Zwischen Tradition, Wandel und Verantwortung: St. Johannes Hospital feiert 175-jähriges Bestehen

Das Jubiläumsmotto: „175 Jahre JoHo wirken – von Mensch zu Mensch“

Außenansicht des St. Johannes Hospital
Das St. Johannes Hospital Dortmund wird 175 Jahre alt. Foto: Archiv St. Johannes Hospital

Seit 175 Jahren steht das St. Johannes Hospital Menschen in schwierigen Lebenslagen zur Seite. Aus einem kleinen Haus mit zwölf Betten ist ein medizinischer Schwerpunktversorger mit überregionaler Bedeutung geworden. Das Jubiläumsjahr 2026 blickt auf diese Entwicklung zurück und richtet zugleich den Blick nach vorn. Geplant sind zahlreiche öffentliche und interne Veranstaltungen, die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Hauses miteinander verbinden.

Vom christlichen Auftrag zur festen Größe in Dortmund

Wenn medizinisches Personal aus dem Jahr 1851 ins St. Johannes Hospital von 2026 zurückkehren könnten – würden sie vieles nicht wiedererkennen: Die modernen OP-Säle, die Hochleistungs- und Intensivmedizin, die diagnostischen Möglichkeiten, die Vielfalt der Mitarbeitenden. Der Auftrag, Menschen in schwierigen Lebenslagen beizustehen, ist jedoch geblieben. Dieser Gedanke prägt das St. Johannes Hospital seiner Gründung und steht im Mittelpunkt des Jubiläumsjahres 2026.

Alte Fotografie: Krankenschwestern bei der Ausbildung
Blick in die Vergangenheit des St. Johannes Hospital in Dortmund. Foto: Archiv St. Johannes Hospital

In 175 Jahren hat sich das JoHo von einem Allgemeinversorger mit 12-Betten Haus zu einem Schwerpunktkrankenhaus mit 600 Betten entwickelt. Ein „Schatzkästchen“, wie Prof. Dr. Martin Rehborn, Aufsichtsratsvorsitzender der Kath. St. Paulus Gesellschaft, zu der das St. Johannes Hospital heute gehört, betonte: „Das St. Johannes Hospital ist eine feste Größe in Dortmund – medizinisch, aber auch gesellschaftlich. Das Haus wurde aus einem christlichen Geist heraus gegründet, der das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt stellt. Dieser Auftrag ist heute genauso relevant wie vor 175 Jahren. Er leitet uns in all unseren Entscheidungen.“

Christoph Rzisnik, Geschäftsführer der Kath. St. Paulus Gesellschaft, beschreibt die Entwicklung des Krankenhauses so: „Aus einer kleinen Pflege- und Behandlungseinrichtung hat sich über anderthalb Jahrhunderte ein moderner medizinischer Schwerpunktversorger entwickelt, der wirtschaftlich solide aufgestellt ist, vielen Menschen einen sicheren und karrierefördernden Arbeitsplatz bietet und ein wesentlicher Bestandteil der Kath. St. Paulus Gesellschaft ist. Unsere DNA ist es, über das Maß hinaus zu gehen und uns für unsere Patienten und unsere Mitarbeitenden einzusetzen.“

Jubiläum im Zeichen von Gemeinschaft, Geschichte und Verantwortung

Ein zentrales Anliegen des Jubiläumsjahres ist es, die lange Geschichte des Hauses mit den Menschen zu teilen, die sie mitgeschrieben haben: Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende, Partner in Kirche, Stadt und Gesundheitswesen.

Alte Fotografie: Hostessen am Info Point
Blick in die Vergangenheit des St. Johannes Hospital in Dortmund. Foto: Archiv St. Johannes Hospital

Daher sind zahlreiche Veranstaltungen geplant – darunter eine Ausstellung zu historisch-medizinischen Geräten im Propsteihof, ein Mitarbeiterfest im September, ein Festakt und Pontifikalamt, eine Ärztefortbildung sowie Kooperationen mit städtischen Partnern und Unternehmen in der Region, eine Mischung aus öffentlichen und internen Veranstaltungen. Aber es wird auch leise Momente der Einkehr geben, wie etwa Gottesdienste oder interreligiöse Gebete.

Die Geschäftsführerin der SJG St. Paulus Ljubica Flasche betont ebenfalls die Bedeutung des Krankenhauses für die Stadtgesellschaft: „175 Jahre JoHo bedeuten 175 Jahre starkes Vertrauen. Seit 1851 wenden sich Menschen aus Dortmund und der Region an uns – in schwierigen Momenten, mit Hoffnungen und Erwartungen. Dass wir ihnen bis heute verlässlich zur Seite stehen können, erfüllt uns mit großer Dankbarkeit. Wir sind entwicklungsstark und fühlen uns eng mit der Region verbunden“.

Sie ergänzt: „Unser Jubiläumsmotto ‚175 Jahre JoHo wirken – von Mensch zu Mensch‘ bringt auf den Punkt, was unser Haus seit Jahrzehnten ausmacht: professionelle Hochleistungsmedizin, die von Menschlichkeit und hoher Motivation unserer Kolleginnen und Kollegen getragen wird. Was klein begann, ist zu einem großen Netzwerk und zentralen Pfeiler der medizinischen Versorgung geworden.“

Medizinischer Fortschritt und Anerkennung

Als Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2 blickt Priv.-Doz. Dr. med. Ralf Georg Meyer auf die medizinische Entwicklung des Hauses: „Von frühen Medizin des 19. Jahrhunderts bis zu den hochspezialisierten Zentren von heute – das JoHo hat sich stetig weiterentwickelt und Ausrufezeichen gesetzt.“

Alte Fotografie: Frau bei der Forschung
Blick in die Vergangenheit des St. Johannes Hospital in Dortmund. Foto: Archiv St. Johannes Hospital

„Unsere Kardiologie ist eine der größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland und zusammen mit der Herz- und Gefäßchirurgie bilden sie ein national wahrgenommenes Zentrum. Auch die Augenklinik oder die Gynäkologie mit dem großen Brustzentrum sind über die Grenzen NRWs deutlich sichtbar. Das onkologische Zentrum einschließlich der dazugehörenden operativen Fächer und die Stammzelltransplantationseinheit sind zertifiziert und vom Land herausgestellt. Viele Einrichtungen, wie Apotheke, Labor oder Radiologie sind für ihre Tätigkeiten über regionalen Grenzen hinaus anerkannt“, so Meyer weiter.

Auch im Rahmen der Krankenhausreform wurden die Leistungen im JoHo bestätigt: „Das ist ein Ergebnis der bei uns zeitnah umgesetzten medizinischen Innovationen, die unsere Mitarbeitenden und die Geschäftsführung angefeuert haben.“ Zugleich betont Meyer: „und ohne die Kompetenz und den Einsatz aller Mitarbeitenden wäre dies nicht möglich und daher ist dieses Jubiläum auch ein Dank an alle diejenigen, die dieses Haus über Generationen geprägt haben.“

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