefunden haben, wer an diesen Gesprächen teilgenommen hat und was die Ergebnisse waren. Leander Schreyer: „Besonders interessiert uns, ob und durch wen Politik in eventuelle Gespräche eingebunden war. Wir waren als Fraktion dazu nicht eingeladen und haben keine offiziellen Informationen über Termin und Ergebnis.“
Für GRÜNE & Volt ist insbesondere wichtig zu erfahren, zu welchen Ergebnissen eventuelle Gespräche geführt haben und welche Konsequenzen die Verwaltung hinsichtlich der Entwicklung der HSP-Fläche daraus zieht. „Wir gehen davon aus, dass nicht nur wir, sondern auch die anderen demokratischen Fraktionen und der Oberbürgermeister ein großes Interesse daran haben, einen Entwicklungsprozess für das Gelände in Gang zu bringen – bei allen Schwierigkeiten. Deshalb erwarten wir, dass die Politik über eventuelle Gespräche und Entwicklungen eventuell auch nicht-öffentlich zeitnah vom Oberbürgermeister informiert wird“, so Leander Schreyer abschließend.